Schlau wie 4 – 20. Indigene Völker Amerikas – Eine Reise zu den Wampanoag



Es ist Fasching, auch in der Schule von Samir, Tobi, Lisa und Pia wird natürlich gefeiert und alle kommen in bunten Kostümen. Darauf wird auch Lucy, eine US-amerikanische Austauschschülerin aufmerksam. Doch die Kostüme der beiden Mädchen kommen bei ihr nicht sonderlich gut an, denn sie stammt von den amerikanischen Ureinwohnern an und versteht nicht, warum in ihre Verkleidung so viele Klischees eigeflossen sind. Den schlauen Vier ist das bald ganz schön peinlich, sodass sie mehr über die Native Americans lernen wollen…

Dass „Schlau wie 4“ auf Wissensvermittlung setzt und dabei auf spielerische Weise Kindern und Jugendlichen eine Art Crashkurs in verschiedene Themen geben, ist bereits seit Beginn der Serie so. In der 20. Episode wird dies um eine weitere Komponente erweitert, wird doch ordentlich mit Vorurteilen aufgeräumt und ein großes Stück soziale Bildung eingebunden. Es wird erklärt, warum die Ureinwohner der USA nicht als „Indianer“ bezeichnet werden wollen, welche kulturelle Vielfalt es gibt, wie die Stämme heute noch im modernen Amerika weiter existieren und ihre Kultur weiter aufrechterhalten – und das noch, bevor die schlauen Vier ihre Reise mit dem Navinauten antreten und die Wampanoag persönlich besuchen. Das ist natürlich wieder das Herzstück der Episode und zum Glück recht ausführlich geraten, wobei hier eine sehr angenehme und lebendige Atmosphäre geboten wird. Schön ist, dass auch hier nicht mit dem erhobenen Zeigefinger belehrt wird, sondern aus der Sicht der Menschen selbst erzählt wird. Die Handlung, die dabei erzählt wird, ist nicht sonderlich umfassend, bietet aber einige aufregende Momente, zumal die aufgeweckte Stimmung der Serie wieder gekonnt eingebunden wird. Eine sehr gelungene Episode der Serie, die Wissen, Unterhaltung und eben auch eine große Portion Achtsamkeit der Vergangenheit gegenüber vermittelt.

Auch wenn nicht alle jungen Stimmen einen glaubhaften Eindruck hinterlassen, ist dennoch ein überzeugender Cast entstanden, unter anderem mit Linda Fölster, Maria Wardzinska und Daniel Kirchberger. Lucy, die als Austauschschülerin in den ersten Szenen vom aktuellen Leben der Native Americans berichtet, wird von Selina Böttcher sympathisch und offen gesprochen, wobei sie einen überzeugenden Akzent hinbekommt und einen lockeren Eindruck hinterlässt. Achim Schülke ist als PowWow zu hören und bringt dabei seine markante Stimme gut zur Geltung. Er verleiht dem hellsichtigen Wampanoag eine markante Aura und sorgt für einen intensiven Eindruck seiner Szenen. Auch Thomas Karallus ist als Massasoit gut ausgewählt und passt sich gut der Szenerie der Episode an.

Während zu Beginn eine witzige Western-Atmosphäre entstanden ist und auch ansonsten einige passende Musikstücke eingebaut sind, sind es insbesondere die Geräusche, die für eine stimmige Szenerie sorgen. Besonders die Szenen bei den Wampanoag sind dabei lebendig inszeniert, sei es mit den Geräuschen der wilden Natur oder den Gesängen des Stammes.

Einen ersten Eindruck von den Wampanoag bekommt man auf dem Titelbild, bei dem neben den schlauen Vier in der traditionellen Kleidung der englischen Siedler auch der Häuptling des Stammes nebst seiner Tochter zu sehen sind. Bei der restlichen Gestaltung gibt es wieder zahlreiche Boxen mit zusätzlichen Informationen zu den indigenen Völkern, was mit Zeichnungen, Fotos und Landkarten ansehnlich in Szene gesetzt wurde.

Fazit: Das Thema ist wieder gekonnt ausgewählt und bringt nicht nur viel Wissenswertes mit ein, sondern sensibilisiert auch bei dem wichtigen Thema, wie mit den verschiedenen Stämmen der amerikanischen Ureinwohnern umgegangen werden sollte. Schön, dass dabei nicht nur spannende Szenen aus der Vergangenheit eingebaut sind, sondern auch vom heutigen Leben berichtet wird – wie immer mit dem sympathischen Viererteam und lockerer Atmosphäre.

VÖ: 20. November 2021
Label: Europa
Bestellnummer: 194397975222

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