Midnight Tales – 40. Die Präparatorin



Debra Meeks hält sich mit ihrer Arbeit als Tierpräparatorin mehr schlecht als recht über Wasser, der Schuldenberg erdrückt sie immer mehr. Als in einer dunklen Gewitternacht ein Mann auftaucht, der ihr eine hohe Geldsumme für einen einzigen Auftrag anbietet, zögert sie nicht lange und erklärt sich einverstanden. Doch sie hat nicht damit gerechnet, was genau sie ausstopfen soll – und was dieser Auftrag alles nach sich ziehen würde…

In den 40 Episoden der Midnight Tales gleicht kaum eine andere Szenerie der anderen, auch für „Die Präparatorin“ wurde eine sehr individuelle Geschichte geschaffen, die von Julie Hoverson stammt und reichlich makaber wirkt. Schon recht zu Beginn der Episode wird dabei das Thema der Tierpräparation aufgegriffen und mit dem merkwürdigen Auftrag ein erster Höhepunkt gesetzt. Danach hört man Debra lange Zeit bei der Arbeit zu, was herrlich makaber geraten ist und einige recht unappetitliche Details (samt passender Geräusche) zu hören bekommt. Doch dabei gibt es immer wieder auch weitere Informationen zu dem Auftrag, der immer geheimnisvoller wirkt. Besonders das Ziel des Auftraggebers bleibt lange unklar und ist das große Geheimnis hinter der Episode, was über die Zeit eine geheimnisvolle Stimmung aufbaut. Dabei konzentriert sich die Szenerie fast ausschließlich auf die Werkstatt von Debra, was sehr verdichtet wirkt – auch, weil der Zeitrahmen der Handlung überschaubar ist. Die so entstehende Atmosphäre wird gegen Ende dann gelungen aufgebrochen und die Handlung noch einmal in eine andere Richtung und bringt eine übernatürliche Ebene mit ein. Das ist von düsterem Humor durchzogen und mit einer ungewöhnlichen Art der Spannung versehen, was aus „Die Präparatorin“ ein gelungenes Experiment macht.

Daniela Bette-Koch ist in der Hauptrolle der Debra Meeks zu hören und überzeugt dabei mit ihrem hellen, freundlichen Klang und trifft den makabren Humor der Figur dabei sehr gut, bringt aber auch die Spannung der Handlung gut zur Geltung. Markus Pfeiffer ist als Curt Buchner zu hören und bringt mit seiner tiefen Stimme einen gelungenen Kontrast dazu mit ein und bringt die geheimnisvolle Figur gut zur Geltung. Auch Peter Lontzel unterstützt die ungewöhnliche Wirkung der Handlung und bringt ebenfalls einige humorvolle Szenen mit ein. Weitere Sprecher sind Sascha von Zambelly, Thomas Petrou und Katja Brügger.

Die akustische Gestaltung der Reihe geht dieses Mal anfangs einige gelungene Experimente ein, schon die erste Melodie erinnert beispielsweise an 70er Jahre-Hörspiele. Später es gibt vor allem viele andere solide Szenen, die mit stimmiger Musik unterlegt sind – und natürlich auch wieder zahlreiche Geräusche, die die Dialoge der Charaktere stimmig gestalten, oft aber auch recht plakativ wirken – insbesondere bei der Arbeit von Debra. Das ständige Quietschen eines Tierspielzeugs ist dabei leider ziemlich nervig geraten und hätte ruhig etwas seltener vorkommen können.

Auch für diese rein digital veröffentliche Produktion wurde dennoch ein stimmiges Titelbild geschaffen, das wunderbar exzentrisch geraten ist und sehr gut mit der grobkörnigen Gestaltung der Serie harmoniert. Das verzerrte menschliche Gesicht mit den riesigen Zähnen und den stechenden Augen, in dem sich die pinkfarbene Kugel spiegelt, ist zudem ein passendes Motiv, welche gut zu der Handlung passt.

Fazit: Eine verdichtete Szenerie, makabrer Humor mit einigen unappetitlichen Details, ein genauer Blick auf die gut gestalteten Figuren und einige unerwartete Wendungen – „Die Präparatorin“ ist mal wieder ein ungewöhnliches Hörspiel, welches andere Wege als bekannt geht und für einige Überraschungen sorgt.

VÖ: 16. April 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621372

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