Insel-Krimi – 15. Tödliches Langeoog



Die Ausstellung des Künstlers Steffen Wiesler ist perfekt organisiert und schon am ersten Tag ein voller Erfolg, doch die Eröffnung scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Denn obwohl schon einige potenzielle Käufer Interesse bekundet haben, wird das Event im Nachgang durch einen Todesfall überschattet – und Steffen wird unversehens dort hineingezogen…

Bei den „Insel-Krimis“ hat Christoph Piasecki zwar auch schon einige wiederkehrende Figuren eingebaut, im Grunde genommen sind die Episoden aber in sich abgeschlossen – so auch „Tödliches Langeoog“, die als 15. Episode der Reihe erschienen ist. Die vorurteilsbehaftete norddeutsche Langsamkeit, die auch in den vorigen Hörspielen bereits aufgekommen ist, wird auch hier deutlich angewendet, allerdings gefühlt noch mehr als zuvor. Auch wenn zunächst einige unterschiedliche Szenerien präsentiert werden, die zunächst nicht zusammenzuhängen scheinen, kommt die Handlung danach nur langsam in Gang. Das wäre nicht schlimm, wenn dies durch eine unterhaltsame Atmosphäre oder spannende Details ausgeschmückt werden würde, nur leider bietet die Geschichte auch hier nur ein paar zusätzliche Reizpunkte. Die Handlung ist über weite Teile vorhersehbar und lässt nur wenige Überraschungen aufkommen, am Ende werden aber noch einige gelungene Feinheiten eingebaut, die mir gut gefallen haben. Insgesamt bietet die Handlung aber zu wenige Spannungsmomente, auch die Figuren sind nicht so markant in Szene gesetzt wie in anderen Episoden, sodass der norddeutsche Charme eher durch die Hintergrundmusik hervorkommt denn durch die Figuren.

Matthias Keller ist in der Rolle des Steffen Wieser zu hören und liefert eine solide Leistung ab, spricht den jeweiligen Situationen gut angepasst, hätte aber insgesamt etwas mehr Druck in seine Stimmung legen können – er wirkt manchmal etwas gelangweilt. Seine Frau Lena wird von Dana Friedrich gesprochen, die gut in die Rolle passt und ihre Emotionen glaubhaft vermittelt, doch auch sie wirkt etwas zurückhaltend und hat in dieser Serie schon stärkere Rollen gesprochen. Pat Murphs Stimme klingt auch hier wieder markant heraus, er passt sich dabei gekonnt an die Szenerie an und setzt seinen Klang gekonnt ein. Weitere Sprecher sind Rieke Werner, Jannik Endemann und Thomas Balou Martin.

Norddeutsche Gemütlichkeit kommt auch in der akustischen Umsetzung herüber, die Musik wird von einem ruhigen Akkordeon dominiert, später wenn das Tempo ansteigt, gibt es aber auch ein paar markantere und spannungsgeladenere Musikstücke. Die Geräuschkulisse ist punktet mit einigen wohlplatzierten Geräuschen, die gut auf die Handlung abgestimmt sind und einen stimmigen Eindruck hinterlassen.

Eine typisch-nordische Küstenlandschaft wird auf dem Titelbild gezeigt – ich als Laie kann aber kaum erkennen, ob es sich dabei um Langeoog oder einen anderen Ort auf einer Insel oder dem Festland handelt. Die düstere Farbstimmung und der wolkenverhangene Himmel wirken allerdings recht stimmungsvoll, auch die ungewöhnliche Perspektive ist ansprechend geraten. Das Booklet wird vor allem für Produktwerbung für andere Produktionen des Labels genutzt, immerhin wird der Raum hinter der CD für eine Folgenübersicht mit allen Covern genutzt.

Fazit: Auch wenn der Anfang mit einigen Szenen schnell geschnitten ist, wird die Handlung recht langsam erzählt und bietet eine recht vorhersehbare Geschichte. Schade ist auch, dass der norddeutsche Charme hier nicht so gut zur Geltung kommt wie sonst. So bleibt „Tödliches Langeoog“ leider hinter den anderen Vertretern der Serie zurück und kommt nicht so wirklich in Gang.

VÖ: 27. November 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620122

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