Midnight Tales – 38. The Big Dark



Willa und John sind als Polizisten ein eingespieltes Team und konnten sich – im Gegensatz zu vielen anderen Menschen –gut an die neue Welt nach dem „Big Dark“ anpassen. Doch als sie einen verbrannten, zerschlagenen Leichnam finden und den Fall untersuchen, geraten auch die beiden erfahrenen Ermittler an ihre Grenzen…

Auch die 38. Episode der Mystery-Hörspielreihe „The Big Dark“ nutzt die Kürze der einzelnen Episoden gelungen aus, um eine sehr verdichtete Szenerie zu erschaffen und den Hörer schnell in eine neue Situation zu werfen. So bekommt man anfangs nur wenige Anhaltspunkte, was es mit dem geheimnisvollen „The Big Dark“ auf sich hat, welches immer wieder erwähnt wird und die Welt, wie wir sie kennen, deutlich verändert hat. Die dystopische Grundstimmung sorgt dabei für einen interessanten Grundklang der Episode, und während Willa und John bei ihren Ermittlungen in einem Mordfall immer weitere Hinweise sammeln und so langsam den Hintergründen auf die Spur kommen, kommt man eben auch langsam dem großen Ganzen mit dem mysteriösen Hintergrund auf die Spur. Diese Kombination aus klassischem Krimi und Mystery-Elementen ist gelungen, zumal auch die Charaktere gut zur Geltung kommen und der Handlung ihren eigenen Stempel aufdrücken. Die Einschübe, in denen Willa von der neuen Welt erzählt, sind rar gestreut, aber intensiv umgesetzt, und natürlich gibt es am Ende wieder einen überraschenden Dreh, der die bisherigen Ereignisse in ein anderes Licht stellt. Eine sehr solide Episode mit kreativem Ansatz.

Rieke Werner ist in der Hauptrolle der Willa zu hören und sorgt mit ihrem toughen und durchsetzungsstarken Auftreten für eine markante Ausstrahlung, bringt aber auch die Mystery-Aspekte der Episode gekonnt zur Geltung und legt einen geheimnisvollen Unterton in die Erzähltexte. Patrick Roche ist als John zu hören und steht ihr gekonnt zur Seite, klingt bodenständig und sympathisch, zeichnet aber auch den Spannungsbogen der Episode mit den besonders spannenden Szenen gekonnt nach. Als Sergeant Hawkins ist der wunderbare Tommi Piper zu hören, dessen unverkennbare Stimme auch hier für einen sehr gelungenen Einschlag sorgt. Weitere Sprecher sind Matthias Keller, Heiko Obermöller und Tim Knauer.

Die Umsetzung der Handlung ist solide und konsequent umgesetzt, wobei in den meisten Szenen passende, dräuende Melodien im Hintergrund zu hören sind und dabei die mysteriöse Grundstimmung der Episode aufgreifen. Auch die Geräuschkulisse ist stimmig umgesetzt, manchmal vielleicht etwas zu plakativ, aber insgesamt passend angelegt.

Wie immer ist auch zu dieser Episode ein eigenständiges Titelbild geschaffen worden, und wie immer ist dies in einer speziellen, abstrahierten Optik geschehen. Dabei ist nicht nur die mystische Erscheinung der Episode zu sehen, sondern auch der Schatten zweier Menschen, die durch eine Tür auf den Boden geworden werden.

Fazit: Die zunächst geheimnisvolle Grundstimmung klärt sich nur langsam auf und punktet mit einer nur langsamen Aufklärung, worum es sich bei „The Big Dark“ überhaupt handelt. Das erlaubt einige interessante Perspektivwechsel und wird mit einem Kriminalfall kombiniert, was mit seinen kreativen Ansätzen für eine gelungene Entwicklung sorgt.

VÖ: 19. März 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621358

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