Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 34. Asche und Rauch



London ist kollabiert, Flammen, Rauchwolken und Chaos regieren die Straßen, der Lavastrom hat für Anarchie gesorgt. Oscar Wilde und Irene Adler sind auf der Suche nach weiteren Verbündeten, insbesondere nach Mycroft Holmes. Doch sie müssen auch weiterhin gegen die finsteren Pläne des Zirkels der Sieben kämpfen, wenn die Vorherrschaft in ganz Großbritannien nicht in ihre Hände fallen soll…

Auch wenn die Serie nach den beiden Helden „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ benannt ist, hat der diabolische Zirkel der Sieben mit der interessanten Mischung aus verschiedenen Bösewichten sicherlich einen fast ebenso großen Anteil am Erfolg der Serie – und warum das so ist, zeigt sich auch in der 34. Episode der Reihe. Die Handlung schließt sich dabei eng an die vorigen Episoden an, das zerstörte London voller Chaos und Anarchie ist ein sehr gelungener Schauplatz und wird gekonnt in Szene gesetzt, doch nachdem die Suche von Wilde und Adler thematisiert wurde, gibt es direkt einen Umschwung zu Dracula und seiner Machtergreifung, wobei die Gegenspieler der Serie in einer markanten Szene zusammenkommen. Auch der weitere Verlauf der Handlung ist von der Übermacht des Zirkels geprägt, auch wenn man vorrangig Oscar Wilde und Irene Adler begleitet, die auf ihrer Suche einige interessante Begegnungen haben und Beobachtungen machen, Ermittlungen anstellen und später natürlich noch eine entscheidende Konfrontation haben – kurzweilig und sinnvoll erzählt, diese Folge wird aber eben eher durch die Beschreibung der neuen Umstände geprägt. Das ist gelungen erzählt und läutet einen spannenden neuen Abschnitt der Serie unter neuen Vorzeichen an – die gewählte Richtung wird hier überzeugend dargeboten.

Daniel Zillmann gefällt mir in der Rolle des Aleister Crowley wieder sehr gut, mit leicht brüchiger Stimme und ausdrucksstarkem Agieren setzt er gelungene Akzente und kann sich zwischen den vielen anderen markanten Bösewichten behaupten. Tetje Mierendorf fügt der Rolle des Rasputin ebenfalls eine markante Aura hinzu und setzt in seinen Szenen gelungene Akzente, zumal er sich mit seinem dunklen Klang sehr gut in die Atmosphäre der Serie einfügt. Und auch Yvonne Greitzke spricht als Irene Adler wieder mit viel Energie und einer sehr präsenten Stimme, sodass die Figur eine überzeugende Aura bekommt. Weitere der vielen Sprecher sind Björn Schalla, Victoria Sturm und Tammo Kaulbarsch.

Die Umsetzung der Akustik ist treffend und abwechslungsreich geraten, da sich ruhige Szenen mit deutlich markanter umgesetzten Momenten abwechseln. Das Chaos in London wird einige Male gelungen angedeutet, hier hätte man aber sicherlich noch eine Schippe drauflegen können. Ich mag die unheimliche Szenerie, die durch passende Musik aufgebaut wird, ebenso wie die vielen Kulissen im Hintergrund, die für zusätzliche Stimmung sorgen.

Die berühmte Turmuhr von Big Ben, eines der bekanntesten Wahrzeichen Londons, ist auf dem Cover dargestellt, umgeben von Feuer, Rauchschwaden und Lichtblitzen – ein sehr passendes Motiv für die Episode, welche durch die markante Farbgebung ihre Wirkung voll entfalten kann. Die dieses Mal noch längere Sprecherliste ist wie immer bereits auf der Rückseite aufgedruckt, während das kleine Booklet kein zusätzliches Bonusmaterial enthält.

Fazit: „Asche und Rauch“ ist ein gut gewählter Titel für diese Episode, die die geänderten Umstände in London und die Übermacht des Zirkels der Sieben überzeugend beschreibt. Die Handlung ist ebenfalls gelungen, aber nicht ganz so prägend wie der Aufbau der Stimmung. Sehr gut gelungen ist vor allem eine anfängliche Szene um die Bösewichte, die sehr atmosphärisch geraten ist.

VÖ: 27. August 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785783306

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