Professor van Dusen – 26. rettet die Venus von Milo



Kaum hat Professor van Dusen seinen vorigen Fall gelöst, hat er eine neue Spur aufgenommen. Er deckt mithilfe modernster Röntgenstrahlen die überzeugende, aber eben nicht perfekte Kunstfälschung auf. Doch ein nächtlicher Anruf schreckt ihn noch mehr auf, denn die weltberühmte Venus von Milo wurde aus dem Louvre geraubt. Doch wie haben die Einbrecher es geschafft, die schwere Steinstatue ungesehen abtransportiert zu haben…

Michael Koser, der die Figur des Professor van Dusen für die gleichnamige Radiohörspielserie adaptiert hat, ist immer wieder gekonnt auf die Zeit eingegangen, in der sie gespielt hat – nicht nur als reine Kulisse, sondern auch mit einigen reizvollen Kommentaren. „Professor van Dusen rettet die Venus von Milo“ startet beispielsweise mit einem kleinen Rätsel um ein gefälschtes Kunstwerk, welches mit Hilfe der neu entdeckten Röntgenstrahlen und der Einweihung des Eiffelturms gelöst werden kann. Der eigentliche Fall spielt jedoch im Umfeld des weltberühmten Louvre und handelt vom Diebstahl der berühmten antiken Steinfigur. Schnell werden viele erste Hinweise gesammelt und Beobachtungen angestellt, auch der aus urheberrechtlichen Gründen „Arsene Lupine“ genannte Gentleman-Dieb taucht dabei auf und fügt so eine weitere interessante Figur hinzu. Viele interessante Bausteine also, die geschickt zusammengeführt wurden und zu einer gelungenen Handlung mit trickreicher Auflösung zusammengefügt wurden. Toll ist auch die Dynamik der Handlung, sodass die Zeit auch mal sehr langsam vergeht und gerade die Spannung dadurch sehr erhöht wird. Doch noch gelungener wird das durch den hervorragenden Witz der Episode, die vor allem durch die Figur des Commissaire Gallimard Einzug findet. Aber auch ein missglückter Uhrenvergleich und viele andere Momente sind sehr witzig geraten. Eine sehr gelungene Episode, die mir sehr gut gefallen hat und verschiedene Elemente geschickt kombiniert.

Wieder sind eher wenige Sprecher zu hören, die dafür umso wichtigere Rollen spielen – und allesamt haben mir in dieser Episode sehr gefallen. Wenn Commissaire Gallimard polternd und arrogant mitten in die Ermittlungen platzt, ist bereits für eine sehr gelungene und witzige Szene entstanden, was durch seinen Sprecher Gerd Duwner hervorragend umgesetzt wurde. Auch Lothar Blumhagen punktet als Monsieur Popelotte mit sehr präziser und markanter Stimme, zumal auch er den feinen Witz der Serie gekonnt aufgreift. Die Figur des Arsene Lupine wird von Peter Matic mit schneidender, hochmütiger Stimme sehr gekonnt umgesetzt, sodass er eine sehr gelungene Aura ausstrahlt. Weitere Sprecher sind Krikor Melikyan, Andreas Thieck und natürlich die beiden Hauptsprecher Friedrich W. Bauschulte und Klaus Herm.

Während zunächst in der Introszene mit beschwingter, französisch angehauchter Musik eine passende Szenerie erzeugt wird, ist auch während der restlichen Handlung eine sehr ansprechende Mischung aus Musik und Geräuschen eingesetzt, die die einzelnen Szenen lebendig und stimmungsvoll wirken lässt. Auch der hallende Effekt bei Stimmen in van Dusens Erinnerung oder beim Abspielen eines Phonografen ist überzeugend geraten.

Die Covergestaltung überrascht wieder mit einer neuen Idee: Die Fotografie der berühmten Steinstatue wird von der reinen Silhouette eines Mannes abtransportiert, was wie immer in dem grau-braunen Farbschema gehalten ist. Im Inneren gibt es nicht nur wie immer ein Wendecover im Comicstil, sondern auch ein paar Erinnerungen zu dieser Episode von Autor Michael Koser.

Fazit: „Professor van Dusen rettet die Venus von Milo“ spielt mit ganz unterschiedlichen Ideen: Die gibt es Anspielungen auf (damals) neue Technologien, die Adaption einer weiteren bekannten Krimifigur, bekannte Spielorte und Kunstwerke… Das ist sehr geschickt und spannend erzählt, vor allem aber auch mit viel Humor versehen, sodass eine sehr hörenswerte Episode entstanden ist.

VÖ: 26. März 2021
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960663256

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