Oliver Dörings Phantastische Geschichten – 7. Der todbringende Stern



Ausgerechnet in der Neujahrsnacht 2025 entdeckt der Astronom Michael Hofer riesige Asteroidenschauer, der nach einer Kollision des Zwergplaneten Ceres auf die Erde zusteuert. Die Bedrohung ist so groß, dass das Leben auf der Erde komplett ausgelöscht werden könnte. Doch die Astronomen werden von der Politik zu Geheimhaltung verpflichtet, um eine Panik unter den Menschen zu verhindern. Doch dann entdeckt auch ein dänisches Mädchen zufällig den bedrohlichen Himmelskörper…

Staffel 2 von „Oliver Dörings Phantastische Geschichten“ startet, wie die letzte geendet hat – mit einer Geschichte von H.G. Wells, die allerdings in die heutige Zeit versetzt wurde und auch ansonsten einige weitere Elemente verändert wurden. Die Idee eines todbringenden Himmelsobjekts, welches erst spät entdeckt wird, ist der Ausgangspunkt der Handlung und wird auf ganz verschiedenen Ebenen erzählt. Da gibt es einen wissenschaftlichen Ansatz, der sich mit den Folgen des kosmischen Ereignisses auseinandersetzt. Dabei werden die Folgen für die Erde und seine Bewohner beschrieben, wobei immer neue Erkenntnisse für eine immer bedrohlichere Szenarien sorgen und sich der Schrecken so immer weiter steigert. Es gibt aber auch eine politische und eine mediale Ebene, in der auf realistische Weise in verschiedenen Szenarien auf die Handlungen von Führungsebene und in der Bevölkerung eingegangen wird. Aber auch eine sehr persönliche Ebene mit dem Schicksal eines der Astronomen sorgt für zusätzlichen Reiz und einige emotional berührende Momente. Die verschiedenen Szenen sind eng aneinandergeschnitten und oft nur ein paar Sekunden lang, sodass ein sehr dynamischer Eindruck entsteht. Dennoch kann man allen Entwicklungen gut folgen, wahrscheinlich auch weil keine Handlung im eigentlichen Sinn erzählt wird, sondern eher interessante Momentaufnahmen rund um das faszinierende Thema. Und so ist dann auch das Finale anders, als man es wahrscheinlich erwartet hat, sodass eine weitere starke Episode der Reihe entstanden ist.

In der Rolle des Michael Hofer ist Asad Schwarz zu hören, der wieder mit der ihm eigenen Intensität spricht und die Dramatik der Szenerie betont, den Druck auf die Charaktere gekonnt wiedergibt und den Spannungsbogen der Handlung gelungen nachzeichnet. Auch Bernd Vollbrecht gehört zum Sprecherensemble der Episode, die Rolle des Freddy McNeal wird durch ihn mit viel Energie gesprochen, der mit seiner Ernsthaftigkeit die Kraft der Handlung noch weiter verstärkt. Helmut Gauß spricht die Rolle des (namenlosen) Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika mit einem selbstverständlichen Auftreten und strahlt dabei die Macht seines Amtes überzeugend aus. Weitere Sprecher sind Hans Bayer, Daniel Welbat und Marie Bierstedt.

Auch in dieser Episode präsentiert Oliver Döring wieder eine perfekte ausbalancierte Umsetzung mit einer reichhaltigen und markanten Geräuschkulisse und vielen imposanten Musikstücken. Dazu kommen noch passend eingebundene Stimmverzerrer, beispielsweise bei Radiointerviews oder Telefongesprächen und viele weitere sehr eindrucksvolle Momente. Und einen positiven Flashback, denn die Szenentrenner mit einer kurzen Zeit- und Ortsangabe kommen dem Hörer von Dörings Produktionen sehr bekannt vor.

Passend zu dem Weltraumthema der Handlung ist ein beeindruckender Sonnenaufgang über der Erde zu sehen, über dem ein weißlich eingefärbtes Sternenmeer zu sehen ist, das in einem Strudel auf unseren Planeten zu zuströmen scheint – sehr ansehnlich. Das Innere ist wie bereits in der ersten Staffel sehr schlich geraten, insbesondere weil nur die wichtigsten Rollen ihren Sprechern zugeordnet sind, die anderen sind schlicht mit Kommata getrennt aufgelistet.

Fazit: „Der todbringende Stern“ ist mit seinen vielen kleinen Szenen und einer schnellen Aneinanderreihung sehr dynamisch geraten und dennoch atmosphärisch sehr dicht. Alle eingebauten Ebenen sind interessant und spannend aufbereitet, die Bedrohung durch die Himmelskörper wird immer markanter und dichter erzählt, sodass bis hin zum packenden Finale eine sehr hörenswerte Produktion entstanden ist.

VÖ: 5. März 2021
Label: Imaga
Bestellnummer: 9783946207689

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