Edgar Wallace löst den Fall – 9. Das leere Grab



Eigentlich wollten Professor Lawrence und sein Team in einer Ausgrabungsstätte Gräber alter Kelten ausfindig machen, aber ein Knochenfund macht sie stutzig – die Leiche ist eindeutig bei weitem nicht so alt. Sofort wird Scotland Yard zu Hilfe gerufen, die schnell einen Zusammenhang zu einem leer gefundenen Grab der ermordeten Maude Higgins herstellen können. Chiefinspektor Mander wird mit den Ermittlungen beauftragt, muss aber erneut auf die Hilfe von Edgar Wallace zurückgreifen…

Die neuen Episoden von „Edgar Wallace löst den Fall“ tragen noch mehr die Handschrift des Husumer Labels WinterZeit, da eben nicht nur bereits bestehende Geschichten vertont wird, sondern diese nach Ideen von Markus Winter gemeinsam mit Markus Duschek geschrieben werden. Und so geht es auch in „Das leere Grab“ nicht nur mit Mander als Hauptermittler und der gelegentlichen Hilfe von Edgar Wallace weiter, sondern auch mit einem ganz besonderen Humor, der in gelungener Dosierung in die Handlung eingebunden ist. Doch auch der Fall an sich ist interessant, schon die Idee der an einem anderen Platz vergrabenen Knochen sorgt für einen gelungenen Einstieg, der mit vielen weiteren Details gekonnt ausgeschmückt wurde. In vielen Ermittlungen und Befragungen, die im Mittelteil schnell aneinander geschnitten sind, aber auch durch erklärende Texte des Erzählers, der wesentliche Informationen beisteuert, kommt man langsam einem immer kompletteren Bild näher. Das ist abwechslungsreich und spannend geraten, zumal neben den aktuellen Ereignissen auch immer noch der Mord an Maude Higgins vor acht Jahren aufgeklärt werden muss. Die klare Strukturierung, die geheimnisvolle Stimmung und einige markante Figuren sorgen für einen flüssigen Verlauf, der allerdings eine etwas ruhige Wirkung hat – wirkliche Aufregung kommt erst gegen Ende auf. Doch „Das leere Grab“ ist wieder ein starker Teil der Reihe und mit dem interessanten Ausgangspunkt von Anfang an sehr hörenswert.

Torsten Sense ist in dieser Episode in der Rolle des Professor Lawrence zu hören und verleiht seiner ausdrucksstarken Stimme noch einmal eine andere Note, um der hochtrabenden und leicht exzentrischen Figur eine markante Ausstrahlung zu verleihen und sehr eigenständige Facette in die Handlung mit einbringt. Omid-Paul Eftekhari spricht Lord Centerbury ebenfalls sehr markant und überzeugt nicht nur mit einer gelungenen Betonung, er unterstreicht auch gekonnt die Wirkung seiner Szenen. Uwe Büschken hat mir als Edgar Wallace auch hier wieder gut gefallen, er schafft eine ebenso zugängliche wie scharfsinnige Figur, was gut zu der Vorstellung des bekannten Autors passt. Weitere Sprecher sind Martin Kuupa, Florian Clyde und Vera Teltz.

Bei der akustischen Gestaltung des Hörspiels wurde auf eine ausgewogene Kombination aus vielen Geräuschen und stimmiger Musik gesetzt, sodass eine lebendige und passende Atmosphäre entsteht. Dabei sind nicht nur während der Szenenwechsel, sondern auch während einiger besonders spannender Dialoge düstere Melodien eingesetzt, die für viel zusätzliche Stimmung sorgen. Gelungen ist auch die kurze Klangfolge, um die einzelnen Befragungen akustisch voneinander zu trennen.

Die Idee des leeren Grabes wurde mit einem Totenschädel auf dem Cover aufgegriffen, was in den typischen dunklen Rottönen gehalten wurde und den vielen gelben Elementen der Gestaltung ergänzt wurde. Im Inneren des beiliegenden Booklets erzählt Markus Winter von dem neuen Konzept, welches er für die Serie entwickelt hat, wobei natürlich auch die Mitwirkenden an dieser Produktion aufgeführt werden.

Fazit: Knochen, die Jahre nach der Beerdigung aus dem Grab gestohlen und in eine Ausgrabungsstätte versetzt wurden – nicht nur die aktuellen Ereignisse, sondern auch ein unaufgeklärter Mord aus der Vergangenheit sorgen hier für Spannung. Mit einer düsteren Stimmung, aber auch markanten Figuren versehen, ist dabei eine hörenswerte Episode der noch recht jungen Serie entstanden.

VÖ: 29. Januar 2021
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661320

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