John Sinclair: Tonstudio Braun – 87. Die Teufelssekte



Die ruhige Autofahrt nimmt für Scotland Yard-Ermittler John Sinclair eine schreckliche Wendung, als eine Frau von einem Hochhaus herunterstürzt. Doch war es Mord oder Selbstmord? Der selige Gesichtsausdruck und das leichte Nachthemd als Bekleidung geben jedoch schnell Rätsel auf. Ein Nachbar hat sie in letzter Zeit von einem geheimnisvollen Club reden hören, sodass John Sinclair seine Ermittlungen in diese Richtung lenkt…

Während die neuen Hörspiel-Umsetzungen von „John Sinclair“ deutlich mehr in eine gruselige Richtung weisen und komplexere Handlungen erzählen, waren die Hörspiele von Tonstudio Braun noch deutlich enger an der Wirkung der Heftromanserie orientiert. Die 87. Episode, die natürlich auch bei Lübbe Audio auf CD aufgelegt wurde, enthält aber durchaus einige sehr unheimliche Szenen, die sich um eine rein weibliche und dämonische Sekte dreht. Der Start ist recht unmittelbar, ohne große Introszenen ermittelt John Sinclair fast von Beginn an in dem Fall und wird von da an kurzweilig und stimmig fortgesetzt. Die Stimmung wird dabei dichter, die Bedrohung durch die Sekte kommt dabei gut zur Geltung, sodass eine unterhaltsame Episode entstanden ist. Wie immer muss man dabei aber einige Stolpersteine hinnehmen, hier beispielsweise einige sprachliche Eigenheiten – wenn der Constable mitten in London plötzlich „Konstaable“ ausgesprochen wird oder im deutschen Text eine englische Verabschiedung eingebaut ist, wirkt das etwas merkwürdig, ebenso wie Formulierungen steif wirken oder die Sprecher nicht alle in Hochform sind.

Wie immer werden die Sprecher im Booklet nicht angegeben, sodass diese namentlich nicht bekannt sind. Der Sprecher des Detective Tanner macht seine Sache allerdings sehr ordentlich und bringt die recht muffige Art des Polizisten gut zur Geltung, sodass die ersten Szenen mit ihm gut zur Geltung kommen. Auch Glenda Perkins bekommt durch ihre Stimme eine gelungene Ausstrahlung und setzt die schlagfertige Sekretärin passend um, wirkt in einigen Szenen aber auch recht hölzern und steif. Auch ihre Bekanntschaft Donna sorgt in einigen Szenen für einen gelungenen und authentischen Ausdruck, scheint manche Sätze aber auch nur abzulesen statt diese wirklich zu verkörpern.

Natürlich gibt es auch in dieser Episode einige Momente zum Gruseln, was mit passenden Geräuschen unterstrichen wird. Doch durch die musikalische Untermalung mit der Heimorgel, die sich etwas schräg durch die Handlung schrebbelt, wird dieser Eindruck wieder deutlich gemindert. Das dürfte Hörern der Serie aber ja bereits aus vorigen Episoden bekannt vorkommen.

Das Gesicht eines dämonischen Mannes mit wütendem Gesichtsausdruck, aufgerissenem Mund und Teufelshörnern schwebt halb durchscheinend über einem Londoner Hochhaus, lässt offenbar Menschen vom Dach herunterstürzen und versetzt John Sinclair und seinen Kollegen in Schrecken – das Cover zu der Folge ist passend gestaltet, wobei die nächtliche Szenerie für eine überzeugende Stimmung sorgt.

Fazit: Die Handlung von „Die Teufelssekte“ ist stimmungsvoll, spannend und kurzweilig erzählt, zumal viele unheimliche Szenen eingebunden sind. Doch die Umsetzung wirkt eben eher nostalgisch und nicht ganz ausgereift. Der Charme der Serie von Tonstudio Braun kommt deswegen wieder gut zur Geltung, wirkt aber an einigen Stellen auch unfreiwillig komisch.

VÖ: 1. Juni 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785758878

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