Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 27. Der Fluch der Harpiye



Phileas Fogg ist gemeinsam mit Passepartout und dem Geistlichen Stanford Judd in der Gewalt von Dracula und Frankenstein an Bord eines Schiffes, sein Weg scheint spätestens an der Küste mit seiner Vernichtung zu Ende zu sein. Mit einem waghalsigen Manöver können sie sich zwar befreien, doch seine Gegner können mit wertvollen Diamanten fliehen, die eine große Macht in sich bergen. Und auch Aouda ist immer noch verschwunden, sodass Phileas bald zwischen den Fronten aufgerieben wird…

Die Abenteuerserie nach den Motiven von Jules Verne ist in Staffeln zu vier Episoden aufgeteilt, die gemeinsam eine große Geschichte um „Phileas Fogg“, seine Verbündeten und seine Feinde erzählt. Der Zusammenhang zwischen den einzelnen Episoden ist dabei unterschiedlich stark ausgeprägt, in der 27. Folge „Der Fluch der Harpiye“ wird direkt auf die Ereignisse des direkten Vorgängers eingegangen, in der der Abenteurer sich direkt in einer brenzligen Situation befindet. Damit gelingt ein sehr temporeicher Einstieg mit einigen aufregenden Szenen, selbst wenn die Flucht von dem Team der Abenteurer für die Serie ungewohnt unspektakulär geraten ist. Doch schon bald wird auf den Schwerpunkt dieser Episode eingegangen, die von Seefahrerstimmung mit einer gehörigen Portion der Mystik der Serie geprägt ist. Dabei gefällt mir der dynamische Verlauf sehr gut, bei dem zwischen verschiedenen Perspektiven hin- und herwechseln, sich kreuzen und wieder treffen. Auch der geheimnisvolle Hintergrund der Serie und die Verbindung mit einer äußerst bekannten Geschichte aus dem Horror-Bereich haben mir sehr gut gefallen und sorgen dann eindeutig für einen sehr individuellen Eindruck der Episode. Am Ende gibt es natürlich immer noch viele offene Fäden, die in den kommenden Episoden aufgegriffen und aufgeklärt werden, doch auch die Handlung der Staffel wirkt nun noch klarer und aufregender als zuvor. Wieder mal eine sehr solide und hörenswerte Episode der Serie.

In der Rolle des Stanford Judd ist der wunderbare Helmut Krauss zu hören, dessen Stimme zwar seine markante Betonung mit der ausdrucksstarken Sprechweise behalten hat, aber auch schon hörbar an Kraft verloren hat – dennoch ist es sehr schön, ihn hier noch einmal zu hören. Torsten Michaelis ist natürlich wieder in der Rolle von Dracula zu hören, sein exzentrisches und pathetisches Auftreten passen sehr gut zu dem Schurken, der durch ihn viele ausdrucksstarke Momente bekommt. Auch Uve Teschner ist hier in der Rolle des Edgar Allen Poe zu hören und wirkt dabei spontan und authentisch, wobei er sich gut an die dichte Szenerie der Serie anpasst. Weitere Sprecher sind Engelbert von Nordhausen, Alexander Turrek und Florentine Draeger.

Die akustische Gestaltung ist auch in dieser Episode wieder lebendig und vielseitig geraten, wobei Musik und Geräusche in einem ausgewogenen Verhältnis eingesetzt wurden. So gibt es fast durchgängig eine passende Geräuschkulisse, die die jeweilige Szenerie lebendig wirken lässt, als auch viele Melodien, die in Erzähltexten und Szenenwechseln ebenso im Einsatz sind wie während der Dialoge, was die Stimmung der Episode verdichtet und markante Akzente setzt.

Ein unheimliches Vogelwesen mit spitzem, aufgerissenem Schnabel und wuchtigen Krallen scheint direkt auf den Betrachter des Covers zuzufliegen, wobei die gräuliche Farbgebung eine gelungene Wirkung entfaltet. Das Innere ist wie immer bei der Serie recht schlicht gehalten, neben einer ausführlichen Auflistung der Mitwirkenden und Produktwerbung für andere Hörspiele sind keine weiteren Informationen enthalten.

Fazit: In „Der Fluch der Harpiye“ verbinden sich viele gelungene Ideen zu einer dynamisch erzählten Handlung, die mit ihren vielen Perspektivwechseln dennoch sehr gut verständlich ist und spannend geraten ist. Auch die Idee, mal wieder eine bekannte Geschichte einzubauen, sorgt für eine sehr gelungene Note. Schön, dass sowohl eine markante Handlung für diese Episode geschaffen wurde, als auch die Rahmenhandlung vorangetrieben wird.

VÖ: 12. März 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662679

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