Sherlock Holmes & Co – 61. Die Spur des Verderbens – Teil 1



Als Sherlock Holmes und Dr. Watson ihr Heim in der Baker Street 221b betreten, geht ihnen der Schock durch alle Glieder. Denn ausgerechnet ihre resolute Haushälterin Mrs. Hudson wurde kurz zuvor ermordet. Sofort macht sich das Duo daran, die Beweise zu sichern und Untersuchungen vorzunehmen. Dabei entdeckt Dr. Watson eine bläuliche Verfärbung in ihrer Handinnenfläche, die den beiden viele Rätsel aufgibt…

Der Serienzyklus um den Zirkel der Sieben ist scheinbar allgegenwärtig, auch in der 61. Episode von „Sherlock Holmes & Co“ wird das Verbrechersyndikat zumindest anfangs erwähnt und somit ein Bezug hergestellt, wenn dies auch eher einer zeitlichen Einordnung dient. „Die Spur des Verderbens“ ist ein Zweiteiler und wird hier in 68 Minuten begonnen, wobei schon nach wenigen Augenblicken der Mord an Mrs. Hudson thematisiert wird und so eine ganz besondere Stimmung aufkommt. Doch auch wenn dabei einige emotionale Momente aufkommen, wird schnell mit der Ermittlungsarbeit begonnen. Die Kette an Beweisen und Ermittlungen ist dabei sehr lang geraten. Von den vielen, scharfen Beobachtungen und Schlussfolgerungen durch die titelgebende Hauptfigur gehen logisch aufgebaut und gut nachvollziehbar immer weitere Nebenarme ab, die mit interessanten Elementen gespickt ist. Eine von ihnen ist die Statue der indischen Totengöttin Kali, die einige Rätsel birgt und die einen Hauch schauerliche Atmosphäre mit einbringt, was aber von dem rein logisch denkenden Holmes aufgefangen wird. Das Ende des ersten Teils ist dann in einer für die Episode typischen, eher ruhigen Szene angesetzt, die aber ein bestimmtes Rätsel um Mrs. Hudsons Tod in den Fokus rückt und damit die Spannung auf den darauffolgenden Teil erhöht. Ein gelungener Auftakt, der unterhaltsam und kurzweilig geraten ist.

Charles Rettinghaus ist natürlich wieder in der Rolle des Sherlock Holmes zu hören und verleiht seiner Stimme hier einen rauen, recht düsteren Klang und bringt die persönliche Betroffenheit der Figur ebenso überzeugend herüber wie seinen manischen Eifer und seine gepflegte Arroganz. Jaron Löwenberg hat die Rolle des Abel Hawthorne übernommen und setzt diese mit seiner markanten Stimme überzeugend um, passt sich aber auch gekonnt der Stimmung des Hörspiels an und fügt gelungene Facetten hinzu. Als Gwendoline Fitzgerald ist die wundervolle Anke Reitzenstein zu hören, deren heller Klang auch hier sehr gut zur Geltung kommt, auch sie liefert eine rundum gelungene Darstellung ab. Weitere Sprecher sind Kevin Kasper, Janis Zaurins und Stefan Krause.

Akustisch ist eine saubere Leistung abgeliefert worden. So sind die unterschiedlichen Szenen jeweils mit passenden, authentischen Geräuschen unterlegt. So wirken die Hintergründe lebendig und vielseitig, was durch passende Musik ergänzt wurde. Diese vor allem in den Szenenwechseln zu hören, aber auch einige besonders markante Momente in der Handlung werden so mit zusätzlicher Spannung aufgeladen.

Die Statue der Todesgöttin Kali, die in dem Hörspiel eine entscheidende Rolle spielt, ist auf dem Foto im Zentrum des Titelbilds in den Fokus gerückt, die Fotografie in Nahaufnahme verrät nicht zu viel von der Handlung und macht dennoch Lust auf das Hörspiel. Kombiniert mit der typischen Optik der Krimireihe ist so ein ansehnliches und passendes Cover entstanden.

Fazit: Der Tod einer so prägnanten Figur wie Mrs. Hudson in der Hörspielreihe bringt eine sehr intensive Stimmung mit sich, die schnell aufgebaut wird und auch während der Handlung nicht verpufft. Die Reihe an Beobachtungen, Schlussfolgerungen und weiteren Ermittlungen ist stimmig aufgebaut und sorgt für einen unterhaltsamen Verlauf mit vielen interessanten Elementen, sodass der erste Teil von „Die Spur des Verderbens“ überzeugend geraten ist.

VÖ: 30. Juli 2021
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864737084

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