Professor van Dusen: In neuen Fällen – 27. im schwarzen Tann



Auch im Schwarzwald, wo Professor van Dusen und Hutchinson Hatch gerade Halt auf ihrer Weltreise machen, hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass die Denkmaschine ein begnadeter Kriminologe ist. Und so wird er von dem Freiburger Bankdirektor um Hilfe gebeten, da ein Angestellter samt einer großen Menge an Geld verschwunden ist. Die Hinweise sind zunächst spärlich, doch in einer Kunstausstellung findet van Dusen die nächsten Anhaltspunkte…

In der ursprünglichen Hörspielserie um „Professor van Dusen“ von Michael Koser gab es häufig einen engen Bezug zu der Umgebung, in der der Fall spielt. In der Neuauflage bei allscore ist dies nicht immer der Fall, in der 27. Episode mit dem Titel „Professor van Dusen im schwarzen Tann“ wird die Umgebung des Schwarzwaldes jedoch gut einbezogen. Zunächst hält sich dies noch etwas zurück, aber die vielen Szenen um eine Eselswanderung und einen gewittrigen Tag auf einer Berghütte lassen die Umgebung umso mehr wichtiger Bestandteil des Hörspiels werden. Leider kann die Handlung selbst dabei nicht vollkommen mithalten, insbesondere die ersten beiden Drittel der Handlung sind nicht sonderlich dicht und spannend erzählt. Vielmehr wirkt es so, als würde der Fokus zunächst auf einigen zwar unterhaltsamen Szenen liegen, die die Handlung aber eben nicht wirklich voranbringen. Das ist ein wenig schade, da dadurch kaum aufregende Szenen aufkommen. Und dann ist das Finale auch merklich flacher ausgefallen als gewohnt geraten, es werden kaum wirkliche Kniffe oder Wendungen angeboten. Leider wirkt die Episode so etwas einfallsloser als man es von der Serie kennt, auch wenn die Atmosphäre und insbesondere der Humor wieder sehr treffend geraten sind. Die Neckereien zwischen van Dusen und Hutchinson Hatch, die herzliche Wirtin mit deutlichem Dialekt, eine missglückte Eselstour – Spaß macht die Folge durchaus. Auch die dramatischen Szenen gegen Ende mit der Gefahr für einige Beteiligte ist gelungen geraten.

Als Richard Langenberg ist Lothar Hinzu zu hören, der sich sehr gut der vorherrschenden Szenerie hineinversetzt und besonders in der Kommunikation mit van Dusen eine überzeugende Leistung abliefert und auch den Humor der Serie nicht zu kurz kommen lässt. Sabine Arnhold hinterlässt als Friederike Möllenkamp ebenfalls einen überzeugenden Eindruck, ihre präzise Sprechweise und ihre überzeugende Betonung lassen einen weiteren glaubwürdigen Charakter entstehen. Die wundervolle Luise Lunow ist in der Rolle der Haushälterin Frau Stäbler zu hören und lässt ihre wandelbare Stimme mit dem unverkennbar kratzigen Klang wieder sehr intensiv klingen und zieht damit die Aufmerksamkeit in ihren Szenen schnell auf sich. Weitere Sprecher sind Jessica Walther-Gabory, Wolfgang Lickert und Bastian Sierich.

Akustisch wird wieder eine stimmige, aber auch abwechslungsreiche Szenerie geschaffen, die in den Dialogen vor allem mit vielen Geräuschen unterlegt wurde – vom Blöken der Esel bis zu hintergründigem Donnergrollen wird dabei eine überzeugende Vielfalt geboten. Auch die musikalische Begleitung ist dabei überzeugend und unterlegt sowohl Szenenwechsel als auch die Erzähltexte mit passenden und stimmungsvollen Melodien.

Natürlich wurde auch für diese Episode eines der ungewöhnlichen Titelbilder im Stil einer Bleistiftradierung geschaffen, welches die Stimmung im Schwarzwald mit seinen hohen Bäumen und dem typischen Baustil der Gegend darstellt, aber auch an die witzige Esels-Szene aufgreift. Auch die Figuren sind wieder gekonnt dargestellt, wobei besonders Professor van Dusen mit Zylinder, Brille, Frack und langen Haaren unverkennbar ist.

Fazit: Leider zündet der Fall dieses mal nicht so sehr wie in anderen Episoden, sowohl die Grundlagen als auch die Auflösung sind nicht so einfallsreich oder trickreich. Erst gegen Ende kommt etwas Spannung auf, was aber weniger von dem Fall ausgeht. Die gelungene Atmosphäre, die stimmig eingebundene Umgebung des Schwarzwalds und der treffende Humor der Serie gefallen mir aber gut, sodass eine eher solide Folge entstanden ist.

VÖ: 17. September 2021
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698536133

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