Fledermaus Frederik, der Lehrmeister von Hedda Hex und Hui Buh will seinem guten Freund Ernst Eule bei einer Grippe helfen. Deswegen kann er seinen Schülern nicht bei ihren Aufgaben helfen. Und gerade dann treffen die beiden auf die kleine Ursel, die ziemlich wütend ist und die gelehrsame Hexe und das gewitzte Gespenst ganz schön auf Trab hält. Und später haben ziemlich viele Bewohner von Burgeck einen Hexenschuss – und dabei scheint Magie im Spiel zu sein…

„Hui Buh“ hat seit dem Kinofilm vor einigen Jahren eine kleine Renaissance durchlebt, wodurch nicht nur die Serie um das erwachsene Gespenst bei König Julius neu aufgelegt wurde, sondern auch eine Variante für kleinere Kinder. Auch die 18. Folge von „Der kleine Hui Buh“ teilt sich dabei in zwei kürzere Episoden von etwa 35 Minuten ein, wobei beide inhaltlich nicht zusammenhängen. Zunächst geht es um ein ziemlich bockiges und wütendes Mädchen, das alles und jeden blöd findet und das auch lautstark kundtut. Das lässt schon einige witzige Momente aufkommen – natürlich auch, weil die Hauptfiguren ihren Charme mit einbringen und für manchen Wortwitz sorgen. Das macht zwar Spaß, dennoch ist auch eine wichtige moralische Komponente mit eingebunden – und der wichtige Hinweis, dass es wichtig ist, sich auch in andere Menschen hineinversetzen zu können. „Der verzauberte Hexenschuss“ ist ähnlich kurzweilig geraten und sogar noch eine Spur vielschichtiger, da scheinbar voneinander unabhängige Themen miteinander kombiniert werden. Und auch hier spielen die Figuren – bekannte wie neue – ihren Charme aus und sorgen für eine lockere und kindgerechte Stimmung. Das macht wirklich Spaß und sprüht nur so vor gelungenen Einfällen und witzigen Momenten, was die Qualität der Serie einmal mehr unterstreicht.

Amalia Rzepka ist in der Titelrolle der Wut-Ursel zu hören und legt dabei ziemlich viel Energie in ihre Stimme, bringt den expressiven Charakter dabei gut zur Geltung und macht sich damit gekonnt zum Mittelpunkt der Episode, besonders das Überschlagen ihrer Stimme passt sehr gut in die Geschichte. Heine Domanowski und Jürgen Wolters sind bringen als ironische Gemälde Ernestine und Hubert wieder kleine, sehr witzige Szenen mit ein und agieren dabei sehr charmant. Tanja Geke ist in der Rolle der Veronika Feuertanz ebenfalls sehr gut besetzt und passt wunderbar in die Szenerie der Serie, fügt ihr aber auch eigene Facetten hinzu. Weitere Sprecher sind Antje von der Ahe, Viktor Neumann und Andreas Fröhlich.

Christian Hagitte und Simon Berteling haben auch für dieses Hörspiel eine sehr gelungene akustische Gestaltung geschaffen, bei dem nicht nur der markante Titelsong, sondern auch die Zwischenmelodien für eine energisch-zauberhafte Atmosphäre sorgen. Es gibt aber auch viele Geräusche, mal natürlich klingend, dann wieder comichaft-charmant, aber auch passende Halleffekte für die Stimmen, was insgesamt sehr stimmig wirkt.

Die enorme Energie der Wut-Ursel ist auf dem Titelbild ziemlich prägnant umgesetzt, mit weit aufgerissenem Mund schreit sie ihren Unmut heraus, was comichaft und niedlich dargestellt ist – ergänzt um eine hübsche Hintergrundgestaltung und natürlich den beiden Hauptfiguren. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es nicht nur die üblichen Angaben zu Sprechern und Mitwirkenden, sondern auch ein kleinen Spiel, bei dem Puzzlestücke den passenden Lücken zugeordnet werden müssen.

Fazit: Wieder gibt es zwei voneinander unabhängige Geschichte, die kurzweilig und mit viel Witz und Charme erzählt sind, wobei die Charaktere im Mittelpunkt stehen. Besonders prägnant ist dabei die energiegeladene Wut-Ursel. Schön ist aber auch, dass es darum geht, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihre Gefühle zu verstehen – das hat sehr positiven Nebeneffekt.

VÖ: 28. August 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 194397591323

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