Macabros – 18. Knochentunnel in das Grauen



Bei Ausgrabungen in den Gurktaler Alpen wird ein seltsames Objekt gefunden, das wegen seiner tiefroten Farbe wie erstarrtes Blut wirkt. Nur wenige Tage wird die Wirtin Marina Koller in einer dunklen Nacht von unheimlichen Geräuschen auf ihrem Dachboden geweckt – und ist danach spurlos verschwunden. Als Björn Hellmark von den beiden Vorfällen erfährt, stellt er schnell einen Zusammenhang her und reist sofort nach Österreich…

„Macabros“ hat von der ersten Geschichte an stark auch auf die Rahmenhandlung der Serie gesetzt. Und auch, wenn dies nicht in allen Vertonungen des Stoffes so deutlich ist, hat WinterZeit von Anfang an auf genau diesen Effekt gesetzt. Mittlerweile ist das Label bei Episode 18 angekommen, sodass auch schon recht viele Hintergründe bekannt sind – und diese sollte man vor dem Start halbwegs parat haben, denn viele Zusammenhänge werden nicht erklärt. Und: In dieser Episode wird dem Hörer noch deutlich mehr Wissen über den mystischen Hintergrund geliefert, vieles wird verfeinert oder klarer. Das gefällt mir gut, zumal die Ästhetik wieder mal eine andere ist: Statt sehr präsentem Schrecken wie beispielsweise in der letzten Episode geht es hier subtiler und gruseliger zu, was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, da die Spannung dadurch nicht vermindert wird. Dennoch ist in meinen Augen der entscheidende Dialog der Episode zu lang und statisch geraten: Dem Hörer wird – gemeinsam mit Pepe in der Handlung – in einer langen Szene fast nur berichtet statt ihn selbst die Ereignisse miterleben zu lassen. Ansonsten wird eine gelungene Episode präsentiert, die mit einigen Szenenwechsel dynamisch wirkt, wegen der überzeugenden Struktur und der klaren Erzählweise kann man der Handlung aber sehr gut folgen.

Oliver Baumann ist in der Rolle des Treokul zu hören und setzt ihre ausdrucksstarke Stimme sehr gekonnt ein, um eine unheimliche und düstere Szene zu schaffen und dabei einen bleibenden Eindruck zu erzeugen – unterstützt durch einen Stimmverzerrer, der ihn noch markanter wirken lässt. Marco Esser sorgt als Henry Bingham ebenfalls für eine überzeugende Wirkung, insbesondere die unheimlichen Szenen bringt er mit viel Energie und einem Gespür für das richtige Timing herüber. Brigitte Carlsen bringt die Erzähltexte gekonnt herüber, wirkt mal etwas neutraler, bringt dann aber auch den Grusel in der Geschichte gut zur Geltung und setzt dabei feine Facetten ein. Weitere Sprecher sind Esra Vural, Amadeus Strobl und Manja Döring.

Markus Winter und sein Team haben wieder für eine sehr stimmige akustische Gestaltung gesorgt, bei der die Szenen gekonnt durch die erzeugte Atmosphäre unterstrichen werden. Dafür sorgt insbesondere die stimmungsvolle Musik, die sehr gut angepasst wurde und immer wieder gelungene Akzente setzt. Aber auch das Verhältnis der Lautstärke der Stimmen ist überzeugend eingesetzt, ebenso wie die meisten Geräusche – auch wenn beispielsweise das Poltern der Steine bei einem Erdrutsch etwas zu eindimensional wirkt.

Fast wie ein Filmplakat zu einem unheimlichen Science Fiction-Film aus den 80er Jahren wirkt das Titelbild zu dieser Episode, welches natürlich wieder von der Heftroman-Vorlage übernommen wurde, wirkt aber klarer und schärfer. Natürlich darf dabei auch der giftgrüne Schriftzug nicht fehlen, wobei diese Farbe auch immer wieder in der restlichen Gestaltung übernommen wird, beispielsweise als Schriftfarbe, was einen sehr runden Eindruck hinterlässt.

Fazit: „Knochentunnel in das Grauen“ liefert noch mehr mystische Hintergründe für die Serie, baut die Backstory gekonnt weiter auf und ist dabei sehr unterhaltsam geraten – auch wegen des dynamischen Tempos, die neben schnellen Wechseln auch Zeit hat, einige Szenen ausführlich zu entwickeln. Ein Dialog ist in meinen Augen zwar etwas zu lang geraten, insgesamt hat mir die Nummer 18 der Serie aber gut gefallen.

VÖ: 9. Juli 2021
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960663171

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