John Sinclair (Tonstudio Braun) – 95. Insel der Seelenlosen



Das junge Sängerin Jill Krabowski hat in einem heruntergekommenen Nachtclub ein Vorsingen absolviert, wird aber vom Besitzer angefallen, der sich als schrecklicher Dämon entpuppt. Das ahnt John Sinclair noch nicht, als ihr Verlobter Gerry ihn um Hilfe bei der Suche bittet. Sofort macht sich der Geisterjäger auf den Weg zum Hazelnut und stellt erste Nachforschungen an – und entdeckt schnell erste Ungereimtheiten…

„Insel der Seelenlosen“, die 95. Episode der Tonstudio Braun-Umsetzung der Romanheftserie „John Sinclair“, ist ursprünglich der 28. Band gewesen. Da aber eine in sich abgeschlossene Geschichte ohne Bezug zu den wiederkehrenden Gegenspielern erzählt wird, kann man die Folge auch so zwischendurch hören. 54 Minuten dauert das Hörspiel, welches direkt mit einer unheimlichen Szene startet und auch danach mit recht hohem Tempo weitergeht. Dass dabei auch Freunde und Verbündete von John Sinclair zu Opfern ihrer Gegenspieler werden, verschärft die Situation, ebenso die dynamische Erzählweise mit verschiedenen Erzählsträngen, sodass mit kleinen Cliffhangern für zusätzliche Spannung gesorgt werden. Auch dass die Geschichte zu einem anderen Ende führt, als man anfangs gedacht hätte und dass eine bestimmte Organisation unter den Kräften der Finsternis zu herrschen scheint, sind gelungene Elemente. Der Humor kommt eher von einer recht klischeehaften Betrachtung einiger Figuren und eher flacher Wortwitze, zündet also nicht so sehr wie in einigen anderen Episoden. Eine durchaus solide Episode der Serie, die das Rad nicht gänzlich neu erfindet, dafür aber kurzweilig und abwechslungsreich geraten ist.

Wie immer sind die Sprecher auch in dieser Folge nicht im Booklet aufgelistet, einfach weil es keine vollständigen Aufzeichnungen über die Mitwirkenden gibt. Die Sprecherin von Jill Krabowski setzt die erste Szene jedoch energiegeladen um und bringt besonders den Schrecken der Figur gut zur Geltung. Auch der zwielichtige Besitzer des Nachtclubs Paul Lindsay wird mit seinem harten Klang und stets bösartigem Unterton überzeugend dargeboten, wenngleich die Interpretation etwas klischeebeladen ist. Jane Collins wird wie immer überzeugend und lebendig gesprochen, wobei die verschiedenen Stimmungen durch ihre Sprecherin gut wiedergegeben werden.

Die Geräusche, die das Tonstudio Braun in die Handlung eingesetzt hat, sind eher weniger als bei aktuellen Produktionen, wirken zudem lauter und prägnanter, was immer recht überzogen wirkt. Auch die musikalische Gestaltung ist mit der allgegenwärtigen Heimorgel nicht sonderlich subtil oder ausgereift, bietet hier aber ab und an auch andere Stimmungen.

Auch hier wurde natürlich wieder auf die goldene Glanzfolie auf dem Cover nicht verzichtet, das Logo und der Hinweis auf die Original-Aufnahmen vom Tonstudio Braun sind ebenso wie die Folgennummer derart verziert. Das eigentliche Motiv zeigt einige geisterhaft-schimmernde Wesen mit ernstem Gesichtsausdruck, wie immer eingefasst mit dem markanten Grünton für den Rahmen.

Fazit: Die Erzählweise ist durch die vielen Szenenwechsel dynamisch und abwechslungsreich geraten, wie immer bei dieser Umsetzung aber auch recht flach und klischeebeladen geraten. Schon der Einstieg ist dabei spannend gelungen und wird dann gekonnt fortgesetzt, insbesondere weil die Sorge um ein festes Teammitglied groß ist.

VÖ: 31. Januar 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785758953

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