Kati & Azuro 27. Die schwarze Lippe



Bei einem Pferderennen auf dem Lohhof geht es drunter und drüber: Nicht nur, dass ein Pferd mit einem unerfahrenen Reiter durchgeht und nur mit knapper Not von Kati und Azuro gestoppt werden kann, die Tageseinnahmen werden trotz strenger Sicherheitsmaßnahmen auch noch gestohlen. Cleo ist natürlich sofort Feuer und Flamme und möchte auch diesen Fall unbedingt lösen – was für die eingeschworenen Cousinen nicht ganz ungefährlich bleibt…

Pferdegeschichte oder doch Krimi? „Kati & Azuro“ aus dem Hause Europa bietet beides in Kombination, wobei sich die 27. Episode um den Raub auf einer Pferderennbahn dreht – eine clevere und gut funktionierende Fusion der beiden Themen. Und auch der Einstieg ist clever, da der Hörer mitten in eine spannende Szene geworfen werden und erst langsam, gemeinsam mit Kati, in die Hintergründe eingeweiht wird. Das wirkt zunächst verwirrend, dann hübsch rätselhaft und ist so recht dynamisch geraten. Das hohe Tempo am Anfang, bei dem sich die Ereignisse zu überschlagen scheinen, kann zwar nicht die ganze Zeit über gehalten werden, im Gegensatz zu einigen anderen Folgen der Reihe ist aber eine deutlich kurzweiligere Handlung entstanden. Die Hinweise auf den Täter verdichten sich im Laufe der Ermittlungen und sind logisch aufgebaut, wobei die enge Zusammenarbeit der Mädchen mit der Polizei natürlich vor allem dramaturgische Gründe hat, aber gut funktioniert. Einiges ist vorhersehbar, anderes aber auch durchaus überraschend, aber auch die Liebe zu Pferden, der Pflege und dem Respekt den Tieren gegenüber kommt immer wieder gut zur Geltung – vor allem wenn es eben um „die schwarze Lippe“ geht und ei wenig Dramatik aufkommt. Stimmig zusammengestellt und passend produziert ist so eine gute Episode der Serie entstanden.

Leonie Landa ist in der Rolle der arroganten Nina Raabaz wieder sehr energiegeladen und präsent, was aus dem Mädchen einen respektablen Gegenspieler für Kati und Cleo macht, auch wenn sie in einigen Szenen noch zur Übertreibung neigt. Herr Leinemann, der Besitzer des Pferdehofs, wird von Manfred Liptow sehr überzeugend gesprochen, er agiert durchgängig authentisch und lebhaft. Tim Grobe spricht ebenfalls mit, Carlo Ratzke bekommt durch ihn einen sehr passenden Ausdruck verliehen, was einen guten Eindruck hinterlässt. Weitere Sprecher sind Merete Brettschneider, Christian Rudolf und Patrick Bach.

Musik spielt bei der akustischen Gestaltung eine eher untergeordnete Rolle, in den Szenenübergängen und während einiger besonders markanter Momente sorgt sie aber für einen modernen Eindruck und passt gut zur Stimmung der Serie. Die Geräuschkulisse ist recht lebendig, es gibt viele Hintergrundgeräusche, die die verschiedenen Szenerien erzeugt und sie authentisch wirken lassen.

Auf dem Titelbild ist eine recht dynamische Szene zu sehen, in der ein steigendes Pferd den blonden Mann zu bedrohen scheint, während auch Katis erschrockenes Gesicht gut zur Geltung kommt. Ein paar kleine Details aus dem Hörspiel sind dann auch noch eingebaut, der Zeichenstil ist aber weiterhin nicht mein Fall und wirkt zu unnatürlich und künstlich. Neben den üblichen Angaben ist in dem übersichtlich gestalteten Inneren kein Bonusmaterial vorhanden.

Fazit: Der dynamische Einstieg in die Handlung, in dem sich die Ereignisse überschlagen und erst einmal viele Fragezeichen beim Hörer hinterlassen, setzt den positiven Grundton für die ganze Episode. Auch wenn das Tempo manchmal zu sehr nachlässt, ist die Folge durchgängig unterhaltsam, besonders wenn es um die Liebe zwischen Kati und Azuro geht. „Die schwarze Lippe“ hat mir insgesamt gut gefallen.

VÖ: 31. Juli 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 194397271522

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