Irene Adler – 10. Falsches Spiel



Vom hochrangigen kanadischen Militärs Michael Findley wird Irene Adler über ihren neuen Fall unterrichtet: Aus dem Haus des Gouverneurs wird eine wertvolle Tiara gestohlen, die eigens zur Hochzeit der Tochter des Hauses mit einem angesehenen Adeligen angefertigt wurde. Um diplomatische Verwicklungen zu vermeiden, soll undercover und ohne die Einschaltung der offiziellen Behörden ermittelt werden. Doch ganz spurenlos gehen Irenes Recherchen natürlich nicht vonstatten…

Das erste kleine Jubiläum – die zehnte eigenständige Hörspielepisode – feiert „Irene Adler“ mit „Falsches Spiel“, wobei zunächst auf den „Zirkel der Sieben“ eingegangen wird und Theodora Sachs als Erzfeindin der Hauptfigur einen weiteren markanten Auftritt hat. Das geschieht zunächst losgelöst von der Handlung dieser Episode, wobei der Hörer dies natürlich im Hinterkopf behält und auf den Zusammenhang mit Irenes Ermittlungen gespannt ist. Diese wirken zunächst sehr klassisch und wie durch eine Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle inspiriert: Eine Erpressung in Adelskreisen von internationaler Tragweite, dazu viele Ungereimtheiten um den scheinbar unmöglichen Diebstahl und eine genaue Inspektion des Tatorts. Die Ermittlungen danach sind sehr interessant aufgebaut und stellen den Hörer ebenso wie die Ermittler vor immer neue Fragestellungen, sodass ein kurzweiliger Eindruck entsteht. Doch später kommt dann doch noch der Schwenk weg vom reinen Krimihörspiel hin zu mehr Abenteuer und Action und eben die Rahmenhandlung der Serie. Da auch hier noch viele Überraschungen auftauchen und eine dynamische Wirkung erzeugt wird, kann auch dieser Abschnitt der Episode sehr überzeugend, sodass mir „Falsches Spiel“ wieder mal gut gefallen hat.

Joachim Tennstedt ist in der Rolle des Albert IV. Earl of Grey zu hören, den er mit seiner markanten Stimme sehr überzeugend ausführt und viele gelungene Facetten einbaut, sodass eine lebendige und präsente Figur entstanden ist. Tobias Kluckert spricht die Rolle des Michael FIndley sehr souverän und gradlinig, wobei er die nüchterne und doch freundliche Art des Militärs sehr gut trifft. In der Rolle des Mercredi ist Helmut Gauß zu hören, der sich sehr gut an die vorherrschende Szenerie anpasst und ihr eine eingängige Ausstrahlung verleiht. Weitere Sprecher sind Sebastian Fitzner, Torsten Münchow und Matti Klemm.

Die Dynamik der Handlung wird durch die akustische Umsetzung gelungen unterstützt. Viele Dialoge kommen ohne Melodien im Hintergrund und nur wenigen zusätzlichen Geräuschen aus, sodass der Fokus vollkommen auf den Sprechern liegt. Es gibt allerdings auch passende Musikstücke während der Szenenwechsel oder später in dramatischeren Momenten, ebenso wie die Geräuschkulisse treffend umgesetzt ist.

Das Diadem, welches den Ausgangspunkt dieses Abenteuers darstellt, ist auf dem Titelbild dargestellt, wobei die Lichtreflexionen auf dem strahlenden Diamantbesatz besonders gut gelungen sind. Wie immer ist die Farbgebung durch ein dunkles Grün dominiert, wie immer ist auch die restliche Gestaltung zwar eher schlicht, aber mit allen wichtigen Produktionsinformationen versehen.

Fazit: „Falsches Spiel“ ist nicht nur überzeugend produziert, sondern auch spannend und dynamisch erzählt. Was zunächst noch wie ein klassischer Krimi wirkt, bekommt nach einiger Zeit eine gelungene Wendung hin zu einem weiteren finsteren Plan des Zirkels der Sieben. Die Figuren sind dabei vielleicht nicht ganz so markant wie sonst, hörenswert ist das Ganze dennoch geraten.

VÖ: 23. Juli 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823641

Datenschutzerklärung