Midnight Tales – 34. Tod auf leisen Beinen



Lisa und Rene Sehrbrock genießen trotz der vielen Vorbereitungen die Einweihungsparty ihrer neuen Wohnung in vollen Zügen und fühlen sich trotz fehlendem Bett im Schlafzimmer schon pudelwohl. Doch die Nacht in zumindest für Lisa schlaflos, da sie unheimliche Geräusche hört. Und auch der nächste Morgen verläuft alles andere als positiv, als mitten im Badezimmer eine riesige schwarze Spinne auftaucht…

Für seine sehr regelmäßig erscheinende Hörspielreihe „Midnight Tales“ hat sich Christoph Piasecki von Contendo Media die Freiheit gelassen, sich sehr freie Hand zu lassen und so immer neue Szenerien anbieten zu können – lediglich ein Hang zum Dramatischen und Übernatürlichen ist allen Episoden gemein. In der 34. Episode „Tod auf leisen Beinen“ ist dabei auch lange nicht klar, wo dieser Aspekt in der Handlung untergebracht ist, wird doch zunächst noch eine recht gewöhnliche Szenerie mit dem Umzug der Sehrbrocks erzählt, auch danach wird das Thema der riesigen Spinne nur langsam eingebaut. Für Menschen mit Arachnophobie ist die Folge dabei definitiv nichts, da das kleine Krabbelwesen für reichlich Ungemacht sorgt. Immer wieder sind dabei schockierende Momente eingebunden oder für fiese kleine Wendungen gesorgt, auch ein wenig Fachwissen über die Tiere sind eingebunden. Dabei verliert der Mittelteil immer wieder den Spannungsbogen und kann nicht durchgängig für eine aufregende Stimmung sorgen, die Ereignisse wirken leider etwas zu gewöhnlich. Erst in den letzten paar Minuten zieht die Dramatik dabei noch einmal an. So konnte mich diese Episode leider nicht allzu sehr überzeugen, die Serie hat bereits bessere Geschichten hervorgebracht.

Lisa Cardinale ist in der Rolle der Hannah Sehrbrock zu hören und macht einen soliden Eindruck und sorgt für einen passenden Ausdruck in den verschiedenen Szenen, sodass die Steigerung der Spannung auch in ihrer Stimme zu hören ist. Ihr Mann Rene wird von David M. Schulze gesprochen, der ebenfalls gut in die Szenerie der Episode passt, in einigen Passagen jedoch noch ein wenig lockerer und spontaner wirken könnte. Markus Raab spricht die Rolle des Meinhard Lehrke, der sich gut in die Szenerie der Geschichte anpasst und eine überzeugende Sprechweise einbringt. Weitere Sprecher sind Dagmar Dreke, Julia Prochnow und Horst Kurth.

Der Verlauf der Handlung wird mit der akustischen Gestaltung solide nachgezeichnet, wobei wegen der eher langsamen Entwicklung der Handlung zunächst nur recht wenige Elemente eingebaut sind und nur einige Geräusche die Dialoge begleiten. Später kommen bei den ersten bedrohlichen Momenten leise, dräuende Klänge auf, die im weiteren Verlauf immer mehr an Lautstärke zunehmen.

Gleich vier dicke, schwarze Spinnen sind auf dem Cover zu sehen, wobei schon allein die groben Formen für die richtige Stimmung sorgen. Gemeinsam krabbeln sie über eine Bananenstaude und greifen dabei das Thema der Episode gelungen auf. Schön, dass auch hier wieder ein eigenständiges Titelbild erschaffen wurde, obwohl die Veröffentlichung wie bei den Vorgängerfolgen ausschließlich digital erfolgt.

Fazit: Durch das Titelbild ist das Spinnen-Thema der Handlung sofort klar, sodass auch die ausgelegten Hinweise recht offensichtlich sind. Dabei gibt es im Laufe der Handlung zwar durchaus einige Momente, die aufregend und spannend geraten sind, insgesamt kommt aber kein wirklicher Spannungsbogen auf.

VÖ: 15. Januar 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-130-3

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