John Sinclair: Tonstudio Braun – 94. Anruf aus dem Jenseits



Mitten in der Nacht bekommt Martha Illford einen Anruf. Doch nachdem sie schlaftrunken den Hörer abgenommen hat, ist sie plötzlich hellwach. Denn sie hört die Stimme ihres verstorbenen Mannes Larry, der sie um Hilfe anfleht. Doch auch bei den Connollys geht ein ähnlicher Anruf ein, sodass auch Geisterjäger John Sinclair auf den Fall aufmerksam wird. Doch was er herausfindet, scheint selbst für ihn zunächst unglaublich…

Das Tonstudio Braun hat es mit der zeitlichen Kontinuität seiner „John Sinclair“-Serie alles andere als genau genommen, die Folgen springen zwischen verschiedenen zeitlichen Ebenen hin und her. Folge 94 beschäftigt sich beispielsweise mit einem Feind des Geisterjägers, der eigentlich schon längst vernichtet ist. Da aber die Handlung um die seltsamen Anrufe, die von verstorbenen Menschen ausgehen, weitestehend in sich abgeschlossen sind, ist das nicht sonderlich dramatisch. Gut gefällt mir, wie auch die Conollys in großer Gefahr schweben und in einem dramatischen Moment in ihrem Leben in eine sehr gefährliche Situation geraten. Das verschärft natürlich auch den Druck auf John Sinclair, der bei seinen Ermittlungen an ganz verschiedenen Ansätzen arbeitet, was für eine dynamische Szenerie sorgt – wahrscheinlich auch, weil zwischen verschiedenen Personen gewechselt wird und neben actionreichen und spannenden Momenten auch viele unheimliche Szenen zu hören sind, in der nicht klar ist, wer auf der guten und wer auf der bösen Seite steht. Das ist gut erzählt und ist unterhaltsam geraten, sodass man die kleinen Schwachpunkte der Serie gut übersehen kann.

Der Sprecher von John Sinclair macht seine Sache auch hier wieder überzeugend und schafft eine gelungene Mischung aus Coolness, trockenem Witz und dem Druck, den die Arbeit an dem Fall mit sich bringt. Auch die Sprecherin von Sheila Conolly punktet hier mit einem präsenten Auftreten, sie bringt die Frau von Bill mit viel Energie und einer glaubhaften Sprechweise gut zur Geltung. Es gibt aber auch einige Nebenrollen, die eher dröge wirken und einen hölzernen Eindruck hinterlassen, sodass ihre Szenen nicht so recht überzeugen wollen, wie es schon häufiger bei dieser Serie der Fall ist. Insgesamt ist die Sprecherleistung in dieser Folge aber vollkommen okay.

Natürlich ist auch hier die Akustik wieder durch die allgegenwärtige Heimorgel der Serie geprägt, wobei versucht wurde, dem auf Dauer etwas eintönigen Klang durch verschiedene Melodien und Tempi Abwechslung zu verleihen. Leider passt das nicht immer gut zur jeweiligen Stimmung, wenn nach einer unheimlichen Szene plötzlich eine gutgelaunte Musik erklingt. Die Geräusche sind sehr plastisch eingefügt, was nicht immer natürlich wirkt – aber beides macht ja auch den Charme der alten Serie aus.

Marthy Illford ist auf dem Titelbild zu sehen, das Gesicht angstverzerrt, während ihr eine Skelettand einen altmodischen Telefonhörer entgegenhält - ein wie immer sehr nostalgisches Cover, welches aber gut zu der Episode passt. Einige Elemente darauf sind mit Goldfolie verziert, was immer noch ein hübscher Effekt ist. Im Inneren ist eine komplette Folgenübersicht der Serie zu finden.

Fazit: „Anruf aus dem Jenseits“ birgt viele unheimliche Momente und führt in einer andere Richtung, als man es zu Anfang erwartet hätte. Die Szenerie ist abwechslungsreich und dynamisch, schnelle Szenenwechsel und markante Momente sorgen für viel Abwechslung. Eine hörenswerte Folge, auch wenn man die recht spezielle Herangehensweise des Tonstudio Braun natürlich mögen muss.

VÖ: 20. Dezember 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785758946

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