TKKG – 217. Tödliche Klarinette



In einem eigens organisierten Flohmarkt hat die Schulklasse, in der auch TKKG lernen, eine stattlichen Geldbetrag für einen guten Zweck gesammelt. Die Übergabe soll am nächsten Tag stattfinden, das Geld wird bis dahin sicher im Klassenzimmer aufbewahrt. Doch das ist schon bald vergessen, als ein heftiger Knall das Internatsgebäude erschüttert. Zunächst ist nicht klar, woher dieser stammt, doch als Klößchen in der Nacht seltsame Geräusche hört, kommen sie langsam einem Geheimnis auf die Spur…

Klar wird immer wieder thematisiert, dass TKKG in der gleichnamigen Serie gemeinsam Schüler eines Internats sind, doch bei weitem nicht jede Episode beschäftigt sich auch mit diesem Szenario. Folge 217 spielt aber mal wieder (fast) ausschließlich in den alten Gemäuern – und dafür müssen natürlich sowohl auf Lehrer- als auch auf Schülerseite einige neue Charaktere eingefügt werden, damit gleich Gegenspieler für die Jugendbande und einige exzentrische Lehrer für Unterhaltung sorgen. Das wirkt allerdings auch ziemlich klischeebeladen und aufgesetzt, hier gibt es keinerlei Differenzierung der Charaktere, alles wirkt recht flach und leider auch einfallslos. Die Geschichte ist allerdings schon etwas trickreicher und führt den Hörer auf einige falsche Fährten und bietet einen Fall, der verschachtelter ist, als er anfangs scheint. Auch dabei wird das Rad nicht komplett neu erfunden, es gibt einige Wiederholungen bekannter Ideen, diese wurden aber gekonnt variiert und neu zusammengefügt. „Tödliche Klarinette“ ist als Titel dabei gut gewählt und bringt ein neues Rätsel mit ein – das Musikinstrument taucht nämlich erst spät auf. Gut gefällt mir die unheimliche Komponente, die in einigen Momenten eingebaut wurde, auch das bringt noch einmal Abwechslung und Dynamik mit ein. Wenn dann die Nebenfiguren noch etwas variantenreicher wären, würde eine sehr gelungene Episode vorliegen, aber auch so ist sie hörenswert und unterhaltsam geraten.

Julian Greis spricht die Rolle des von Tobias Nesselmüller, ein Mitschüler von TKKG, mit einer ziemlich polternden und unsympathischen Art, bringt überhebliche Kommentare und klingt dabei glaubhaft nach einem Schul-Macho. Janis Zaurins ist als Dr. Waldemar Schindler zu hören, übertreibt es aber sowohl mit dem Lispeln als auch mit der aufgedrehten Art des Lehrers, sodass er ziemlich aus der Rolle fällt und sich nicht in die ansonsten authentische Atmosphäre einfügt. Katja Brügger bringt als Layla Ronellenfitsch mal wieder eine andere Facette ihres einprägsamen Klangs zur Geltung und wirkt dabei sehr überzeugend und ausdrucksstark, gerade weil sie auch leise, langsame und unheimliche Momente erzeugen kann. Weitere Sprecher sind Heidi Schaffrath, Peter Buchholz und Martin May.

In den Szenenübergängen sind mal wieder die schnellen Klänge zu hören, die mit rhythmischen Beats wohl Techno-Musik imitieren sollen, aber eben immer noch 80er Jahre-Hörspiel-Vibe versprühen. Aber auch hier gibt es leisere Klänge, beispielsweise mit einer einsamen, düsteren Klarinette (passend zum Folgentitel), ebenso wie die eingebauten Geräusche treffend sind und gut auf die Handlung abgestimmt wurden.

Die Schultoilette wurde als Kulisse für das Titelbild gewählt, die ziemlich geräumig wirken und auch ansonsten passend mit Schnitzereien „verziert“ sind. TKKG sind dieses Mal nicht komplett darauf zu sehen, nur Tim mit zwei seiner Mitschüler, was aber dennoch gut zu der Handlung passt. Das Innere ist wie immer übersichtlich gestaltet und mit der hübschen Zeitungsoptik natürlich wieder im Stil der Serie gehalten.

Fazit: Die Figuren wirken wie am Reißbrett konstruiert und sind mit ihrem eintönigen Ausdruck nicht gerade interessant, die Handlung kann dafür mit einigen gelungenen Ideen und falschen Fährten punkten. Schön, dass die verschiedenen Elemente sich stimmig zusammenfügen und für Überraschungen sorgen.

VÖ: 5. Februar 2021
Label: Europa
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