Irene Adler – 9. Tunguska



Nachdem Theodora Sachs bei dem Grafen Dracula in Ungnade gefallen ist, ist sie umso gewillter, ihre Fähigkeiten zu beweisen. Und so nimmt die den Auftrag von Robur sofort an, um eine Mission in Sibirien zu erfüllen und ein seltenes Metall zu besorgen, das mit einem bislang unentdeckten Meteoriten dort einschlagen wird. Auch Irene Adler wird von Mycroft Holmes in die unwirtliche Gegend geschickt, ahnt jedoch nicht, dass der Zirkel der Sieben ihnen einen Schritt voraus ist…

Auch wenn „Irene Adler“, eine Serie aus dem Universum des „Zirkel der Sieben“, einen roten Faden besitzt, der sich durch die verschiedenen Episoden zieht, hat jede Folge einen eigenen Schwerpunkt mit einer individuellen Thematik. Und so kann man auch die neunte Episode „Tunguska“ eigenständig hören, die Einleitung um Theodora Sachs und Dracula spielt aber kurz auf die vorigen Ereignisse an. Der Einstieg gefällt mir gerade deswegen gut und bringt gleich eine aufregende Stimmung mit sich, die düstere Verbrechensorganisation wird dabei noch weiter beleuchtet. Doch auch der kurz thematisierte Aufbruch von Irene Adler und ihre Ankunft in Sibirien sind schnell und kurzweilig erzählt, sodass auch anfangs kein Leerlauf entsteht. Die Handlung entwickelt sich auch danach zügig, aber nicht überhastet weiter und bietet einige Wendungen und Überraschungen. Die Idee mit dem Meteoriten bringt eine mystische Aura und eine bedrohliche Szenerie mit, die eingebauten Kämpfe bringen Dynamik und aufregende Momente mit ein. Das ist alles gut zusammengestellt und setzt den positiven Eindruck der Serie fort, zumal auch das Finale wieder aufregend erzählt wurde und Lust auf die kommenden Entwicklungen der Figuren macht.

Die sehr gute Leistung von Yvonne Greitzke als Irene Adler möchte ich hier noch einmal hervorheben, da sie erneut eine sehr lebendige, ausdrucksstarke Sprechweise anbietet und den scharfzüngigen Witz der Agentin sehr gekonnt aufgreift. Matti Klemm ist in der Rolle des Mister Killjoy zu hören und punktet mit facettenreichen Auftritten und eingängiger Betonung, sodass eine markante Figur entsteht, die in ihren Szenen hervorsticht. Kim Kasper spricht die Rolle des Iordanow, auch er passt sich gut an die verschiedenen Szenerien an und gestaltet diese lebendig. Weitere Sprecher sind Tammo Kaulbarsch, Werner Wilkening und Janis Zaurins.

Akustisch wird die jeweilige Szenerie gekonnt unterstrichen, sodass die ruhigen Gespräche ebenso überzeugend umgesetzt werden wie aufregende Actionszenen oder dramatische, entscheidende Momente, aber auch der Witz der Figuren wird unterstrichen. Dabei sind viele Geräusche im Einsatz, aber auch zahlreiche Melodien sorgen für eine passende Stimmung – mal locker und heiter, mal aufregend und opulent, was die Dynamik der Episode nachzeichnet.

Ein riesiger Krater ist auf dem Cover in der typisch grünlichen Einfärbung der Serie auf dem Titelbild abgebildet, spielt dabei aber auch mit Rot- und Brauntönen und einem (mittlerweile fast ebenso typischen) unruhigen Himmel, was ein ansehnliches Covermotiv ergibt. Auf der Rückseite kann man bereits einen Blick auf die teilnehmenden Sprecher erhaschen, während im Inneren keine zusätzlichen Informationen vorhanden sind.

Fazit: „Tunguska“ bietet mit der sibirischen Szenerie eine eigenständige Stimmung, die Handlung ist kurzweilig und spannend. Verziert wird wie immer mit treffendem Humor und markanten Figuren, die wieder gut zur Geltung kommen. Schön auch, dass der Fokus natürlich auf den Abenteuern von Irene Adler liegt, ihre Gegenspieler aber ebenso ihren festen Platz in der Handlung haben und für einige gelungene Szenen sorgen.

VÖ: 23. April 2021
Label: Maritim
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