John Sinclair Classics – 42. Das Hochhaus der Dämonen



Michael Wardon berichtet John Sinclair von dem Selbstmord seines Bruders, der sich mit einem Rasiermesser die Kehle aufgeschlitzt hat. Michael ist davon überzeugt, dass James ebenfalls die unheimliche Hexe im Badezimmerspiegel gesehen und diese ihm zum Selbstmord gedrängt hat. Noch andere Bewohner des gleichen Hochhauses haben sich in den letzten Tagen selbst getötet, sodass der Geisterjäger dem Bericht sofort nachgeht und selbst eine Nacht in dem scheinbar verfluchten Haus verbringt…

Dass in den „John Sinclair Classics“ die Abenteuer des Geisterjägers erzählt werden, bevor die eigentliche Serienhandlung startet, wird unter anderem auch dazu genutzt, den Weg der Charaktere bis zum Startpunkt nachzuzeichnen. Und auch in der 42. Episode „Das Hochhaus der Dämonen“ wird dies fortgesetzt, indem Sukos erster offizieller Einsatz geschildert wird – eher als Randnotiz und dennoch werden sich Sinclair-Fans darüber freuen. Wenig überraschend spielt die eigentliche Handlung vorrangig in einem Hochhaus, und ebenso wenig überraschend treiben dort Dämonen ihr Unwesen. Und doch gibt es immer wieder überraschende Momente und spannende Wendungen, selbst wenn der Gegenspieler Sinclairs und seines Teams schnell klar ist und die groben Rahmenbedingungen früh abgesteckt werden. Es gibt eben doch immer wieder düstere und unheimliche Szenen, unerwartete Attacken oder mystische Entwicklungen, die die Handlung am Laufen halten. Durch viele abrupte Szenenwechsel kommt zudem eine dynamische Stimmung auf, auch der Spannungsbogen ist überzeugend konstruiert und verfehlt seine Wirkung nicht. Allerdings gibt es auch Episoden der Serie, die intensiver wirken oder eine markantere Szenerie verbreiten, womit „Das Hochhaus der Dämonen“ trotz vieler überzeugender Szenen nicht komplett mithalten kann – vielleicht auch, weil der Schluss etwas zu einfach wirkt und man schon pompösere Schlusssequenzen gehört hat.

Florence Barkley wird von Carmen-Maja Storm herausragend gesprochen. Ihre raue Stimme mit dem unheimlichen Unterton und ihre keifende Art passen wunderbar zu der Figur, die so immer wieder für unheimliche Momente sorgt. Volker Hanisch ist als Ted Storm zu hören und schafft mit seinem markanten Auftreten eine interessante Figur, wobei er sich nicht scheut, auch die negativen Aspekte der Figur herauszukehren. Mit Dagmar Dreke ist eine weitere starke Stimme zu hören, und auch wenn ihre Rolle Aimee Custer nicht allzu viel mitmischt, hat es sich wegen ihres professionellen Auftritts gelohnt, sie zu besetzen. Weitere Sprecher sind Stephanie Kellner, Stefan Krause und Bodo Wolf.

Die Dynamik der Handlung wird durch die akustische Gestaltung überzeugend nachgezeichnet, sodass sich ruhige Momente mit nur wenigen Effekten mit den für die Serie typischen lauten und wuchtigen Klängen abwechseln. Dabei ist die Musik wieder hart und mit vielen Gitarren unterlegt, es gibt aber auch ruhigere und mystischere Melodien. Die Klänge sind vielseitig eingebaut und sorgen in den Actionszenen für eine lebendige Wirkung, auch ein spezieller Klangeffekt verfehlt seine Wirkung nicht und ist sehr prägnant, wenn auch recht unangenehm umgesetzt.

Timo Wuerz hat für das Titelbild wieder eine einzigartige Szenerie geschaffen, bei der ein weiblicher Dämon mit weit aufgerissenem Mund und kämpferischer Pose zu sehen ist, was nicht nur durch die beiden von hinten zu sehenden Männer, sondern vor allem auch durch die schlierenartigen Nebel um sie herum und die Großstadt im Hintergrund sehr gelungen ergänzt wird. Auf der Rückseite der Hülle gibt es noch Fotos von Jason Dark und Dietmar Wunder, im Inneren noch ein Blick auf die bisherigen Titelbilder.

Fazit: „Das Hochhaus der Dämonen“ startet sehr stark und präsentiert auch während der Handlung immer wieder einige gelungene, unheimliche Szenen. Der Handlungsbogen ist zwar geschickt konstruiert und hält für die Laufzeit von 53 Minuten, ist aber nicht so intensiv wie in einigen früheren Folgen. Solide also, unterhaltsam, aber kein absoluter Favorit der Serie.

VÖ: 26. März 2021
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785780879

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