John Sinclair: Tonstudio Braun – 91. Der Vulkanteufel von Hawaii



Zwei erfolgreiche Fotografen haben sich trotz eindringlicher Warnungen der ortsansässigen Bewohner in einen Vulkankrater in Hawaii begeben. Doch tatsächlich werden sie dort von einem feurigen Dämon angegriffen, der sie nicht lebend entkommen lässt. Als John Sinclair durch Glenda von dem Fall erfährt, macht er sich ebenfalls an den Ort der Attacke auf und macht sich gemeinsam mit Suko auf den Weg auf die Insel...

„Der Vulkanteufel von Hawaii“ ist schon als achter Band der Heftromanserie um John Sinclair erschienen, wurde aber erst als 91. Teil der Hörspielserie von Tonstudio Braun vertont – und ist natürlich auch wieder bei Lübbe Audio in der Wiederveröffentlichung erstmals auf CD erhältlich. Die Folge startet recht unvermittelt, gleich in der Eröffnungsszene ist die erste Attacke des titelgebenden Vulkanteufels zu hören, auch Johns Reise nach Hawaii wird innerhalb weniger Minuten thematisiert. Doch obwohl hier schon alles klar zu sein scheint, werden noch zahlreiche Handlungsbögen eingebaut, die das Geschehen abwechslungsreich und lebendig halten. Vor allem, dass Moano eben nicht der einzige Dämon ist, gegen den Sinclair antreten muss, sorgt für eine überraschende Szenerie. Das hawaiianische Umfeld wird gekonnt, wenn auch etwas klischeehaft eingebunden – natürlich wird auf Medizinmänner, Zombies und Voodoo angespielt. Die reichhaltige Mystik der Folge sorgt für eine rätselhafte und dichte Atmosphäre, die über einige etwas schlaff wirkende Momente am Anfang hinwegtröstet, zumal die letzten beiden Drittel der Handlung sehr temporeich erzählt sind und mit schnellen Szenenwechseln eine dynamische Wirkung entfalten.

Wie immer lässt sich die Sprecherliste der Folge nicht mehr rekonstruierend, sodass der Sprecher von Vulkandämon Moano nicht mehr namentlich bekannt ist. Doch mit seinem pathetischen Auftreten und machtvoller Aura schafft er einen sehr markanten Gegenspieler für das Sinclair-Team. Auch Isabell Snake hat zwar einige recht klischeebehaftete Eigenschaften und wird so auch von ihrer Sprecherin charakterisiert, schafft aber auch eine mysteriöse oder grausame Sprechweise. Überzeugend auch der Sprecher des örtlichen Medizinmanns Zarando, der mit tiefer und ausdrucksstarker Stimme eine gelungene Stimmung schafft.

Die musikalische Gestaltung wird hier nicht nur von der etwas schrebbeligen Heimorgel bestimmt, sondern bietet kaum Abwechslung davon, wie einige andere Episoden es geboten haben. Sicherlich geht davon eine kultige Stimmung aus, hier hätte man aber durchaus auch noch andere Facetten einbauen können. Die Geräusche sind sehr plakativ geraten und eher sparsam eingesetzt, ebenfalls ganz im bereits bekannten Stil.

Vulkanteufel Moano ist natürlich auf dem Titelbild abgebildet, welches in dem typischen grünen Rahmen der Serie zu sehen ist und der Illustration auf dem Heftroman entspricht. Riesig und von gelben Blitzen umrahmt richtet er sich aus einem Lavasee auf, während er von einigen militärisch gekleideten Männern angegriffen wird. Eine hübsche Zeichnung mit einer markanten Farbgebung, aber natürlich auch mit viel nostalgischem Charme behaftet.

Fazit: Auch wenn im ersten Drittel einige Szenen etwas langsam erzählt wurden, kann „Der Vulkanteufel von Hawaii“ mit seiner mystischen Stimmung und einer spannenden Handlung überzeugen. Sicherlich wirkt auch hier vieles pathetisch und konstruiert, aber das macht ja auch den Reiz der Serie aus, sodass ein solides und nostalgisches Hörspiel entstanden ist.

VÖ: 30.09.2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785758915

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