Edgar Allan Poe und Auguste Dupin – 12. In den Katakomben lauert der Tod



Das riesige Stollensystem unter Paris ist erst seit einiger Zeit für Touristen geöffnet, doch nur ein kleiner Teil der unterirdischen Gänge ist dabei zugänglich – unter anderem das Beinhaus, in dem die sterblichen Überreste unzähliger Bewohner der Stadt gelagert werden. Bei einer Führung werden jedoch zwei Besucher bestialisch ermordet. Auguste Dupin soll im Auftrag von Monsier G. ermitteln und besichtigt mit Edgar Allan Poe die düsteren Stollen…

Edgar Allen Poes Geschichten sind meist von einer großen Düsterheit geprägt, für seinen Detektiv Auguste Dupin hat er sich aber auch eher klassische Kriminalfälle einfallen lassen. Die Maritim-Serie „Edgar Allan Poe und Auguste Dupin“, in der die fiktive Figur und ihr Autor gemeinsam ermitteln, kombiniert nun beides, wie auch die zwölfte Episode „In den Katakomben lauert der Tod“ einmal mehr beweist. Denn der Schauplatz ist mit den Katakomben von Paris sehr atmosphärisch geraten, wozu man gerade zu Anfang noch einige gelungene Details erfährt. Aber schon kurze Zeit später erlebt der Hörer an dem unheimlichen Ort einen nicht minder unheimlichen Mord von einer Schauergestalt mit, was schnell ein gelungenes Highlight in der Episodenhandlung schafft. Die nachfolgenden Ermittlungen starten zwar etwas langsamer und fügen zunächst nur wenige neue Informationen hinzu, sind aber dennoch durchweg interessant aufbereitet. Im Laufe der Zeit kommen immer mehr unheimliche Momente auf, was immer mehr zunimmt und die beiden Figuren in eine sehr markante und gefährliche Situation bringt. Auch einen Ausblick auf die Gegenspieler von Auguste Dupin gibt es, in der die Rahmenhandlung der Serie vorangetrieben wird und die ebenfalls sehr stimmungsvoll geraten sind. Eine hörenswerte Episode, die mit vielen gelungenen Elementen spielt.

Douglas Welbat ist wieder als Erzähler der Handlung zu hören und gestaltet seine Texte sehr atmosphärisch und lebendig, sodass die Wirkung seiner Texte verstärkt wird und viel zusätzliche Stimmung mit einfließt. Milton Welsh ist als Vidocq zu hören und passt mit seiner dunklen Stimme seht gut in die Szenerie, er schafft einen sehr prägnanten Charakter und baut dabei gekonnte Facetten ein. Victoria Sturm, die einzige weibliche Sprecherin des Casts, ist als Yvonne sehr überzeugend und bringt die junge Frau mit viel Energie und einer überzeugenden Sprechweise sehr gekonnt herüber. Weitere Sprecher sind Timo Kinzel, Hans-Georg Panczak und Hans-Jürgen Dittberner.

Die unheimliche Stimmung des Hörspiels wird auch in der akustischen Gestaltung gekonnt umgesetzt, sodass eine dichte Atmosphäre entsteht. Die Musik ist herrlich dramatisch und tragend, aber nicht im Übermaß im Einsatz, sodass sie stets den gewünschten Effekt erreichen. Auch die Geräuschkulisse ist sehr gelungen und stimmig, wobei sich ruhige und markante Momente abwechseln und so die Dynamik der Handlung unterstreichen.

Als Titelmotiv werden zahlreiche Totenschädel gezeigt, wie sie auch in den unterirdischen Katakomben zu besichtigen sind. Das passt zwar durchaus zur Stimmung der Handlung, bringt aber beispielsweise die klaustrophobische Stimmung des Hörspiels kaum zur Geltung. Dennoch: Durch die düsteren Farben und die hübsche restliche Gestaltung ist ein ansehnliches Titelbild entstanden. Die restliche Aufmachung ist wie immer schlicht und zweckdienlich gestaltet.

Fazit: „In den Katakomben lauert der Tod“, und das direkt am Anfang der Episode, was sehr unheimlich und stimmungsvoll geraten ist. Auch wenn dieser Eindruck nicht durchgängig so intensiv geraten ist, werden viele sehr gelungene Elemente eingebaut. Toll, wie die unterirdische Stimmung gekonnt aufgegriffen wird, aber auch die Bösewichte der Serie wieder zu Wort kommen und markant eingebaut wurden.

VÖ: 16. April 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823610

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