Grusel Serie – 7. Mondära – Im Todesgriff der Würgepflanze



Nach einem langen – und ziemlich alkoholgeschwängerten – Abend fahren Hattie Miller und ihr Mann Henry zurück nach Hause, überfahren aber beinahe eine Frau, die geistig ziemlich verwirrt wirkt. Aus der nahegelegenen Senioren-Pension eilt zwar schnell Hilfe herbei, doch die rigorose Art der Pfleger stößt Hattie sauer auf. Als Blanche Cooper dann auch noch von unheimlichen Vorgängen berichtet und vom Verschwinden einer Freundin erzählt, ist Hatties Spürsinn geweckt…

Auch wenn die Neuauflage der „Grusel Serie“ von Europa wie bereits die ursprüngliche Serie aus den 80er Jahren aus in sich abgeschlossenen Geschichten besteht, greift die siebte Episode auf bereits bekannte Figuren zurück – Hattie und Henry Miller kennt der aufmerksame Hörer bereits aus der dritten Episode. Schnell geraten die beiden mitten in einen neuen übernatürlichen Fall, der mit mysteriösen Andeutungen und angeblichen Todesschreien einen interessanten Fall geraten – und das schon wenige Momente nach dem Start der Handlung. Das Tempo ist von Anfang an sehr hoch, auch wegen Hatties resoluter Art und ihrem Willen, die Hintergründe aufzudecken und die verwirrte Blanche Cooper zu beruhigen. Nebenbei sorgt das auch für einen herrlich sympathischen und exzentrischen Charakter, der für viel Freude sorgt und mit ihren direkten Sprüchen für einige Lacher sorgt. Mir gefällt, wie die Handlung dabei immer eindringlicher wird und mit einer kleinen Rückblende auf die merkwürdigen Todesschreie eine erste sehr spannende Szene aufkommt. Später folgen noch wesentlich mehr, und auch wenn durch den ungewöhnlichen Titel gleich klar ist, um was für eine übernatürliche Bedrohung es sich handelt, ist die Geschichte sehr dicht und spannend geraten. Ich mag die Zusammenstellung der Charaktere und die dichte Stimmung und die markante Szenerie, sodass eine sehr starke Episode entstanden ist, in der alles zusammenpasst.

Auch die Besetzung der Episode ist hervorragend geraten, durch den hohen Anteil an älteren Figuren bekommt der Hörer viele bekannte und markante Stimmen zu hören, beispielsweise Eckart Dux, Katja Brügger und Wolfgang Pampel. Hattie Miller wird natürlich wieder von Elga Schütz gesprochen, die ihrer markanten Stimme eine resolute und unnachgiebige Art verleiht und mit ihrem exzentrischen Auftreten nicht nur die Lacher, sondern auch die Sympathien auf ihrer Seite hat. Elke Reissert ist in der Rolle der Blanche Cooper ebenfalls sehr überzeugend, die Verwirrung, die Angst und die Hilfslosigkeit der alten Dame bringt sie sehr überzeugend und nahbar herüber. Sehr gefreut habe ich mich auch über die wundervolle Judy Winter, die ihrer Stimme einen schneidenden und streitlustigen Unterton verleiht und der Nachtschwester der Senioren-Pension so eine überzeugende Art verleiht.

Akustisch wird auch hier wieder auf einen nostalgischen Grundton gesetzt, der an die ursprüngliche Umsetzung erinnern soll – und das gelingt auf überzeugende Weise. Die Musik entwickelt einen eigenen Charme mit recht prägnanten Melodien in den Übergängen, aber auch die Geräusche sind markant eingesetzt und verleihen besonders den spannenden Szenen mehr Dramatik und eine ausdrucksstarke Szenerie.

Neon-Gelb, gemischt mit ebenso kräftigen Orange- und Pinktönen sowie schwarzen Elementen – das Cover hat wieder einen ganz eigenen Look und gefällt mir sehr gut. Auch wegen des Motivs der Frau mit den vor Angst geweiteten Augen, die von einer Schlingpflanze gewürgt und zu Boden gedrückt wird. Teile von dem Cover, inklusive dem Logo mit den Fledermäusen, werden auch im Inneren wiederholt, ein kleiner Folgenindex mit Ausblick auf die kommende Episode ist ebenso vorhanden.

Fazit: „Mondära – Im Todesgriff der Würgepflanze“ ist schnell erzählt und überzeugt vor allem mit den charismatischen Figuren, aber auch einem spannenden und unterhaltsamen Verlauf. Das macht Spaß und versprüht viel Charme, sodass eine mal lockere, mal unheimliche Gruselgeschichte erzählt wurde. Schön, dass hier eine so überzeugende Episode geschaffen wurde – so kann es gern weitergehen!

VÖ: 22. Januar 2021
Label: Europa
Bestellnummer: 194398229621

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