Dracula und der Zirkel der Sieben – 4. Hinter den Schatten



Jonathan Harker und seine Begleiter um van Helsing sind dicht auf der Spur von Dracula und Mina Harker, in den Karpaten verpassen sie die beiden nur um wenige Minuten. Mit einem Schlitten wollen sie die Verfolgung aufnehmen, um sie auf Draculas altem Schloss einzuholen. Dort ist Mina weiterhin auf der Suche nach ihrem verschollenen Sohn, doch stattdessen hate sie in dem Gemäuer auf eine unerwartete Begegnung…

„Der Zirkel der Sieben“ hat mit der Serie um „Dracula“ einen neuen Ableger bekommen, der mit „Hinter den Schatten“ seine vierte Episode bekommen hat. Und wie beispielsweise auch „Die Abenteuer des Phileas Fogg“, die ebenfalls im gleichen Serienuniversum spielt, schließt sich auch hier nach vier Folgen ein Handlungsstrang ab. Minas Reise mit Dracula in die Karpaten und die Verfolgung durch seine Gegner finden hier ein markant erzähltes Ende, das sich einige gelungene Kniffe und Wendungen einfallen lässt, um eine abwechslungsreiche Handlung zu erschaffen. Dabei gefällt mir sehr gut, dass die Beziehung zwischen Dracula und Mina weiter beleuchtet wird, sich weiterentwickelt und beide Figuren eine merkliche Änderung durchmachen – interessant vor allem für den jahrhundertealten Blutsauger, der einige neue Ansichten bekommt. Spannung, Abenteuer und Mystery-Elemente wechseln sich dabei gekonnt ab und steuern dabei merklich auf ein spannendes Finale zu. Dieses ist dann tatsächlich imposant in Szene gesetzt, auch wenn einige Momente vielleicht etwas zu pathetisch geraten sind – laute Ausrufe mit Todesdrohungen mitten in einem Kampf wirken leider etwas zu gewollt. Doch die Auflösung des großen Kampfes ist trickreich gelöst und betont erneut das komplexe Beziehungsgeflecht, welches sich zuvor aufgebaut hat. Das hat mir mit den zahlreichen Wendungen und unerwarteten Überraschungen sehr gut gefallen, sodass dieser Abschnitt der Reihe gelungen beendet wird, insbesondere weil ganz am Ende noch einige sehr emotionale Momente folgen.

Die Sprecherauswahl der Serie ist überzeugend, wobei natürlich auch Torsten Michaelis wieder in der Rolle der Titelfigur des Draculas sehr gekonnt agiert. Er verleiht seiner Stimme einen rauen, immer etwas knurrend wirkenden Tonfall, der der Figur jede Menge Mystik verleiht, die er aber auch mit weiteren Facetten zu verzieren versteht. Als Fausto Cosca ist Werner Wilkening zu hören, der sich mit viel Energie in die Handlung einbringt und seiner Figur eine gelungene Aura verleiht, was für einige markante Szenen sorgt. Auch Douglas Welbat hat mir als Professor van Helsing sehr gut gefallen, seine eingängige Sprechweise mit dem glaubhaften Ausdruck passt sehr gut in die Szenerie der Episode. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Martin Sabel und Thomas Nero Wolff.

Die Dynamik der Szenen mit den Wechseln aus ruhigen und aufregenden Momenten wird auch in der akustischen Umsetzung von „Hinter den Schatten“ aufgegriffen. Während in einigen Szenen fast ausschließlich die Stimmen der Protagonisten zu hören sind, sind andere Momente mit vielen Geräuschen, insbesondere aber mit markanter Musik unterlegt. Das ist gut zusammengestellt und unterstreich die Szenerie der Episode auf gekonnte Weise.

Dracula ist in beängstigender Weise auf dem Titelbild abgebildet, mit blutverschmiertem Mund, weißer Haut und wallendem Umhang richtet er sich vor dem Hintergrund eines Kirchenfensters ebenso majestätisch wie bedrohlich auf, während im einer seiner Gegenspieler ein Kreuz entgegenhält. Eine gelungene Kombination aus klassischer Darstellung und modernen Ansätzen, die mit dem markanten Schriftzug ansprechend ergänzt wird.

Fazit: Der erste Abschnitt von „Dracula und der Zirkel der Sieben“ wird hier sehr gekonnt abgeschlossen – eben weil es nicht nur ein spannendes Actionspektakel geworden ist, auch wenn einige Szenen sehr packend geraten sind. Es wird auch Wert auf zwischenmenschliche Töne und Charakterentwicklung gelegt, was neue interessante Aspekte einbringt. Und wieder ist der Blick aus der Perspektive eines skrupellosen Bösewichts reizvoll geraten, was hier noch einmal gekonnt unterstrichen wird.

VÖ: 30. April 2021
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