Asterix – 38. Die Tochter des Vercingetorix



Zwei Häuptlinge der Averner treffen im Dorf der Gallier ein, um die Tochter des Vercingetorix dort unterzubringen und sie vor drohenden Gefahren zu schützen. Doch Adrenaline erweist sich als reichlich eigensinnig und bereitet Asterix, Obelix und den anderen Bewohnern allerlei Scherereien. Und dann sind da immer noch die Römer, die weiterhin das Mädchen in ihre Gewalt bringen wollen…

„Asterix“ geht mit der Zeit und hat in seinen Comics auch immer wieder das Zeitgeschehen kommentiert. Auch die 38. Episode greift eine solche Idee auf, geht dabei aber deutlich weniger subtil vor als in den ersten Bänden, was auch dem gleichnamigen Hörspiel „Die Tochter des Vercingetorix“ anzumerken ist. Denn der störrische Teenager sorgt nicht nur im Dorf der Gallier für Aufruhe, auch die anderen Minderjährigen haben auf einmal Fantasien von Umweltschutz und Frieden. Die Kommentierung der Fridays for Future-Bewegung ist allerdings nicht sonderlich tiefgründig geraten, sondern kommt etwas plump daher. Die Geschichte an sich wirkt stellenweise durchaus spannend und lebendig, insbesondere das letzte Drittel der Handlung kann mit einem flüssigen Verlauf punkten. Doch nach einer durchaus gelungenen Introszene kommen leider einige eher zähe Entwicklungen vor, die auch wegen vieler Szenenwechsel etwas unübersichtlich wirken. Und auch der Aufhänger des Abenteuers, Adrenaline zu retten und sicher ins Dorf zu bringen, ist nicht gerade originell und wurde schon mehrfach variiert. Die Stimmung der Serie gefällt mir ebenso wie der Humor, leider ist hier aber nicht die stärkste Episode der Reihe entstanden, was an der eher durchschnittlichen Comicvorlage liegt.

Natürlich spricht Michael Grimm auch hier wieder die Rolle des Asterix und klingt pfiffig und lebendig, zumal er in den verschiedenen Szenen glaubhaft agiert und so eine überzeugende Darstellung des kleinen Galliers abliefert. Adrenaline bekommt ihre Stimme von Nadine Schreier geliehen, die den bockigen und eigensinnigen Charakter untermauert und so eine weitere gelungene Figur schafft. Marek Harloff spricht Aspix ebenfalls lebendig und treffend, der störrische Teenager ist aber im Comic nicht sonderlich differenziert dargestellt, sodass auch hier kaum Finessen eingebaut werden konnten. Weitere Sprecher sind Tim Grobe, Jens Wendland und Anton Sprick.

Viele der in die Handlung eingebauten Melodien sind bereits aus den vorigen Episoden bekannt und dienen mehr als Szenentrenner, als für zusätzliche Stimmung zu sorgen. Die comichafte Atmosphäre wird dadurch aber unterstrichen. Die eingebauten Geräusche sind überzeugend eingesetzt, wirken aber auch etwas plakativ und manchmal etwas eintönig.

Das Cover wird natürlich von dem Motiv geziert, welches auch auf der Comicvorlage zu finden ist. Asterix, Obelix, Idefix und Adrenaline sind an der stürmischen See zu sehen, auch der violette Wolkenhimmel im Hintergrund ist passend und ansehnlich dazu gestaltet. In der restlichen Gestaltung, die wie immer auf schlichtem weiß gehalten ist, sind ein paar weitere Zeichnungen aus dem Comic zu sehen, auch eine Übersicht der bisherigen Episoden ist samt Covern zu sehen.

Fazit: Die Kommentierung der aktuellen Jugendbewegungen ist zwar mit einigen treffenden Gags erzählt, leider aber auch ein wenig flach geraten und kann auch in der Erzählweise nicht so recht überzeugen, die einzelnen Szenen wollen nicht so recht zur Geltung kommen und wirken wegen der Vielzahl der Figuren zudem unübersichtlich. Der Humor gefällt mir aber weiterhin gut und bietet einige gelungene Einfälle.

VÖ: 4. Juni 2021
Label: Karssell
Bestellnummer: 0602507319427

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