Hui Buh – 32. Schlossgespenst gesucht



Die Planungen für das jährliche Frühlingsfest auf Schloss Burgeck lassen Sorgenfalten auf der Stirn von König Julius entstehen, weswegen er keine Zeit für Hui Buh hat – ebenso wie die anderen Schlossbewohner. Als er dann noch nicht einmal seine Ideen für die Feierlichkeiten einbringen kann, ist er sicher, dass er nicht mehr Willkommen ist. Und da auf Schloss Adalbert gerade ein neuer Geist gesucht ist, ist Hui Buh bald nicht mehr in Burgeck zu finden…

Hui Buh gehört einfach auf Schloss Burgeck, zumindest hat der Hörspielgeist auch in allen Episoden der Neuauflage seine Abenteuer in dem alten Gemäuer gestartet. Ein neues Zuhause ist nun aber Thema in der 32. Episode der Serie, wobei dieses ziemlich schnell in die Handlung eingebaut wird. Hui Buhs Ärger über die Zurückweisung der Schlossbewohner wird allerdings auch recht schnell abgehandelt, seine Entscheidung zum Wechsel des Schlosses ist nicht so stimmig geraten wie andere Einleitungen in der Serie. Und es gibt noch einen weiteren Schwachpunkt: Die Ereignisdichte ist für eine Geschichte von 80 Minuten leider zu locker geraten, sodass kein wirklicher Schwung aufkommen möchte. Die Spannung verliert sich deswegen etwas, zumal auch nur wenige wirklich prägnante Szenen aufkommen. Die markanten Charaktere kommen zwar gut zur Geltung und bringen ihren eigenen Charme mit ein, andere Ideen wirken wiederum eher aufgesetzt und wollen sich nicht so recht in das Gesamtkonzept einfügen – beispielsweise wenn Adalbert sehr ungeduldig wirkt, endlich ein neues Schlossgespenst zu finden, sich mit seinen Aufgaben aber viel Zeit lässt. Leider ist „Schlossgespenst gesucht“ nicht die spannendste oder aufregendste Episode der Reihe und ist etwas zu langsam erzählt, die gelungene Grundstimmung der Serie kommt aber ebenso wie die Charaktere gut herüber.

Die wundervolle Brigitte Grothum ist in der Rolle der Fürstin Matilda zu hören, die angenehme, leicht raue Stimme und der kraftvolle Ausdruck darin passen sehr gut zu der Rolle und setzen einige sehr gekonnte Akzente. Auch Simone Kabst hat mir als Geist Gundula sehr gut gefallen, ihre schnippische Art wird durch viel Energie unterstützt und steigert dabei den Ausdruck der Handlung. Auch Gerrit Schmidt-Foß zeigt eine weitere Facette seines Könnens, Egidus von Schlotterstein kommt mit seiner hochnäsigen Art sehr gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Carsten Wilhelm, Jörg Döring und Andreas Fröhlich, wie immer als Erzähler.

Das Team von Stil um Simon Berteling und Christian Hagitte hat auch dieser Episode eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre geschaffen und setzt dabei auf mysteriöse, leicht unheimliche, aber auch einige fröhliche Melodien. Die Geräuschkulisse ist vielseitig und lebendig, sodass jede Szene sehr lebendig wirkt und ein wenig mittelalterlichen Charme mit einfließen lässt. Das ist alles sehr gut aufeinander abgestimmt und wirkt sehr eingängig.

Ein durchscheinender Vogel, der von Hui Buh eine Schriftrolle entgegennimmt, während über Schloss Burgeck die Sonne an einem tieforange gefärbten Himmel untergeht – die abendliche Stimmung kommt auf dem Titelbild ebenso wie die mysteriösen Elemente gut zur Geltung, wobei die moderne CGI-Optik sauber ausgeführt wurde, aber immer noch eher Geschmackssache ist. Das Innere ist ebenfalls ansehnlich gestaltet und listet die Mitwirkenden an der Produktion übersichtlich auf.

Fazit: „Schlossgespenst gesucht“ ist mit seinen 80 Minuten recht lang geraten – und das merkt man ihr auch an. Die Ereignisse sind insgesamt nicht so aufregend wie sonst, der Druck auf die Charaktere steigert sich erst am Ende, wirklicher Grusel kommt auch nicht auf. Klar, die Stimmung ist wie immer fröhlich und mysteriös, die Charaktere haben interessante Züge, wirklich umgehauen hat mich das aber leider nicht.

VÖ: 19. Februar 2021
Label: Europa
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