Hanni und Nanni - 68. Schlaflose Nächte mit Hanni und Nanni



Seit einer Woche regnet es am Schloss Lindenhof, sodass sogar einige Bauarbeiten notwendig sind. Elke Lemanski, die Klassenlehrerin von Hanni und Nanni, wird sogar beinahe von einer umstürzenden Blutbuche in ihrem Auto getroffen, kommt aber gerade noch mit dem Schrecken davon. Doch die Mädchen sind neugierig geworden und wollen herausfinden, warum der alte Baum plötzlich umgestürzt ist – und stoßen auf ein altes Geheimnis…

Auch wenn es die Bewohnerinnen des Lindenhofs immer mal wieder in die Ferne zieht, spielen die meisten Episoden eben doch in dem Internat, so auch die 68. Episode von „Hanni und Nanni“, die „Schlaflose Nächte“ für die bekannten Zwillinge verspricht. Klar, die Mädchen treiben immer mal wieder Schabernack und veranstalten heimliche Treffen zu Mitternacht, doch dieses Mal ist dies nicht durch ihre leicht rebellische Ader verursacht, sondern durch ein altes Tagebuch, welches die Mädchen finden und ihren ein ungewöhnliches Rätsel aufgeben. Die Idee ist dabei gekonnt eingebaut und mit vielen interessanten Details versehen. Dabei geht es manchmal etwa traurig zu, der Ausflug in die Vergangenheit bringt aber auch eine ganz besondere Stimmung mit sich. Schön, dass die Kombination mit der fröhlichen Art der Mädchen und ihre verschworene Gemeinschaft mit kleinen Streitereien und lebendigen Diskussionen dennoch gut zur Geltung kommen – und auch eine sehr aktuelle Handlung Platz findet, die mit Elke Lemanskys Leidenschaft für ihren ehemaligen Beruf als Schauspielerin spielt. So ist eine rundum abwechslungsreiche und unterhaltsame Episode entstanden, die mir mal wieder sehr gut gefallen hat.

Die wunderbare Judy Winter stellt Lehrerin Elke Lemansky mit ihrer rauen Stimme und harter Aussprache wieder wunderbar kratzbürstig dar, sie bringt mit ihrer gekonnten Betonung eine sehr lebendige Sprechweise mit ein. Linda Fölster ist natürlich wieder als Sinje zu hören, sie wirkt aufgeweckt und lebendig, wobei ihre klare Stimme wieder gut zur Geltung kommt. Michael Prelle spricht den Fernsehmoderator Pinkie Palmer mit ausdrucksstarkem und markantem Auftreten, was eine Figur schafft, die in Erinnerung bleibt. Weitere Sprecher sind Elke Reissert, Sarah Madeleine Tusk und Merete Brettschneider.

Wie immer ist die akustische Umsetzung der Episode sehr solide, selbst wenn die Dialoge durch die analoge Aufnahmetechnik ganz leicht dumpf wirken – das sorgt immerhin für einen angenehmen Nostalgiefaktor. Die Geräusche sind dabei sehr stimmig eingebaut und sorgen vor allem mit verschiedenen Hintergrundgeräuschen für eine lebendige Szenerie. Musik ist dabei eher wenig im Einsatz, dann aber passend ausgewählt.

Obwohl das Coverdesign mit den vielen grafischen Elementen und der Idee mit den Fotoboxstreifen modern wirkt, ist der Zeichenstil des eigentlichen Titelbilds wieder in dem liebevoll-nostalgischen Zeichenstil gehalten. Zu sehen sind die beiden Zwillinge, die belustigt die Vorbereitungen ihrer Freundinnen mit dem Bettlaken-Gespenst und dem Ventilator beobachten. Auch im Inneren wird die hübsche Gestaltung bunt und ansprechend fortgesetzt.

Fazit: „Hanni und Nanni“ erzählt mal wieder an verschiedenen Enden gleichzeitig und punktet mit einer unterhaltsamen Geschichte, die Vergangenheit und Gegenwart auf geschickte Weise verbindet. Ich mag die Stimmung, die um die ehemaligen Bewohner des Lindenhofs entsteht, ebenso wie die witzige und freche Art der Mädchen. Das macht Spaß und ist kurzweilig erzählt, sodass eine gelungene Episode der Serie entstanden ist.

VÖ: 11.Dezember 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 194397488623

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