Edgar Allan Poe & Auguste Dupin – 13. Die Aufnahmeprüfung



Edgar Allan Poes Träume kreisen in letzter Zeit immer wieder um dessen seit langem verschollenen Vater, der ihn zu einer düsteren Gruft führt, in der ihn sein Gegenspieler Sapriel in einem steinernen Sarg erwartet. Während Auguste Dupin dies als einen seiner üblichen Albträume abtut, interpretiert der Schriftsteller die Bilder als ernstzunehmende Warnung. Doch das Unglück, in das die beiden steuern, scheint unaufhaltsam…

Aufmerksame Hörer werden in diversen Serien bereits einige Querverweise von und zu der Hörspielserie „Edgar Allan Poe und Auguste Dupin“ entdeckt haben, was daran liegt, dass auch diese zum den Serienzyklus um den „Zirkel der Sieben“ gehört. Dabei lässt sie sich – wie alle anderen Serien auch – alleinstehend hören, der große Zusammenhang ist aber natürlich umso faszinierender, was in der 13. Episode „Die Aufnahmeprüfung“ noch weiter verstärkt wird. So kommt nicht nur eine markante Figur vor, die dem Hörer wohlbekannt sein dürfte, sondern die Entwicklung um das Verbrechersyndikat wird hier mit einer interessanten Note ergänzt. Schön, dass immer mal wieder auch ein Blick auf die Gegenspieler erlaubt wird, im Zentrum steht aber erneut ein Fall für Auguste Dupin, der einen aufsehenerregenden Mord aufklären soll. Besonders gut gefällt mir, dass der Hörer direkt dabei ist und das entstehende Chaos miterlebt, was einen unmittelbaren Eindruck hinterlässt. Und auch wenn die Serienhandlung aus den letzten Folgen aufgegriffen wird, kann man den Ereignissen und Ermittlungen sehr gut folgen. Diese gestalten sich kurzweilig und rätselhaft, immer neue Hinweise und Fragen sorgen für ein komplexes, aber gut überschaubares Gesamtbild. Die Kombination aus Krimi mit einer guten Portion Grusel funktioniert dabei hervorragend, sodass eine sehr hörenswerte Episode entstanden ist.

Uve Teschner ist in der Rolle des Edgar Allan Poe wieder sehr überzeugen und bringt die Düsternis der Figur, die angsteinflößenden Gedanken und die Dynamik der Handlung sehr gut zur Geltung. Torsten Michaelis ist in der Rolle des mächtigen Sapriel zu hören und lässt seine Stimme düster knarren und zieht die Wörter leicht in die Länge, spricht sehr betont, was eine sehr eindrucksvolle Wirkung hinterlässt. Als Bürgermeister Alain Ciseaux ist Helmut Gauß zu hören, der noch einmal eine andere Note in die Geschichte einbringt, aber ebenfalls einen markanten und authentischen Ausdruck anbietet. Weitere Sprecher sind Markus Pfeiffer, Joachim Tennstedt und Jens Wendland.

Die unheimliche Grundstimmung der Serie wird hier wieder mehr in den Vordergrund gestellt und durch düstere Melodien gekonnt unterstrichen. Diese sind anfangs vor allem in den Szenenwechseln zu hören und sorgen dabei für eine gewisse Dynamik, später werden auch besonders atmosphärische Momente der Dialoge damit unterlegt, was für eine gelungene Steigerung sorgt. Die Geräuschkulisse ist reichhaltig und gut an die Szenen angepasst, was einen lebendigen Eindruck hinterlässt.

Helle Blitze zucken auf dem Titelbild über ein herrschaftliches Haus, das sich majestätisch in den Himmel reckt. Die rötlich-düstere Farbgebung und die zierlichen Ornamente am Rand ergänzen das ansehnliche Covermotiv. Einen Blick auf die Sprecher der Charaktere kann man wie immer bereits auf der Rückseite zu lesen, ansonsten ist die Gestaltung wieder sehr schlicht und auf die wesentlichen Informationen beschränkt.

Fazit: „Die Aufnahmeprüfung“ erzählt zwar eine recht abgeschlossene Episode, die auch alleine funktioniert, im Kontext der Serie und den anderen Geschichten um den „Zirkel der Sieben“ aber einen besonderen Reiz entfaltet. Spannung und Grusel sind geschickt kombiniert und mit einigen sehr intensiven Szenen versehen, wobei auch die Ermittlungen unterhaltsam aufbereitet wurden. Eine überzeugende Episode, die einen gelungenen Spannungsbogen bietet.

VÖ: 14. Mai 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823672

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