Teufelskicker – 86. Blau-Gelb in Bayern



Die Teufelskicker werden ebenso wie die Revierkontrahenten des VfB nach München eingeladen, um an einem Jugendturnier teilzunehmen. Die Freude ist groß, doch als ein geheimnisvoller Mann im Hotel von Eddies Eltern eincheckt und die Teufelskicker bei einem Telefonat belauschen, dass er die beiden Mannschaften der Stadt ausspionieren will, haben sie einen Verdacht: Will er etwa deren Taktiken und Spielstärken ausspionieren, um der eigenen Mannschaft einen Vorteil im Turnier zu verschaffen?

Dass sich nach 86. Episoden einer Hörspielserie gewisse Gewohnheiten einschleichen und nicht immer neue Überraschungen gefunden werden können, liegt in der Natur der Sache. Bei den „Teufelskickern“ von Europa wird es in meinen Augen in letzter Zeit allerdings etwas übertrieben, sodass der Ablauf immer wieder ähnlich zu sein scheint. So gibt es auch in der 86. Episode zunächst eine moralische Komponente, die von den Spielern des Teams bewertet wird – dieses Mal geht es um beleidigende Sprüche aufgrund von Herkunft oder Aussehen. Immerhin ein wichtiges Thema, was authentisch rübergebracht wird und auch später noch häufiger aufgegriffen wird. Danach folgt hier die Einführung des eigentlichen Themas mit dem Fußballturnier und dem geheimnisvollen Beobachter und einem ersten Fußballspiel. Hier greifen (nicht nur) die Teufelskicker zu einigen unfairen Methoden, die aber gehörig nach hinten losgehen und im Laufe der Episode wieder ausgebügelt werden müssen. Die Erzählweise ist recht flüssig und führt die Handlung auf den verschiedenen thematischen Ebenen kurzweilig fort. Thematisch werden dabei durchaus einige interessante Aspekte eingebaut, insbesondere auch dass auch die Teufelskicker nicht immer ganz moralisch sauber arbeiten und sich Fehler erlauben, doch der Ablauf ist dennoch recht schematisch und wenig abwechslungsreich.

Johannes Semm spricht die Rolle des Eddie spontan wirkenden und authentisch, sodass er gut zum restlichen Team passt und sich nahtlos einfügt, aber dennoch einen eigenständigen Charakter darstellt. Alexander Merbeth bringt die hochnäsige und äußerst unsympathische Figur des Jerome ebenfalls überzeugend herüber und setzt seine Szenen mit viel Energie um. Die selbstsichere Co-Trainerin Rebekka wird wie immer von Laura Maria Ketzer gesprochen, die hier auch ihre zerknirschte und selbstkritische Seite zeigen kann. Weitere Sprecher sind Anton Sprick, Daniel Kirchberger und Flemming Stein.

Die akustische Gestaltung ist auch während der Dialoge mit passenden Hintergrundgeräuschen unterlegt, sodass verschiedene passende Stimmungen geschaffen werden – vor allem natürlich während der Fußballszenen. Die Musik ist bereits aus den vorigen Episoden bekannt, auch hier ist eine deutliche Routine herauszuhören, wobei die Melodien dennoch gut zur Atmosphäre der Serie passt.

Die jubelnde Eddie ist gemeinsam mit Catrina auf dem Fußballplatz zu sehen, wobei bayrische Flaggen und ein Fußball ebenfalls in den blau-weißen Landesfarben als Verzierung zu sehen sind. Ein schlichtes, aber passendes Cover, das ohne die Flaggen aber auch zu fast jeder anderen Geschichte passen würde. Der Zeichenstil ist aber immer noch ansprechend und durch den dynamischen Schriftzug und den Rahmen mit den grünen Strahlen gelungen ergänzt.

Fazit: Auch wenn die Themen in „Blau-Gelb in Bayern“ gut gewählt sind, der Fußball mal wieder im Vordergrund steht und das Ansprechen von Rassismus gelungen ist, wirkt die Folge leider etwas generisch. Der Verlauf ähnelt sehr vielen früheren Episoden, zumal der Hörer viele Abläufe vorausahnen kann. Insgesamt eine solide Folge der Serie.

VÖ: 12. November 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 194397502121

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