Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 28. Herrscher der Lüfte



Die Harpiyen-Statue ist zwar im Besitz von Phileas Fogg und konnte knapp den Händen von Dracula und dem Zirkel der Sieben entrungen werden, doch die Reise von New York nach London bietet noch einige Gefahren für seine kleine Reisegruppe. An Bord des Dampfers treffen sie unter anderem auf den Wissenschaftler Salomon LeFavre, der mit einem Wetterballon die Entstehung der Winde erforschen will. Doch als eines Tages kein Lebenszeichen von ihm mehr kommt, ist Phileas sofort alarmiert…

Auch wenn die Serie um „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ nach einigen Motiven von Jules Verne in kleinen Staffeln aus vier Episoden bestehen, die gemeinsam eine zusammenhängende Geschichte erzählen, hat jede Folge ihren eigenen Schwerpunkt. So ist „Herrscher der Lüfte“, die 28. Episode der Serie, sogar fast in sich abgeschlossen. Die wichtigsten Zusammenhänge mit der mächtigen Harpiyen-Statue aus der letzten Episode werden zu Beginn kurz zusammengefasst, doch ob es sich um diesen Gegenstand oder ein anderes machtvolles Artefakt handelt, macht erst einmal keinen großen Unterschied – die Handlung versteht man auch so sehr gut. Denn die Vorgänge an Bord des riesigen Dampfers „Medusa“ und die neuen Charaktere, dazu der sehr gute Einfall des am Schiff befestigen Wetterballons, ergeben zusammen eine spannende und interessante Geschichte. Dabei gibt es im Prinzip zwei Handlungsstränge, einmal um den Schutz der Statue, bei dem ein Unbekannter sein Unwesen treibt, andererseits die gefährlichen Forschungen des Professors, die in einem packenden Finale gipfeln – und dann eben doch einen Bezug zum Rest der Serie herstellen. Die abenteuerliche Grundstimmung wird dann zu einem gruseligen, markanten Höhepunkt und führt die beiden Handlungsstränge gekonnt zusammen, sodass eine weitere starke Episode der Serie entstanden ist.

Auch in dieser Episode gefällt mit Marius Claren als Passepartout außerordentlich gut, seine lebendige Sprechweise, sein großer Charme und sein sehr präsenter Witz lockern auch hier wieder viele Szenen auf. In der Rolle des Salomon LeFavre bringt Hans-Jürgen Dittberner eine weitere Facette in die Handlung ein, mal freundlich und zugänglich, dann wieder harsch und befehlsgewohnt – das ist alles sehr glaubwürdig und zugänglich geworden. Douglas Welbat und seine tiefe, warme Stimme passen wunderbar zum Kapitän Richard Bolton, der dadurch ebenfalls sehr gut zur Geltung kommt. Weitere Sprecher sind Luisa Wietzorek, Wolfgang Bahro und Rainer Fritzsche.

Ich mag die Stimmung, die durch die atmosphärische Musik und die fein auf die Szenerien abgestimmten Melodien erzeugt wird und sehr mystisch und aufregend wirkt. Aber auch die Geräusche sind sehr gekonnt eingefügt, egal ob sie für einen dezenten Hintergrund sorgen oder die Aktionen der Charaktere verdeutlichen. Dadurch kommt auch viel von der abenteuerlichen Stimmung herüber, was diese Folge zusätzlich abrundet.

Der Wetterballon mit der kleinen Gondel, in der LeFavre seine Experimente durchführen will, ist als Titelmotiv gut ausgewählt und mit dem stürmischen Himmel und den vielen Blitzen gekonnt in Szene gesetzt, zumal die düsteren Farben die Stimmung dieser Szene gut einfangen. Die restliche Gestaltung ist recht schlicht und dezent, die Mitwirkenden sind aber übersichtlich aufgelistet.

Fazit: Zwar in die Rahmenhandlung eingebunden und doch auch eigenständig hörbar – die 28. Episode der Serie um „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ punktet mit interessanten Charakteren, verschiedenen Stimmungen und einer gut aufgebauten Handlung, die in einem packenden Finale endet und sehr präsent wirkt. Sehr hörenswert!

VÖ: 2. Juli 2021
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662686

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