Dorian Hunter – 45. Lykantropus



Elmar Larsson, Gutsbesitzer auf einem florierenden Hof in Schweden, liegt auf seinem Sterbebett und verabschiedet sich in seiner rüden Art von seiner Familie und der Welt. Doch nach dem unbemerkten Besuch einer fremden Frau geht es ihm schlagartig besser, dafür treibt ein Wolf sein Unwesen in der Gegend und hat bereits mehrere Männer getötet. Jeff Parker wird neben anderen übernatürlichen Jägern nach Schweden gerufen, um dem Treiben ein Ende zu setzen. Doch bevor die Jagd richtig begonnen hat, schlägt der Wolf erneut zu…

Wo „Dorian Hunter“ draufsteht, muss nicht unbedingt „Dorian Hunter“ drin sein. Schon öfters ist die düstere Mystery-Serie in einzelnen Folgen ohne ihre Hauptfigur ausgekommen, auch die 41. Episode handelt von einer anderen Hauptfigur. So wird bereits das Intro abgewandelt und eben durch Jeff Parker erzählt, seit einiger Zeit ein Freund und Wegbegleiter des Dämonen-Killers, der mit einem sehr speziellen Auftrag nach Schweden reist. Mir gefällt, dass nach der mysteriösen Introszene um die Begegnung von Elmar Larsson und der geheimnisvollen Fremden die Szenerie schnell auf Jeff umschwenkt und er die merkwürdigen Umstände noch einmal aus einer anderen Perspektive erlebt, ebenso wie die Zusammenkunft der sechs Geisterjäger zusätzliche Stimmungen mit einbringt, was aber eben direkt von einer bedrohlichen Stimmung begleitet wird. Der Hof, die tief verschneite Umgebung, die verschiedenen Charaktere erwachen dabei zum Leben, doch auch die eigentliche Handlung wird schon bald vorangetrieben und mit spannenden Momenten und vielen dynamischen Wechseln erzählt. Ich mag den Stil der Serie mit den schnellen Schnitten, was auch hier wieder gelungen aufbereitet wurde. Auch, dass eben nicht die ganz klassische Werwolf-Geschichte erzählt wird, sondern diese um viele gelungene Elemente erweitert. Eine atmosphärisch dichte und spannende Episode, die mit vielen Überraschungen gespickt wurde.

Volker Hanisch macht seine Sache als Jeff Parker sehr gut und beweist, dass er auch als Mittelpunkt einer Geschichte mit viel Engagement, Energie und einer lebendigen Sprechweise punkten kann. Schön, wie er den Spannungsaufbau der Geschichte unterstreich und in den unheimlichen Szenen für viel Flair sorgt. Die wundervolle Monica Bielenstein hat mir als Feodora Munoz ebenfalls sehr gut gefallen, die verleiht der Jägerin eine markante Aura und einen rauen Charme, was sehr gut mit der Serie und der Episode harmoniert. Liza Ohm ist als Birgit Krogager zu hören, und auch wenn sie nicht die meisten Szenen hat, überzeugt sie mit einer sehr prägnanten und stimmungsvollen Sprechweise. Weitere Sprecher sind Michael von Rospatt, Nicolas König und Rajvinder Singh.

Auch für diese Episode wurde eine akustische Umsetzung geschaffen, die sich zwar an vielen stilistischen Elementen der Serie orientiert und auch einige wiederkehrende Melodien einbaut, die aber dennoch absolut eigenständig wirkt. Der tiefe Schnee, das eisige Schweden, die raue Stimmung auf dem Hof werden gekonnt eingefangen und mit vielen Melodien und Geräuschen umgesetzt, ohne dass es überladen wirken würde. Da ist viel los, dient aber zur Untermauerung der Stimmung und nicht der bloßen Effekthascherei.

Auch das Titelbild greift die eisigen Weiten, die bewaldeten Hügel und die verschneiten Täler in kalten Farben auf, ergänzt aber noch ein finsteres Wolfsrudel und eine einsame Gestalt vor den Toren des Hofs – sehr stimmungsvoll und gut gelungen! Im Inneren gibt es neben den Angaben zu den Mitwirkenden natürlich auch wieder einen kleinen einleitenden Text, der sich darum dreht, warum diese Geschichte deutlich später vertont wurde als es in der Romanserie der Fall war.

Fazit: Die Episode überrascht mit einem Wechsel der Hauptfigur und einer ganz anderen Szenerie als erwartet, setzt diese von Anfang an spannend und abwechslungsreich um und sorgt so für einige Überraschungen und intensive, spannende Momente. Das ist nicht nur hervorragend umgesetzt und mit tollen Sprechern vertont, sondern funktioniert auch außerhalb der Serienhandlung sehr gut. Sehr hörenswert!

VÖ: 4. Juni 2021
Label: Zaubermond
Bestellnummer: 9783954267057

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