John Sinclair: Tonstudio Braun – 93. Im Landhaus der Schrecken



Ausgelassene Stimmung herrscht auf der Party, die auch von John Sinclair und einigen Freunden und Verbündeten am 31. Dezember besucht wird. Doch mit dem Glockenschlag zum neuen Jahr wird ein Mord entdeckt, ganz nahe an dem abgelegenen Landhaus. John ergreift sofort die Initiative und untersucht die Leichte, wobei er nicht nur den Diebstahl eines Smaragd-Halsbandes, sondern auch ungewöhnliche Krallenspuren entdeckt. Kurz darauf verspürt er einen dumpfen Schmerz am Hinterkopf….

In den 80er Jahren hatte das Medium Hörspiel eine seiner Hochzeiten, auch das vergleichsweise kleine Tonstudio Braun hat mitgemischt und ist heute vor allem für die Umsetzung der John Sinclair-Heftromanserie bekannt und hat einen gewissen Kultstatus erreicht. Und da die Nachfrage immer noch groß ist, hat sich Lübbe Audio dazu entschlossen, alle Episoden erstmals auf CD zu veröffentlichen. Die 93. Episode setzt dabei einen recht frühen Roman der Serie um, der aber auch eher in sich abgeschlossen ist und keinen dauerhaften Gegenspieler des Geisterjägers in den Fokus rückt, dafür aber eine umso interessante Figur, die das Team um die Hauptfigur schnell auf Trab hält. Schon in den ersten Momenten gibt es einen ersten spannenden Höhepunkt, auch danach wechseln sich einige ruhige, dann wieder bedrohliche und unheimliche oder Actionszenen ab. Der Verlauf ist dabei kurzweilig, auch durch die dynamischen Szenenwechsel und die unterschiedlichen Stimmungen, da sich auch recht klassische Ermittlungen in die dramatischen Szenen mischen. Das macht durchaus Spaß, auch wenn die Schwachpunkte der Serie natürlich auch hier auftreten: Ein ziemlich pathetischer Ausdruck, stellenweise hölzern wirkende Dialoge, aber auch einige Logiklücken, die dem aufmerksamen Hörer immer wieder aufhorchen lassen. Spaßig und kultig geht es aber wie immer auch hier zu, sodass eine hörenswerte und in sich abgeschlossene Episode entstanden ist.

Wie immer ließen sich die Sprecher auch nicht mehr rekonstruieren, da die entsprechenden Aufzeichnungen nicht vorhanden sind. Die Sprecherin von Glenda Perkins hat mir jedoch sehr gefallen, da sie nicht nur die engagierte Arbeitsweise der Sekretärin gekonnt zum Ausdruck bringt, sondern auch die schnippische Art Jane gegenüber. Auch diese bringt mit ihrer recht spontan wirkenden Sprechweise eine gelungene Komponente mit ein, der recht pathetische Ausdruck der gesamten Serie wird aber auch durch sie nicht durchbrochen. Auch der Gegenspieler dieser Episode ist mit seiner lauten, dröhnenden Stimme eine gute Besetzung und setzt seine Szenen sehr markant um, wobei ab und an etwas mehr Zurückhaltung auch noch vollkommen ausgereicht hätte.

Kennzeichnend für diese Umsetzung des Stoffes ist der häufige Einsatz der Heimorgel, und auch hier muss der geneigte Hörer darauf nicht verzichten. Glücklicherweise gibt es auch ruhige Momente, in denen diese nur leise im Hintergrund zu hören ist, ein leichter Nervfaktor stellt sich mit der Zeit – insbesondere bei mehreren Folgen am Stück – durchaus ein. Bei den Geräuschen wird eine solide Leistung geboten, wenn diese auch ziemlich plakativ geraten sind.

Das Titelbild stammt natürlich auch wieder der Heftromanvorlage und wurde bereits bei der Erstveröffentlichung des Hörspiels verwendet. John Sinclair wird auf der Treppe des Landhauses von einem düsteren Vogelwesen attackiert, was dynamisch und passend wirkt. Die restliche Gestaltung ist wie immer schlicht und zweckmäßig geraten.

Fazit: „Im Landhaus der Schrecken“ startet unmittelbar mit einer übernatürlichen Bedrohung und setzt so gleich den unheimlichen Grundton der Episode fest. Die Erzählweise ist stimmig und unterhaltsam, die Umsetzung charmant, aber eben auch mit den typischen Eigenheiten der Serie versehen, was manchmal sperrig oder merkwürdig wirkt, was aber eben auch den Kultstatus der Aufnahmen erzeugt.

VÖ: 27. November 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785758939

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