Sherlock Holmes & Co – 62. Die Spur des Verderbens – Teil 2



Um den Mord an ihrer Haushälterin Mrs. Hudson aufzuklären, haben sich Sherlock Holmes und Doktor Watson der okkultistisch veranlagten Gwendoline Fitzgerald geheftet und haben sich in die gleiche Pension in Sussex eingemietet. Doch nicht nur die geheimnisvolle Statue der Kali, sondern auch das tückische Moor in der Umgebung geben ihnen dabei einige Rätsel auf…

„Die Spur des Verderbens“ aus der „Sherlock Holmes & Co“-Reihe von Romantruhe Audio ist als Zweiteiler angelegt, sodass zu Beginn der 62. Episode schon viele Informationen über den recht vielschichtigen Fall bekannt sind. Eine ganz kurze Zusammenfassung, bei der eher die wichtigsten Themen noch einmal kurz erwähnt werden, bringt den Hörer schnell wieder in die Handlung, danach geht es konsequent weiter – allerdinge nicht wie erwartet mit Sherlock Holmes und Dr. Watson, sondern vorrangig mit der zwielichtigen Gwendoline Fitzgerald. Dabei nimmt die Handlung trotz einiger recht langer Dialoge schnell Fahrt auf, da der Informationsfluss stetig ist und einige spannende und rätselhafte Elemente eingebaut wurden – natürlich auch während der späteren Szenen, in denen das bekannte Ermittlerduo im Fokus steht. Prägend für diese Episode ist auch der Zusammenhang zum Serienuniversum um den Zirkel der Sieben. Zwar ist es auch ohne Vorkenntnisse der anderen Serienelemente ein in sich abgeschlossener Fall, dem man gut folgen kann, ein wenig Reiz und ein vollständiges Verständnis der Vorgänge geht dabei aber verloren. Der Verlauf der Handlung ist etwas schleppender als im ersten Teil, dafür aber auch noch mysteriöser und vielfältiger, sodass der Abschluss des Zweiteilers gelungen ist – besonders wegen des packenden Finales.

Wolfgang Bahro setzt die Rolle des Rahul überzeugend um und lässt seine Stimme leicht rau und mit der Andeutung eines indischen Dialekts klingen, eine sehr gelungene und eingängige Leistung. Auch Tobias Kluckert macht als Miles Willows eine sehr gute Figur und setzt die Rolle prägnant und sehr präsent um, sodass seine Szenen sehr gekonnt zur Geltung kommen. Auch Dagmar Dreke hat mir in der Rolle der Vera Shakelton sehr gut gefallen, sie passt sich sehr gut der Atmosphäre des Hörspiels an und setzt mit ihrer markanten Stimme eigene Akzente. Weitere Sprecher sind Hans-Eckart Eckhardt, Werner Wilkening und Tobias Lelle.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels ist einmal mehr eingängig und sehr treffend geraten, sodass trotz des Fokus auf den Dialogen eine dichte und stimmige Atmosphäre herrscht. Die Musikstücke sind passend ausgewählt und unterstreichen die jeweilige Stimmung, was auch einige düstere bis unheimliche Momente erzeugt. Geräusche sind glaubhaft, vielseitig und passgenau eingefügt, was nicht nur die Handlungen der Figuren, sondern auch verschiedene Kulissen authentisch wirken lässt.

Dass es sich hier um den zweiten Teil einer Doppelfolge handelt, ist lediglich auf der Coverrückseite in recht kleiner Schrift vermerkt, sodass es der unbedarfte Käufer im Handel leicht übersehen kann, hier wäre eine deutlichere Kennzeichnung hilfreich gewesen. Das Covermotiv ist wieder stimmig ausgewählt und vermittelt einen ersten Eindruck von der Sumpflandschaft, in der weite Teile der Handlung spielen.

Fazit: Der zweite Teil von „Die Spur des Verderbens“ ist etwas langsamer und ausführlicher erzählt, was einerseits noch mehr Detailverliebtheit erlaubt, andererseits aber auch einige eher langwierige Passagen nach sich zieht. Die Spannungskurve zeigt dennoch nach oben, insbesondere weil sich die einzelnen Puzzlestücke gekonnt zusammenfügen und zu einem packenden Finale zusammenlaufen.

VÖ: 31. Juli 2021
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864737031

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