Sherlock Holmes Chronicles – 85. Das schwarze Phantom



Immer wieder wurde in letzter Zeit in die Häuser wohlhabender Familien eingebrochen. Durch einen Zufall treffen Sherlock Holmes und Doktor Watson fast zeitgleich mit Inspector Lestrade von Scotland Yard an dem nächsten Tatort ein. Der Makler Kolb und seine Frau sind äußerst aufgebracht, dass der Einbrecher, der als „Das schwarze Phantom“ bekannt ist, auch bei ihnen wertvolle Gegenstände gestohlen wurden. Doch wie sollen sie den Mann fassen, der zu blitzschneller Flucht über die Dächer der Stadt fähig ist…?

Neben den Originalen von Sir Arthur Conan Doyle und selbstgeschriebenen Fällen für Sherliock Holmes setzt Markus Winter von WinterZeit auch immer wieder Geschichten von anderen Autoren um. So wurden bereits in vorigen Folgen zwei Episoden aus der Anthologie „Die Diamanten der Prinzessin“ von E.C. Watson umgesetzt, mit „Das schwarze Phantom“ ist nun eine dritte Geschichte als Nummer 85 der „Sherlock Holmes Chronicles“ erschienen. Der Fall mutet recht klassisch an, ist aber lebendig und abwechslungsreich erzählt. Statt des klassischen Intros in der Baker Street mit dem Bericht eines neuen Klienten eilt der Detektiv direkt zu einem Tatort und ist so viel näher am Geschehen dran, auch die Ermittlungen sind unmittelbarer und dynamisch aufgebaut. So ist der Fluss an neuen Informationen stetig und abwechslungsreich, immer neue Details der Einbruchsserie kommen ans Licht, immer wieder sind auch kleine Teilauflösungen zu hören, sodass man in den 54 Minuten immer näher an die Auflösung heranrückt. Diese ist dann aber dennoch überraschend geraten und fügt einige sehr gelungene Elemente hinzu, die den Fall noch einmal in einem anderen Licht erscheinen lassen. Sehr gut gefällt mir, wie die Figuren umgesetzt sind. Beispielsweise ist Holmes‘ Reaktion auf einige Artikel der Presse humorvoll umgesetzt, auch Watsons Gutmütigkeit kommt sehr gut zur Geltung. Garniert mit einigen spannenden Momenten und geschickt eingebauten Wendungen ist so eine hörenswerte Episode entstanden, die sehr unterhaltsam ist.

Der wunderbare Gerrit Schmidt-Foß ist in der Rolle des Harper zu hören, er verleiht der Figur gekonnt verschiedene Facetten und formt damit einen interessanten Charakter, der glaubhaft zur Geltung kommt und mir sehr gut gefallen hat. Sebastian Fitzner ist als Schriftsteller und Journalist Kane zu hören und bringt die nervöse und aufgeregte Ader des Schreibers gekonnt zu Geltung, was einen lebendigen Eindruck hinterlässt – auch wenn seine Stimme einen ganz anderen Sound besitzt und offenbar in einem anderen Studio aufgenommen wurde als der Rest. Klaus-Peter Graps schneidende Stimme passt sehr gut zu seiner Rolle als aufgebrachter Kolb, sodass besonders das Intro sehr lebendig wirkt. Weitere Sprecher sind Jeffrey Wipprecht, Uwe Büschken und Viola Sauer.

Musikalisch ist auch diese Episode wieder gelungen umgesetzt, wobei sich natürlich wieder einige der bekannten Melodien wiederholen und für die typische Atmosphäre sorgen, aber auch eigens auf diese Geschichte angepasste Musikstücke sind gekonnt eingebaut und unterstreichen so die vorherrschende Stimmung der Episode. Auch die Geräusche sind wieder sehr passgenau eingebaut und sorgen für einen lebendigen Eindruck der Dialoge.

Eine schwarz behandschuhte Hand greift nach wertvoll funkelnden Diamanten, die helles Licht reflektieren, wobei der Rest des Covers wie auch der angedeutete Hintergrund recht dunkel gehalten ist – ansehnlich und durchaus passend. Das Innere des Booklets enthält nicht nur eine Übersicht der bisherigen Folgen, sondern auch wieder einen einleitenden Text, der unter anderem auf ein nicht ganz stimmiges Detail auf dem Titelbild eingeht.

Fazit: „Das schwarze Phantom“ ist mit abwechslungsreichen Ermittlungen, spannenden Momenten und einem interessanten Fall hörenswert geraten. Die Spur des Einbrechers wird gelungen nachgezeichnet, wobei auch die bekannten wie die neuen Figuren gut zur Geltung kommen. Eine starke Episode, die mir gut gefallen hat.

VÖ: 18. Juni 2021
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662457

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