Dracula und der Zirkel der Sieben – 3. Todesangst



Eigentlich will Mina Harker nichts mehr auf der Welt, als Dracula endlich tot zu sehen. Doch um ihren verschollenen Sohn zu finden, den sie bereits für immer verloren geglaubt hat, muss sie mit ihm zusammenarbeiten, auch wenn sie ihre Waffen immer bereithält, um ihn zu vernichten. Im Hauptquartier des Zirkels der Sieben erfährt sie von Robur über die Ziele des Geheimbundes und bekommt einige Einblicke in seine Tätigkeiten. Doch bevor sie diese nutzen kann, brechen die beiden gemeinsam mit einem Nachtzug nach Bukarest auf…

„Todesangst“ ist zwar erst die dritte Episode der Maritim-Serie „Dracula und der Zirkel der Sieben“, der den bekannten Roman von Bram Stoker in einen anderen Kontext versetzt, die Figuren ganz anders anordnet und gleichzeitig mit dem Serienzyklus um die Verbrecherorganisation im Titel verbindet. Und in dieser Zeit ist schon ziemlich viel passiert, auch die dritte Episode bietet wieder einen ganz anderen Ansatz als zuvor. Mir gefällt, dass die Handlung wieder einen anderen Ansatz bietet und zweigeteilt ist: Einerseits werden Mina Harker und Dracula auf ihrer Reise begleitet, die unerwünschte Bekanntschaft machen und einen ungewöhnlichen Auftrag erfüllen sollen, bei der man aber auch mehr über die mysteriöse Titelfigur erfährt und weitere Einblicke in sein Wesen bekommt. Hier liegt der Schwerpunkt, hier gibt es einige spannende Entwicklungen, doch auch die Szenen um van Helsing, Bram Stoker und die Gegner von Dracula bekommen neue Aspekte verliehen. Dadurch entwickelt sich eine interessante Dynamik, die nicht nur weitere interessante Details um den Zirkel der Sieben entwickelt, sondern auch einige unheimliche Momente bietet. „Todesangst“ hat mich mit der interessanten Erzählperspektive und weiteren Geheimnissen und Entwicklungen um die markanten Figuren überzeugt, besonders der Blick auf Graf Dracula wird noch einmal aus einer anderen Perspektive beleuchtet.

In der Rolle des Bram Stoker ist Hans-Georg Panczak zu hören, der seiner Figur eine markante Ausdrucksweise verleiht, aber auch sehr bodenständig wirkt und den vielen Mystery-Aspekten der Reihe einen gelungenen Contrapunkt entgegensetzt. Victoria Sturm ist als Mina Harker ebenfalls wieder sehr überzeugend, ihre kraftvolle Stimme nimmt ganz unterschiedliche Färbungen an und punktet mit ihrer sehr präzisen und vielseitigen Betonung. Auch Maria Koschny hat mir sehr gut gefallen, als Susanna passt sie ihre dunkle Stimme gekonnt an die Szenerie an und verleiht ihr mehr Nachdruck. Weitere Sprecher sind Dagmar Dreke, Jens Wendland und Susanne Meikl.

Akustisch ist die Episode sehr vielfältig umgesetzt: Es gibt ruhige Dialoge, in denen nur wenige Elemente im Hintergrund eingesetzt wurden, aber auch mystische Momente mit leisen Melodien im Hintergrund oder markante Szenen, die mit vielen Effekten unterlegt sind. Das passt gut zusammen und sorgt immer für einen lebendigen Eindruck der Handlung und deren Dynamik, hält dies aber nicht immer konsequent durch und hätte stellenweise etwas prägnanter inszeniert sein können.

Das Titelbild der Episode ist mit seiner bräunlich-roten Einfärbung und dem ausladenden Schriftzug natürlich wieder im Stil der bisherigen Serie gehalten, zeigt mit der Zeremonie eines Exorzismus und dem gelungenen Spiel zwischen Licht und Schatten allerdings einen ganz anderen Aspekt des Vampirismus als die vorherigen Cover. Schön, dass hier trotz der digitalen Veröffentlichung weiter so gelungene Titelbilder erstellt werden.

Fazit: Die Düsternis der vorigen Folgen wird gekonnt fortgeführt, aber auch um andere Aspekte ergänzt. So wird die Jagd auf Dracula ebenso thematisiert wie weitere Geheimnisse um den Zirkel der Sieben, wobei ein anderer Blick auf die Hauptfigur gewagt wird. Die interessante neue Zusammenstellung der Charaktere funktioniert dabei sehr gut, ebenso wie die Dynamik, die sich aus der Zweiteilung der Handlung ergibt. Sehr hörenswert!

VÖ: 5. März 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 4260507163417

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