Geister-Schocker – 92. Der Dämon der Meere



Bei einem Überfall einer wilden Piratenmannschaft auf ein Kloster an der spanischen Küste sterben die Nonnen einen grausamen Tod, begehen aus Verzweiflung Selbstmord oder werden von der Horde verschleppt. Doch die Äbtissin schleudert den Piraten einen schrecklichen Fluch entgegen, der auch 200 Jahre später noch seine Wirkung zu entfaltet. Das bekommt auch der französische Schatzsucher Denis Sauron zu spüren, der in einer abgelegenen Höhle nach neuer Beute forscht…

Aufmerksamen Hörern (und Sammlern) könnte die 92. Episode von „Geister-Schocker“ bekannt vorkommen: „Der Dämon der Meere“ wurde bereits als Beigabe zu den Comics veröffentlicht und nun auch in die reguläre Serie mit aufgenommen. Nach der kurzen Introszene um den oben beschriebenen Überfall auf das Nonnenklostr schwenkt die Handlung schnell auf die aktuellen Ereignisse um, der Hintergrund wird also eher angedeutet denn wirklich ausgeführt – für meinen Geschmack ist das ein wenig zu kurz gekommen und baut nur wenig Stimmung auf. Glücklicherweise kommt die Handlung um Denis Sauron schnell auf den Punkt und bringt unheimliche Elemente mit ein, die sich im Laufe der 66 Minuten Laufzeit immer weiterentwickeln und kurzweilig erzählt werden. Doch auch wenn immer neue Ereignisse eingebunden sind, will nicht so recht Stimmung aufkommen. Alles wirkt ein wenig plakativ und vorhersehbar, viele Abläufe lassen sich schon vorausahnen, wenn man bereits einige ähnlich gelagerte Produktionen gehört hat. Auch mich macht das alles einen soliden Eindruck, da durchaus kurzweilig erzählt wird, aber leider auch recht standardmäßig. Ein wenig mehr Raffinesse konnte man von der Serie dank vieler überzeugender Episoden schließlich schon gewohnt sein.

Marius Claren ist in der Hauptrolle des Denis Sauron zu hören und bietet eine lebendige und spontan wirkende Sprechweise an, die er gekonnt an die verschiedenen Szenen anpasst und die Steigerung von Spannung und Dramatik überzeugend aufgreift. Bodo Wolf spricht den Geistlichen Pablo Gomez mit einer markanten Aura und schafft eine mysteriöse Stimmung, seine leicht pathetische Art passt gut in die Szenerie und sorgt für mehr Dramatik. Als Erzähler wurde Gerald Paradies ausgewählt, der seiner Stimme einen düsteren Klang verleiht und mit dem Tempo gekonnt spielt, um seinen Texten mehr Dynamik zu verleihen. Weitere Sprecher sind Uve Teschner, Andre Beyer und Helmut Krauss.

Die akustische Umsetzung der Episode ist sehr umfangreich, wobei durch passende Geräusche und viele Melodien eine durchgängig vorhandene Stimmung aufkommt. Manche Szenen wirken dabei sehr stimmig und unheimlich – vor allem die leiseren Momente gefallen mir dabei sehr gut. Anderes wurde leider eher etwas überladen oder zu plakativ umgesetzt, was dann zwar an Hörspiele aus den 80er Jahren erinnert, aber nicht durchgängig den Anspruch an eine moderne Produktion erfüllen kann.

Das Titelbild greift die Szenerie um die untoten Piraten gekonnt auf, indem es ein Skelett in typischer Kleidung in den Mittelpunkt stellt, aber auch die Grabsteine, der erschrockene Mann und das grünlich beleuchtete Schiff im Hintergrund sorgen für eine passende Stimmung, wenn der Zeichenstil auch eher nostalgisch als wirklich unheimlich wirkt. Neben den üblichen Angaben und einem Blick auf die kommenden Episoden gibt es auch Fotos einiger Sprecher im kleinen Booklet.

Fazit: Die Handlung ist kurzweilig erzählt und punktet mit einer temporeichen Entwicklung und einigen markanten Momenten. Wirklich unheimlich wird es aber leider nicht, dazu ist die Handlung zu plakativ und oberflächlich geraten. Dennoch schön, dass das Hörspiel nun aber auch in der regulären Serie und damit deutlich einfacher erhältlich ist.

VÖ: 26. März 2021
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864737206

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