Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 48. Der Keim des Bösen



Ein alter Freund von Dr. Watson bittet ihn und Sherlock Holmes um Hilfe, da an der nordenglischen Küste scheinbar der Keim des Bösen ausgesät wurde. Nach einer ungemütlichen Kutschfahrt kommen die beiden Londoner an dem unheimlichen Stretford-Internat direkt an den Klippen an, welches wegen der Weihnachtsfeiertage größtenteils unbewohnt ist. Doch die verbliebenen Lehrer und Angestellten versuchen, die Hintergründe eines verschollenen Manuskripts von William Shakespeare zu ergründen, die in dem alten Gemäuer aufgetaucht ist…

„Die neuen Fälle“, die extra für die Serie von Romantruhe Audio über den wohl bekanntesten Detektiv aller Zeiten geschrieben werden – „Sherlock Holmes“ – bauen zwar immer wieder auch neue Elemente ein, muten insgesamt aber dennoch recht klassisch an. So auch die 48. Episode der Reihe, die mit einem englischen Internat einen ebenso markanten wie klischeehaften Schauplatz hat. Wenn dann auch noch in der winterlichen Szenerie der Wind durch das alte Gemäuer zieht, kommt man sich vollkommen wie in einem alten Schwarz-Weiß-Film vor – was allerdings vollkommen stimmig und organisch wirkt. Die Handlung wird dabei sehr flüssig erzählt und überzeugt mit ihren vielseitigen Beobachtungen und markanten Figuren. Auch die Reduzierung auf den einen Schauplatz und einen begrenzten Kreis an Verdächtigen, die ebenfalls allesamt durchgängig anwesend sind, passt sehr gut zu dem Ambiente der Serie und sorgt für eine sehr dichte Stimmung. Die Auflösung nimmt dann aber noch einmal eine dramatischere Wendung, zeigt menschliche Abgründe und eine verstörende Szenerie, was einen sehr intensiven Abschluss erzeugt. Auch die Idee, ein verschollenes Manuskript von William Shakespeare einzubauen, ist eine sehr gelungene Idee und sorgt noch einmal für zusätzlichen Reiz und eine düstere Stimmung. Sehr gelungen!

Erich Räuker ist in dieser Episode in der Rolle des Preston Loudermilk zu hören, mit seiner präzisen Sprechweise und sehr gekonnter Betonung passt er sich gelungen an die ausdrucksstarke Szenerie an und schafft so einen sehr einprägsamen Charakter. Arne Stephan hat mir als Colin Barstow mit seiner arroganten und hochtrabenden Art sehr gut gefallen und punktet mit seiner exzentrischen Ausstrahlung, zumal er viel Witz in seine Szenen einbindet. Melvin Batefield bekommt seine Stimme von Joachim Kaps geliehen, der eine weitere überzeugende und sehr markante Figur erschafft, die sehr gut in das düstere Ambiente der Episode passt. Weitere Sprecher sind Wolfgang Draeger, Jenny Löffler und Thomas Schmuckert.

Ein Treffen in der großen Halle des Internats, die winterliche Stimmung Nordenglands mit Gewittern und Schneestürmen, nächtliche Streifzüge durch die dunklen Gänge - die verschiedenen Szenerien der Serie sind gekonnt umgesetzt und mit einer lebendigen, aber doch nicht zu vordergründigen Geräuschkulisse untermalt. Doch auch viele eingängige Melodien sind eingebaut, die einen klassischen Orchesterklang verbreiten und eine gelungene Abwechslung zu den Dialogen bieten.

Die Titelillustration von Lidia Beleninova ist auch dieses Mal ansprechend geraten und setzt die winterliche Stimmung des Hörspiels mit dichtem Schneefall gekonnt um. Watson und Holmes steigen gerade aus einer Kutsche aus, während im Hintergrund das rötliche Gemäuer des Internats zu sehen ist – alles im typischen Stil der Serie. Das Innere ist wie immer eher schlicht gestaltet, ein Blick auf einige der früheren Episoden ist aber wie immer eingebaut.

Fazit: Die Zutaten für diese Episode sind klassisch: Ein düsteres Schloss an den Klippen, ein aufziehendes Gewitter und ein merkwürdiges Verschwinden sorgen für die richtige Stimmung. Markante Charaktere, eine kurzweilige Entwicklung und immer neue Hintergründe kombinieren sich dann zu einer spannenden Handlung, wobei das alte Manuskript für zusätzlichen Reiz sorgt – sehr hörenswert!

VÖ: 9. April 2021
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864734496

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