John Sinclair – 146. Meine Henkersmahlzeit



Bei einem Treffen mit seinem Sohn berichtet Horace F. Sinclair von Akim Samaran, der ehemalige Künstler hat Statuen von Kindern gegen deren Willen angefertigt. Als Anwalt hat Horace dafür gesorgt, dass der Syrer des Landes verwiesen wird. Doch nun scheint er zurückgekehrt zu sein und Horace einen Drohbrief zukommen lassen – überbracht von einem Jungen, der ebenso aussah wie John als Kind. Natürlich nimmt der Geisterjäger sofort die Ermittlungen auf…

Natürlich sind immer wieder Freunde und Kollegen von John Sinclair immer wieder Ziel von Attacken der dunklen Mächte, was immer wieder für eine verschärfte Szenerie sorgt. Folge 146 mit dem Titel „Meine Henkersmahlzeit“ geht dabei noch einen Schritt weiter und rückt die Familie des Geisterjägers mehr in den Fokus, sein Vater Horace hat es mit einem alten Bekannten zu tun. Der ehemalige Anwalt bekommt zunächst nur einige unheimliche Andeutungen, der Hörer weiß nach der Introszene schon schneller über das bösartige Treiben von Akim Samaran Bescheid, auch in einigen kleinen Zwischensequenzen hat man schon bald einen Wissensvorsprung. Das verstärkt die Spannung allerdings noch mehr, da immer noch viele Überraschungen eingebunden sind. Der Verlauf enthält zwar einige Ermittlungen, die von nicht allzu großem Tempo sind, ist aber dennoch sehr abwechslungsreich und stimmungsvoll geraten. Die Konfrontation zwischen Sinclair und seinem Gegenspieler geschieht erst recht spät, dann aber auch auf sehr überraschende Weise. Es wird noch einmal ein ganz anderer Blick auf die Ereignisse geworfen und ein ebenso ungewöhnliches wie packendes Ende präsentiert. Eine eher ruhige, aber auch sehr intensive Episode, die mir sehr gut gefallen hat.

Michael Prelle lässt seine Stimme wunderbar rau und kratzig klingen, sodass Akim Samaran eine sehr präsente Wirkung entfaltet – insbesondere da er einen harten und boshaften Ton hineinlegt und so einen gelungenen Gegenspieler für Sinclair abgibt. Als Johns Vater Horace ist Ernst-Augst Schepmann zu hören, der viel Charme und eine positive Ausstrahlung in die Handlung einbringt, besonders im Zusammenspiel mit Dietmar Wunder gefällt er mir sehr gut. Die wunderbare Monica Bielenstein ist als Liz Anderson zu hören, auch sie passt sich gekonnt an die Stimmung der Episode an und legt viel Energie und einen sehr überzeugenden Ausdruck in ihre Stimme. Weitere Sprecher sind Henry König, Jonas Minthe sowie Piet Rose.

Regisseur Dennis Ehrhardt und sein Team haben akustisch wieder eine sehr gut aufeinander abgestimmte Atmosphäre geschaffen, in der leise, unheimliche Momente ebenso mit passender Musik unterlegt sind wie aufregende, prägnante Szenen. Das wirkt sehr dicht und wird durch eine lebendige Geräuschkulisse ergänzt, die beispielsweise auch die Erzähltexte von Alexandra Lange sehr lebendig gestalten und für eine intensive Stimmung sorgen.

John an Hals, Händen und Beinen an einen Stuhl gefesselt, dazu ein recht karg gedeckter Tisch – das Titelbild bekommt seinen Reiz einerseits durch die Perspektive, in der man den Geisterjäger nur von hinten sehen kann, andererseits aber auch durch die schummerige Beleuchtung, sodass das Bild noch unheimlicher wirkt. Die restliche Gestaltung ist eher schlicht, enthält aber alle wesentlichen Informationen zu den Mitwirkenden.

Fazit: „Meine Henkersmahlzeit“ überzeugt mit einem interessanten Thema und Szenen, die immer wieder einen Blick auf das unheimliche Treiben von Sinclairs Gegenspieler erlauben. Dabei gibt es einige Überraschungen und durch das Einbinden von Johns Vater noch einmal einen anderen Druck auf den Geisterjäger. Atmosphärisch sehr dicht und dynamisch erzählt ist so eine sehr starke Episode der Serie entstanden, die wie sein Vorgänger eher für sich alleine steht.

VÖ: 28. Mai 2021
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785782668

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