Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 49. Die Jagd nach Mr. Hyde



Trotz des unterhaltsamen Abends im Theater ist Sherlock Holmes äußerst betrübt, wieder ist kein Fall in Sicht, sodass er sich geistig nicht ausgelastet fühlt. Doch als mitten in der Vorstellung ein Schauspieler verwirrt wirkt und schließlich zusammenbricht, ist Holmes wieder in seinem Element. Den Maxwell Ford behauptet, dass ein Anschlag auf ihn verübt wurde, damit seine Zweitbesetzung den Ruhm ernten kann. Doch die Theaterleitung will ihm nicht glauben – zumal der Schauspieler reichlich aggressiv reagiert…

Die Geschichte um Dr. Jekyll und Mr. Hyde kennt wohl ein Großteil der Menschen in ihren Grundzügen und übt immer noch einen faszinierenden Reiz aus. In der 49. Episode der Romantruhe Audio-Serie um „Sherlock Holmes“ wird diese Geschichte nun aufgegriffen, aber eben auf eine ganz andere Ebene gehoben: Zunächst als Theaterstück aufgeführt, später taucht aber auch eine Figur auf, die sich selbst als Mr. Hyde bezeichnet – und der Hörer wird aus dieser zunächst nicht schlau. Das Verwirrspiel um seine Identität und seine Ziele sind sehr gelungen und geben einige Rätsel auf, was auch interessante psychologische Aspekte beinhaltet. Dies wird in verschiedenen Szenen aufbereitet, der Hörer ist selbst bei den Untaten von Mr. Hyde dabei, bekommt die Recherchen und Befragungen von Holmes mit, lernt von Watson einiges über die wissenschaftlichen Theorien. Die Spannung, die sich dabei aufbaut, ist nicht unbedingt von Nervenkitzel geprägt, auch wenn es immer wieder Überraschungen gibt, in welcher Form Hyde als nächstes zuschlägt. Man will aber unbedingt die näheren Zusammenhänge erfahren, was schließlich in einem sehr stimmig erzählten Finale gelingt. Mit 64 Minuten ist diese Episode etwas kürzer als die meisten Vorgänger, dafür aber sehr gut angefüllt mit einem überzeugenden, vielschichtigen und sehr interessanten Fall.

Sehr überzeugend sind auch wieder die Sprecher, die ihre Rollen ausfüllen und die Handlung gelungen zum Leben erwecken. Als Maxwell Ford ist Tim Knauer zu hören, der sehr abwechslungsreich spricht und die Figur so sehr dynamisch klingen lässt, wobei er immer sehr glaubhaft klingt und die Wandlungen des Schauspielers treffend darbietet. Sehr gut gefallen hat mir Peter Flechtner mit seiner leise-bedrohlichen Stimme, was der Figur des Mr. Hyde sehr reizvoll wirken lässt. Er sorgt damit für einige intensive und eindrucksvolle Momente. Auch Yvonne Greitzke ist in der Rolle der Holly Ford sehr gut besetzt, ihre präsente Stimme passt sich sehr gut an die Atmosphäre der Episode an und klingt sehr lebendig. Weitere Sprecher sind Dirk Hardegen, Marieke Oeffinger und Joachim Kaps.

Die musikalische Gestaltung dieser Episode wirkt etwas zurückgefahrener als sonst, doch wenn diese im Einsatz ist, ist sie wieder sehr atmosphärisch und passend geraten und verströmt mit den klassischen Instrumenten und eher düsteren Melodien viel Flair. Die Geräusche sind treffsicher eingefügt und sehr zweckdienlich – alles ist an seinem Platz. So ist das erste Gespräch zwischen Holmes und Watson beispielsweise von den Stimmen der Theaterschauspieler begleitet, was sehr authentisch wirkt.

Der anfängliche Theaterbesuch von Sherlock Holmes und Dr. Watson wird auch auf dem Titelbild thematisiert, das wie immer im Stil eines Ölgemäldes gehalten ist. Gelungen werden die Zuschauer mehr oder weniger detailliert angedeutet, ebenso wie die hell erleuchtete Szene auf der Bühne, die von Holmes und Watson beobachtet wird. Das ergibt einige reizvolle Kontraste und ein sehr ansehnliches Titelbild.

Fazit: „Die Jagd nach Mr. Hyde“ ist mit den engen Bezügen zu der bekannten Schauergeschichte von Anfang an sehr reizvoll, folgt aber einer ganz eigenen Handlungslinie. Durch das Umfeld einer Theateraufführung wird ein lebendiger Eindruck erweckt und interessante Charaktere eingeführt, während viele Spannungsmomente und gelungene Rätsel und Fragestellungen eingebaut wurden. Sehr hörenswert!

VÖ: 3. September 2021
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864734502

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