Die drei ??? - 208. Kelch des Schicksals



Titus Jonas ist mit den drei ??? unterwegs zu einem Auftrag, als sie an einem Supermarkt Halt machen. Dort begegnen sie einem Mann, der sich bei dem Anblick von Titus Jonas sichtbar erschrickt und wortlos das Weite ergreift. Als Justus von einer Angestellten den Namen – Percefal Abernathy - des Mannes erfährt, ist sein Spürsinn sofort geweckt, denn er hat den gleichen Nachnamen wie seine verstorbene Mutter, über die er nur wenig weiß. Doch sein Onkel Titus hüllt sich in eisernes Schweigen - zunächst…

Wenn man nach über 200 Geschichten der gleichen Serie immer noch etwas Neues, Überraschendes erzählen möchte, muss man sich manchmal etwas weiter aus dem Fenster lehnen. Und genau das ist auch in der 208. Folge von „Die drei ???“ geschehen, in der als Aufhänger ein lange verschollener Onkel von Justus dient, der unerwartet wieder auftaucht und der in ein düsteren Geheimnis verwickelt zu sein scheint. An sich setzt das gleich zu Beginn einen interessanten Anreiz, doch die geschilderten Zusammenhänge passen einfach nicht zusammen und wirken etwas aufgesetzt. Doch Fans der Reihe werden sich über den Bezug zu einer früheren Episode freuen, in der eine ähnliche Stimmung wie hier vorherrscht. Und leider wirken die Handlungen der Figuren auch nicht immer stimmig, beispielsweise wenn mitten in einem wichtigen und entscheidenden Gespräch abgebrochen wird, weil sich eine der Figuren die Haare trocknen muss. Sieht man von dem etwas holprigen Start und anderen kleineren Ungereimtheiten ab, gefällt mir die Geschichte richtig gut, insbesondere weil die Atmosphäre nicht nur rätselhaft ist, sondern auch mit einigen Mysterien aus der Vergangenheit verbunden wurde. Der Verlauf ist abwechslungsreich und kurzweilig, auch der Schluss ist gut erzählt und führt die vorher gelegten Stränge gekonnt zusammen. Die Hintergründe sind also gut erdacht, das Dialogbuch und einige Zusammenhänge hätten jedoch besser ausgearbeitet werden können.

Die Liste der Sprecher ist in dieser Episode recht lang und mit klanghaften Namen gefüllt, unter anderem Sarah Madeleine Tusk, Kerstin Draeger oder Holger Mahlich. Andre Beyer ist in der Rolle von Justus‘ Onkel mütterlicherseits zu hören. Perceval bekommt durch ihn eine abweisende, aber nicht feindselige Ausstrahlung und überzeugt mit feinen Nuancen, um seine Enttäuschung über sein Leben darzustellen. Matthias Keller ist als Leland Hanson zu hören und setzt eine weitere markante Figur um, die mysteriöse Szenerie der Episode zu unterstreichen und passt sehr gut in die Stimmung der Geschichte. Auch Victoria Trauttmansdorff ist als Majorie Dever gut besetzt und mit viel Energie bei der Sache.

Bei der akustischen Gestaltung gibt es wieder eine überzeugende und gut ausgeführte akustische Gestaltung, bei der vor allem viele Geräusche für einen lebendigen Eindruck der Szenen sorgen. Doch auch die Musik ist überzeugend eingebaut und bringt mit einigen neuen, frisch wirkenden Musikstücken für Abwechslung, aber auch einige getragene, düstere Melodien sorgen an den passenden Stellen für die richtige Stimmung.

Der titelgebende „Kelch des Schicksals“ ist auf dem Cover imposant in Szene gesetzt: In Nahaufnahme und mit einem hellen Lichtstrahl, der sich in einer dunklen auf dem goldenen Material bricht. Doch auch die mystischen Motive und die Verzierungen mit bunten Steinen sind gelungen in Szene gesetzt. Mit der schwarzen Rahmengestaltung, die sich auch durch die restliche Gestaltung zieht, kommt das Titelbild gut zur Geltung.

Fazit: Nicht alle Handlungen der Charaktere wirken stimmig und gut durchdacht, insbesondere der Start mit Justus‘ unbekanntem Onkel ist etwas holprig geraten. Die Suche nach dem „Kelch des Schicksals“ ist ansonsten aber abwechslungsreich und spannend geraten, zumal eine dichte und mysteriöse Stimmung aufgebaut wird. Eine solide Folge, in der die geschickte Auflösung vorige kleine Schwächen ausgleichen kann.

VÖ: 15. Januar 2021
Label: Europa
Bestellnummer: 190759874226

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