Sherlock Holmes Chronicles – 84. Der rote Kreis



Voller Angst wendet sich die Vermieterin Mrs. Warren an den Meisterdetektiv Sherlock Holmes, der sich nur durch Schmeicheleien und eindringliches Bitten zu Ermittlungen in dem Fall ermittelt, denn eine spannende Herausforderung sieht er zunächst nicht. Dass sich ein Mieter vollständig zurückzieht und in seinen Zimmern nicht gestört werden will, hält er für nicht allzu ungewöhnlich. Doch schon bald weckt die Erzählung der Dame sein Interesse…

Klassiker-Zeit bei den Sherlock Holmes Chronicles! Bereits die vorige Folge bestand zumindest zur Hälfte aus einer Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle, für die 84. Episode wurde nun „Der rote Kreis“ vom Husumer Label WinterZeit umgesetzt. Und sehr klassisch ist auch die Erzählweise der Geschichte, die durch einen recht langen Dialog zu Beginn in Gang gebracht wird, in der die neue Klientin Mrs. Warren von den ungewöhnlichen Vorfällen berichtet – und da diese vorrangig eben auf Nicht-Kommunikation dienen, konnten dieses mal nur wenige Spielszenen eingebaut werden. Auch die anschließenden Schlussfolgerungen des Meisterdetektivs werden vorrangig zwischen Holmes und Watson geklärt, die Ermittlungen können größtenteils vor dem Kamin in der Baker Street erledigt werden. So hält sich die Umsetzung sehr nahe an das Original und nimmt so kaum Änderungen vor, was dann für eine etwas gemächliche, aber dennoch spannende Geschichte sorgt – auch wegen der wie immer sorgsamen Umsetzung. Die ganz großen Überraschungen bleiben aus, auch wenn man das Original noch nicht kennt, da immer wieder Schlussfolgerungen in die richtige Richtung angedeutet werden, hörenswert ist diese Geschichte dennoch – auch wegen der Gesellschaftskritik, die in der Auflösung mitschwingt und den Kontrast einiger Ansichten zu unserer heutigen Zeit gekonnt einbringt.

Die wunderbare Dagmar Dempe ist in der Rolle der Mrs. Warren zu hören, ihre Stimme setzt sie dabei sehr ausdrucksstark ein und bringt die aufgebrachte Stimmung der Vermieterin sehr gelungen zur Geltung. Das Duo aus Till Hagen und Tom Jacobs sorgt in den Hauptrollen wieder für sehr markante Momente und eine lebendige Sprechweise, die beiden ergänzen sich sehr gekonnt, zumal jeder in seiner Rolle völlig aufblüht. Rainer Fritzsche spricht die Rolle des Leverton ebenfalls gekonnt und lebendig, sodass trotz des eher kurzen Auftritts ein überzeugender Eindruck entsteht. Weitere Sprecher sind Oliver Baumann, Luisa Wietzorek und Bernd Vollbrecht.

Das Kaminfeuer knistert fröhlich und lebendig vor sich hin und vermittelt eine gemütliche, warme Atmosphäre – und da nur wenig andere Schauplätze als die Wohnung von Holmes und Watson in der Handlung vorkommen, ist dieses über weite Teile der Handlung zu hören. Doch auch die eingebauten Melodien, teils bereits bekannt, teils in dieser Seire noch nicht gehört, sind treffend eingefügt und sorgen für die typische Atmosphäre der Serie.

Die Leiche einer bleichen Frau, die auf einem steingepflasterten Boden liegt, den Arm in einem roten Keis liegend, dazu schummeriges, diffuses Licht – das Titelbild zur Episode stammt wieder von Mark Freier, der wieder eine ausdrucksstarke Illustration geschaffen hat. Natürlich wird hier wieder auf die CD-Hüllen mit den abgerundeten Ecken zurückgegriffen, auch das Vorwort von Markus Winter in Booklet darf nicht fehlen.

Fazit: „Der rote Kreis“ wirkt gerade zu Beginn etwas statisch, was an der klassischen Vorlage von Sir Arthur Conan Doyle liegt – denn diese gibt eben nicht viel mehr Dynamik her. Später wird es dann aber durchaus spannender, auch wenn keine sonderlich große Überraschungen eingebaut sind. Die gut erdachte Geschichte und die sehr saubere und gelungene Umsetzungen machen diese Episode zu einer guten Ergänzung der Serie.

VÖ: 7. Mai 2021
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662440

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