Macabros – 17. Dwylup, Stadt der Monster



Andreas Hoffner bekommt von seinem Freund Enio Merkel einen Brief, der mehr ein Hilferuf ist. Denn er glaubt, dass er das Tor in eine andere Welt gefunden hat. Doch er kommt zu spät und kann nur noch den Leichnam seines Freundes kennen, neben einigen wirren Aufzeichnungen – und auch Hoffner kommt nicht mit dem Leben davon. Noch ahnt Björn Hellmark derweil noch nichts davon, dass Molochos damit eine neue Attacke auf ihn vorbereitet…

Wie andere Serien um Geisterjäger auch hat auch „Macabros“, welches aktuell von WinterZeit als Hörspiel umgesetzt wird, seine festen Gegenspieler und mächtige Dämonen, die wiederkehrende Rollen einnehmen. Auch die 17. Episode mit dem wie immer etwas sperrigen Titel „Dwylup, Stadt der Monster“ ist dies wieder ein Thema, doch der Fall ist deutlich komplexer. Neben der oben erwähnten Introszene um den Schriftwechsel von Andreas Hoffner und Enio Merkel gibt es noch zahlreiche andere Szenen mit Charakteren, die bislang noch nicht in der Serie vorgekommen sind und die in – anfangs oft eher lose wirkendem – Zusammenhang mit der Geschichte um die dämonische Stadt und dem Portal dorthin verbunden sind. So muss sich der Hörer immer wieder auf neue Szenerien einstellen und neu zusammensetzen, was der Dynamik der Episode aber auch sehr guttut. Das An- und Abschwellen der Spannungskurve und die unterschiedlichen Grade der Bedrohung gefallen mir gut, selbst wenn einige der Szenen etwas zu lang geraten sind und gerade den Anfang zu langsam gestalten. Das Geheimnis um zwei mächtige Spiegel und den Weg nach Dwylup klärt sich dabei langsam, immer wieder sind dabei spannende Momente oder kleine Wendungen eingebaut. Das steigert sich gegen Ende in ein imposantes Finale mit einer sehr prägnanten Erzählweise, welches diese insgesamt sehr überzeugende Handlung gekonnt abschließt.

Felix Würgler ist in der Rolle des Pialla zu hören und bringt die mystische und bedrohliche Stimmung seiner Szenen dabei sehr gut zur Geltung, indem er einen sehr rauen Klang in seine Stimme legt und mit präziser Betonung arbeitet. Auch die wunderbare Rieke Werner bereichert die Episode als Susan mit ihrer lebendigen und markanten Sprechweise, sodass ihre Szenen im Gedächtnis hängen bleiben und sehr überzeugend zur Geltung kommen. Dennis Schmidt-Foß ist natürlich wieder in der Hauptrolle des Björn Hellmark zu hören und überzeugt mit seiner sehr gradlinigen und präsenten Sprechweise, die er sowohl in den kurzen Erzähltexten als auch während seiner Dialoge einbringt. Weitere Sprecher sind Helmut Gauß, Oliver Stritzl und Margot Rothweiler.

Akustisch hat Markus Winter mit seinem Team wieder eine mysteriöse Stimmung geschaffen, die mit passenden Melodien die vorherrschende Atmosphäre aufgreifen und diese noch verstärken. Besonders die Szenen in Dwylup bekommen damit zusätzlichen Ausdruck verliehen. Auch die Geräusche sind passgenau eingefügt, dürfen auch mal etwas lauter werden und lassen die Actionszenen dann noch intensiver wirken.

Einen ersten Eindruck von der bedrohlichen und fremdartigen Welt hinter den Spiegeln bekommt man auf dem Titelbild präsentiert, welches mit einem verzerrt wirkenden, blauhäutigen Monster, zwei dämonischen Wesen, die einen gefesselten Mann in eine Höhle schleppen und unwirkliche, kräftige Farben sehr ausdrucksstark geraten ist. Der Rest der Gestaltung ist übersichtlich und klar strukturiert, natürlich sind die Mitwirkenden an der Produktion aufgelistet.

Fazit: Eine sehr dynamische Geschichte, in der sich der Hörer immer wieder auf neue Szenarien und andere Charaktere einstellen muss. Das so zusammengesetzte Bild ist spannend erzählt und mit vielen magischen und bedrohlichen Elementen gespickt, was manchmal vielleicht etwas überladen wirkt, aber eben dadurch eine große Vielfalt erhält. Die überzeugende Umsetzung mit engagierten Sprechern spricht ebenfalls für diese Produktion.

VÖ: 7. Mai 2021
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960663164

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