Midnight Tales – 35. High Noon Again



Sheriff Matt Akins ist alles andere als erfreut, als er früher als gewöhnlich am Morgen gestört wird. Doch als er hört, was der junge Bote ihm zu sagen hat, ist er sofort alarmiert. Denn Damien McMullon, einer der gefürchtetsten Verbrecher seiner Zeit, soll auf den Weg in seine Stadt sein. Und tatsächlich kommt es zur Katastrophe, die er befürchtet hat – allerdings anders, als Akins sich das vorgestellt hätte…

Western sind jetzt nicht gerade das Genre, das momentan die höchste Popularität genießt, schon seit mehreren Jahren scheint das Thema in der Popkultur kaum noch eine Rolle zu spielen. Ein mutiger, zumindest aber ungewöhnlicher Schritt also von Contendo Media, die 35. Episode seiner Midnight Tales in der Umgebung einer Western-Stadt anzusiedeln und mit Sheriffs und Revolver-Banditen wichtige Elemente einzubinden. Zunächst wirkt die Eingangsszenerie auch noch so, als würde hier eine klassische Western-Geschichte erzählt werden, doch nach der ersten, blutigen Begegnung mit Damien McMullon gibt es einen sehr interessanten Dreh- und Wendepunkt in der Handlung, der noch einen Mystery-Aspekt einbaut und dem Höre (ebenso wie der Hauptfigur) Rätsel aufgibt. Das passt dann trotz des ungewöhnlichen Genres wiederum gut in die Serie und enthält einige reizvolle Aspekte, allerdings wirkt manches aber auch ein wenig wirr, gerade am Anfang lassen sich nicht alle Ereignisse sofort zuordnen. Später wird es klarer, allerdings wirken die vielen Actionszenen nicht immer allzu passend oder werden ausreichend erklärt, sodass sich nicht alle Ereignisse gut erklären. Doch der interessante Grundgedanke wird gelungen aufbereitet und funktioniert mit dem Western-Thema sehr gut, was für eine ungewöhnliche, aber gelungene Episode der Reihe sorgt.

Dennis Herrmann ist in der Rolle des Sheriff Matt Adkins zu hören und übernimmt damit die Hauptrolle, was er konsequent und mit viel Energie, aber auch mit Gutmütigkeit und Wärme in der Stimme umsetzt. Damien McMullon wird von Michael Che-Koch gesprochen, den er mit einer machtvollen und bösartigen Aura umgibt. Besonders sein düsteres Lachen sorgt dabei für die passende Stimmung. Die wundervolle Eckart Dux ist in einer Nebenrolle als Horrace zu hören und überzeugt dabei mit ebenso glaubhafter wie eindringlicher Stimme. Weitere Sprecher sind Jannik Endemann, Ekkehardt Belle und Alexandra Lange.

Natürlich haben Christoph Piasecki und sein Team eine passende Western-Atmosphäre für die Handlung geschaffen, was besonders an den typischen Musikstücken liegt, die an den passenden Stellen für Dramatik oder stimmungsvolle Szenenwechsel sorgen. Doch auch die Geräuschkulisse ist gut an die Szenerie angepasst, wobei vieles vor allem den Klischees aus den alten Filmen zu entstammen scheint.

Das Cover ist natürlich wieder in dem ganz eigenen Stil der Serie in der recht grobkörnigen Optik gehalten und setzt das Western-Thema mit einigen der typischten Symbolen um: Die riesige goldene Sheriff-Marke, wein weißes Hemd mit schwarzer Weste, ein Cowboyhut, der tief ins Gesicht gezogen wurde. Gemeinsam mit dem stilisierten Hintergrund und den blutigen Flecken ergibt das ein passendes und individuelles Titelbild.

Fazit: Die Kombination einer Mystery-Geschichte im Western-Ambiente ist mit einigen gelungenen Ideen gespickt, wobei nicht immer alles direkt klar ist und mit zu vielen Geräuschen und zu wenig Erklärungen teils verwirrend wirkt. Die Auflösung des Ganzen weiß zu überraschen und rückt die Ereignisse in ein anderes Licht, sodass eine gute Episode entstanden ist, die aus der Serie allerdings nur wegen der ungewohnten Themenwahl hervorsticht.

VÖ: 05. Februar 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-131-0

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