Inspector Lestrade – 12. Lady Merediths Erbe



Blutüberströmt und mit zahlreichen Stichverletzungen taumelt eine junge Frau durch einen Londoner Park. Ein aufmerksamer Passant bringt sie ins Krankenhaus, und obwohl Inspector Dash vor ihrer Tür Wache hält, wird sie dort doch noch umgebracht – und ihr behandelnder Arzt glich mit. Lestrade beginnt mit den Recherchen und wundert sich, wer den Tod des einfachen Dienstmädchens gewollt haben könnte…

Ursprünglich nur auf eine kleine Folgenanzahl angelegt, kommt die Krimi-Serie um „Inspector Lestrade“ so gut an, dass mittlerweile ein ganzes Dutzend Folgen veröffentlicht wurde. „Lady Merediths Erbe“ heißt dabei die zwölfte Episode, und diese startet überraschend unvermittelt direkt mit dem schwer verwundeten Dienstmädchen und ebenfalls nur wenige Szenen später mit dem Mordanschlag. Beides erlebt der Hörer zwar nicht unmittelbar mit, ist aber dennoch sehr nahe an den Ereignissen, was die Spannung gleich zu Beginn aufbaut. Und auch wenn diese nicht von Anfang bis Ende derart hoch ist, wird ein sehr gelungener Handlungsbogen geschlagen, der von Ermittlungen, Befragungen und Aufarbeitung der bisherigen Ergebnisse geprägt ist. So taucht der Hörer gemeinsam mit den Ermittlern immer weiter in den Fall an, lernt hochmütige Personen der besseren Gesellschaft ebenso kennen wie strebsame Dienstboten, was sehr abwechslungsreich geraten ist. Besonders die kleinen Rückblicke in die Vergangenheit haben mir dabei gut gefallen. Und auch das Finale ist sehr gelungen, da einige überraschende Zusammenhänge offenbart werden und die Handlung in eine ganz andere Richtung gelenkt wird, als es anfangs den Anschein hätte. Trickreich, spannend und gut erzählt.

Die Sprecher der Episode können erneut sehr überzeugen und hauchen ihren Figuren Leben ein. Michael Pink gefällt mir als Inspector Dash wieder richtig gut, seine lockere, charmante Art sorgt wieder für eine gelungene Figur, wobei er an den richtigen Stellen auch ernsthafter wirkt und damit die Spannung erhöht. Lady Meredith, die Dienstherrin der ermordeten Frau, wird von Marion von Stengel sehr ausdrucksstark gesprochen, sowohl die recht arrogante Art als auch Empörung und Durchsetzungskraft werden durch sie lebendig dargestellt. Torsten Münchow spricht mit gekonntem slawischen Akzent die Rolle es Misko Jovanovic und setzt seine tiefe Stimme dabei sehr überzeugend ein. Weitere Sprecher sind Heiko Akrap, Jenny Maria Meyer und Dana Friedrich.

Die musikalische Begleitung der Handlung ist sehr ansprechend geraten und bringt zusätzliche Stimmung in die Handlung ein – und seien es auch nur wenige Momente, die in einem Szenenwechsel eingespielt werden. Es gibt aber auch ein paar längere Melodien, die wertig produziert wurden. Die Geräusche sind eher sparsam eingesetzt, viele Dialoge kommen dabei ohne Hintergrundgestaltung aus. Doch auch hier wird an den richtigen Stellen angesetzt und authentische Sounds eingebaut.

Der brutale Mord wird nicht auf dem Titelbild gezeigt, sondern ein sommerlicher Park samt Springbrunnen, wobei nicht nur die Kleidung des Polizisten, sondern auch der Dame im Hintergrund sehr ansprechend gestalten sind. Die intensive Farbgebung und der sehr gelungene Zeichenstil, der an alte Ölgemälde erinnert, sorgen ebenfalls für einen ansehnlichen Eindruck des Titelbilds.

Fazit: Auch die zwölfte Episode von „Inspector Lestrade“ punktet mit einer von Anfang an spannenden Handlung. Schön, dass dabei nicht nur einige interessante Figuren vorgestellt werden, sondern die Zusammenhänge und deutlich komplexer sind, als man es zu Anfang gedacht hätte. Der gelungene Handlungsbogen und die überzeugende Produktion mit engagierten Sprechern haben mir ebenfalls gut gefallen.

VÖ: 10. September 2021
Label: Fritzi Records
Bestellnummer: 9783864737015

Datenschutzerklärung