Frankenstein und der Zirkel der Sieben – 4. Tödliches Wissen



In dem Operationssaal der Universität versucht Victor Frankenstein in einem experimentellen Eingriff dem Archivar Algernon die Haut eines Toten anzunähen. Der Polizei, die ihm auf den Fersen ist, kann er mit seinen Begleitern gerade noch durch einen geheimen Schacht entkommen, doch es droht ihm immer noch große Gefahr: Ein von ihm erschaffenes Geschöpf Alessia will sich mit Frankensteins Gegnern verbünden, sodass die Konfrontation mit Mycroft Holmes und Oscar Wilde nur eine Frage der Zeit scheint…

„Tödliches Wissen“ ist bereits die vierte Episode von „Frankenstein und der Zirkel der Sieben“, sodass dem regelmäßigen Hörer der Reihe bereits einige Erlebnisse der bekannten Romanfigur bekannt sind – und auf diese wird hier natürlich aufgebaut. Die Szenerie wird dabei immer komplexer, zumal auch noch Charaktere aus anderen Serien aus dem Zyklus um den „Zirkel der Sieben“ eingebaut sind. Doch mit einigen Vorkenntnissen ausgestattet kann man der Handlung problemlos folgen, da die Zusammenhänge sehr klar sind. Nach der oben beschriebenen, sehr stimmungsvollen Szene entwickelt sich die Handlung erst einmal etwas ruhiger, aber konsequent weiter, später nimmt die Geschichte aber auch wieder an Fahrt auf und birgt einige spannendere Szenen. Dabei hält das Tempo aber auch immer mal wieder inne, um die Aufmerksamkeit auf wichtige Momente oder entscheidende Szenen zu lenken, was die Dynamik des Hörspiels erhöht. Neben den typischen Horror- und Gruselelementen werden in dieser Folge aber auch einige dramatische, emotionsgeladene Momente präsentiert, die besonders am Ende für Aufsehen sorgen. Das hat mir sehr gefallen, zumal dabei einige Überraschungen präsentiert werden, die große Umwälzungen innerhalb der Serienhandlung bewirken und den Handlungsstrang der ersten Folgen gekonnt abschließen.

Magdalena Höffner erweist sich mit ihrer dynamischen Stimme als sehr gute Wahl für die Rolle der Alessia, die sie mal leise bedrohlich, dann wieder wütend und hervorpreschend klingen lässt und so eine markante Figur erschafft. Auch Sebastian Winkler hat mir als Algernon gut gefallen, seine verwaschenen Laute und sorgen für einige intensive Momente und gerade in der ersten Szene für einen markanten Ausdruck. Udo Schenk spricht die Rolle des Scoville Laberge mit seiner typisch ausdrucksstarken Stimme und punktet mit dem harten Ausdruck und einer sehr prägnanten Sprechweise. Weitere Sprecher sind Dagmar Dreke, Dirc Simpson und Volker Brandt.

Die akustische Umsetzung des Hörspiels ist ebenfalls gelungen, insbesondere der dynamische Einsatz verschiedener Lautstärken für Handlungen und Stimmen in verschiedener Entfernung fällt immer wieder positiv auf. Aber auch die sichere und atmosphärische Verwendung von Geräuschen und die düster-dynamische Musik, die teilweise von hellem Operngesang ergänzt wird, sorgt für eine dichte Atmosphäre.

Das Titelbild der Episode gefällt mir wieder außerordentlich gut. Im Hintergrund wird detailreich eine umfangreiche Bibliothek angedeutet, in der neben einem entstellten Mann auch eine geheimnisvolle Gestalt in einer düsteren Kutte zu sehen ist. Das Spiel von Licht und Schatten ist dabei besonders gelungen. Ansonsten bei der Gestaltung das gleiche Schema wie die meisten anderen Serien des Labels angewendet worden.

Fazit: Mit „Tödliches Wissen“ wird der erste Abschnitt von „Frankenstein und der Zirkel der Sieben“ gekonnt abgeschlossen und mit vielen spannenden und einigen bedrohlichen Momenten versehen. Viele Handlungsstränge werden zusammengeführt, inklusive einiger Gastauftritte. Besonders gelungen ist das Finale mit einigen dramatischen Entwicklungen, die sehr intensiv erzählt wurden.

VÖ: 11. Juni 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823535

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