Sinclair: Underworld – 2. Rausch



Mit knapper Not kann John Sinclair seiner Gefangenschaft und den lauernden Schatten entkommen. Natürlich geht der Ermittler von Scotland Yard den Dingen weiter auf den Grund und stößt auf einen seltsamen Todesfall, bei dem sich die Frau kurz vor dem Versterben in ein grausig entstelltes Monster verwandelt hat. Doch wie hängt die alte Abtei damit zusammen, in der Sinclair zwei Wochen nach seinem Verschwinden wieder ohne Gedächtnis erwacht ist…?

Rauer, realistischer und düsterer sollte die Neuinterpretation von John Sinclair werden, die von Sebastian Breidbach und Dennis Ehrhardt konzipiert wurde. Mittlerweile ist mit „Underworld“ die zweite Staffel gestartet, die nach dem zweiten Roman produziert und benannt wurde, „Rausch“ deutet als Titel auf die Drogenthematik an, die abseits der übernatürlichen Begebenheiten ebenfalls eine wichtige Rolle in der Handlung spielt. Der Start ist unmittelbar geraten, ohne lange Vorstellung wird mitten in verschiedenen Situationen angesetzt und dabei sowohl auf Ereignisse der ersten Episode eingegangen als auch neue Szenerien eingebaut. Durch die verschiedenen Erzählstränge, die erst einmal eher unabhängig voneinander laufen und allesamt mit vielen verschiedenen Ereignissen versehen sind, braucht der Hörer auch recht viel Aufmerksamkeit, um alles sinnvoll verarbeiten zu können. Doch entschädigt wird man nicht nur durch eine düstere Mischung aus Action, Horror und Mystery, sondern auch mit einer sehr markanten Atmosphäre. Es ist sehr gelungen, wie die bereits angefangenen Elemente weiter ausgeführt und vertieft wurden, aber auch neue Themen Einzug halten und so eine immer komplexere Handlung entsteht. Sehr gelungen auch, wie mit den Sinnen der Figuren gespielt wird und psychische Problematiken wie Wahnvorstellungen eingebaut sind, was der Episode eine einzigartige Ausstrahlung verleiht.

Robert Kotulla hat wieder die Rolle des Bill Conolly übernommen und setzt die Figur markant und treffend um, verstärkt dabei die Wirkung der Episode und bringt die verschiedenen Stimmungen des Reporters überzeugend zur Geltung. Auch Maria Koschny hat als Sheila Conolly einen sehr gelungenen Ansatz gefunden und gestaltet die Figur ernsthaft und ausdrucksstark. Ich mag, wie sie ihrer Stimme einen sehr individuellen Klang verleiht und so eine sehr präsente Figur erschafft. Henry Schneider punktet als Tian mit einer geheimnisvollen Attitüde und verleiht seinen Szenen so einen eindringlichen Ausdruck. Weitere Sprecher dieser Episode sind Jan-David Rönfeldt, Konstantin Graudus und Julia Fölster.

Akustisch ist auch diese Episode sehr feinsinnig umgesetzt und transportiert dabei die raue, unheimliche Atmosphäre der Geschichte, wobei auch die Dynamik der Ereignisse aufgegriffen wird. Dabei überzeugt der vielseitige Einsatz von Geräuschen, die lebendig und glaubhaft wirken, besonders aber die Musik, die düster, mal wuchtig, mal subtil ist, aber immer den richtigen Ton trifft. Eine gekonnte Mischung, die gekonnte Akzente setzt, indem sie beispielsweise auch mit dem gestörten Hörvermögen der Protagonisten spielt.

Wie bereits bei der ersten Staffel wurden auch hier keine individuellen Titelbilder geschaffen, lediglich Folgennummer und -titel wurden in der rechten oberen Ecke geändert. Ansonsten ist wieder die Frau mit dem halb gesenkten Kopf zu sehen, die mit zahlreichen weiteren grafischen Elementen verziert wurde. Hübsch und ansehnlich, aber eben wenig individuell. Das Innere ist in dieser Episode auch nicht so umfangreich und beschränkt sich auf einige atmosphärische Fotos, einer Auflistung der Mitwirkenden und ein wenig Produktwerbung.

Fazit: Die Szenerie aus der ersten Episode wird nicht nur weiter vertieft, sondern auch um einige neue Elemente erweitert. Das ist packend geraten und durch die verschiedenen Szenerien komplex erzählt, was dank der spannenden Entwicklungen und der intensiven Szenerie sehr eindringlich wirkt. Hörenswert – natürlich sofern man sich in der Serie bereits etwas auskennt.

VÖ: 28. Mai 2021
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757925

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