Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 31. Die 13 Stufen



Der Zirkel der Sieben scheint seinen finalen Schlag vorzubereiten, weswegen Mycroft Holmes nicht nur Oscar Wilde, sondern auch Henry Wheeler nach Italien schickt. Dort sollen sie Informationen des Geistlichen Dominic de Rossi einholen und ein Geheimversteck des Zirkels finden und unschädlich machen. Doch schon die Ankunft in dem kleinen Küstenort am Rande des Ätna gerät turbulent, denn ihre Feinde scheinen auf alles vorbereitet…

Die Aufträge von Mycroft Holmes führen Oscar Wilde in der nach den beiden Figuren benannten Hörspielserie quer durch das vereinigte Königreich, doch auch auf dem europäischen Festland sind die Fälle des ungewöhnlichen Geheimagenten angesiedelt. Das ist in der 31. Episode der Reihe besonders gut gelungen, da der italienische Schauplatz der meisten Ereignisse für eine dichte Stimmung sorgt. Zudem könnte die Handlung kaum woanders stattfinden, denn in dieser Kulisse funktioniert der religiöse Wahn einiger Beteiligter besonders gut. Die düstere Stimmung, die kennzeichnend für die Serie ist, wird damit um noch einige sehr gelungene Facetten ergänzt und funktioniert so besonders gut. Das sorgt auch während des etwas langsamen Starts der Handlung schon zu einem gelungenen Eindruck, später kommen immer mehr bedrohliche Momente für die Beteiligten auf, auch der Handlungsstrang um den Zirkel der Sieben wird dabei noch weiter intensiviert, bis sich die Ereignisse zu überschlagen scheinen. Einige Szenenwechsel – auch zurück nach England zu Mycroft Holmes mit Querverweis zu anderen Serien um den Zirkel der Sieben – sorgen dabei für Abwechslung und eine dynamische Wirkung. Eine hörenswerte und intensive Episode der Serie.

Als Conte Tressilo ist Romanus Fuhrmann zu hören und sorgt mit einer intensiven Sprechweise und gekonnter Betonung für einen sehr ausdrucksstarken Charakter, der gerade mit dem rauen und düsteren Klang sehr überzeugend wirkt. Uwe Büschken spricht den Geistlichen Dominic de Rossi auf eine sehr bodenständige und glaubhafte Art, lässt aber auch einige markantere Facetten einfließen und lenkt dabei die Intensität der Handlung mit. Sina Zadra spricht seine Nichte Margarite sehr facettenreich und auf den Moment fokussiert, was in den emotionaleren Momenten auch überzeugend wirkt, während sie in ruhigeren Momenten etwas zu steif wirkt. Weitere Sprecher sind Sebastian Winkler, Peter Kirchberger und Florentine Draeger.

Die akustische Gestaltung zeichnet den Spannungsbogen der Handlung wieder gekonnt nach und zeichnet gleichzeitig passende Szenerien. So sind beispielsweise eher ruhige Dialoge ohne Musikuntermalung mit einem leichten Halleffekt versehen, um die Umgebung zu verdeutlichen. Aber auch die stimmungsvollen, mal düsteren, mal gediegenen Melodien mit orchestralem Klang und die vielen, stimmig eingefügten Geräusche sorgen für einen positiven Eindruck.

Seit dem Beginn der Serie sind die Titelbilder in der düsteren Farbstimmung mit braunen, erdigen Tönen und roten Elementen gestaltet, wobei dieses Mal die titelgebende Treppe italienisch anmutet und einen Schwung in dem spärlich beleuchteten Raum macht. Bei genauerem Hinsehen kann man zwar mehr als 13 Stufen erkennen, dennoch ist das Cover ansehnlich und passend geraten.

Fazit: Der Ortswechsel nach Italien sorgt in „Die 13 Stufen“ für eine gelungene und dichte Stimmung, die sehr gut auf die ausgewählten Themen zugeschnitten ist. Das bringt einige neue Facetten ein, aber auch die Handlung ist spannend und dynamisch gelungen. Der Kampf gegen den Zirkel der Sieben geht dabei in eine heiße Phase, was intensiv gelungen ist. Sehr hörenswert!

VÖ: 29. Januar 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785782361

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