John Sinclair – 142. Das Grauen aus dem Bleisarg



Um seinen Freund Suko vom Verlust seiner Freundin Shao abzulenken, nimmt John Sinclair ihn zu einem Kurztrip zu seinen Eltern mit, die von dem spontanen Ausflug jedoch noch nichts wissen. Die Ablenkung ist aber ganz anders, als John es erhofft hatte: Noch auf dem Weg treffen sie auf eine Frau, die mit zwei Knochen durch die dunkle Nacht wandelt. Die Spur führt die beiden in eine alte Gruft, in die vor vielen Jahren eine Frau lebendig begraben wurde…

Von all den übermächtigen Feinden bedroht hat John Sinclair an vielen Fronten zu kämpfen, an denen sich dann auch die Rahmenhandlung der Serie orientiert. Doch zwischendrin gibt es auch immer wieder Einzelfolgen, die auch losgelöst von den anderen Teilen gehört werden können. „Das Grauen aus dem Bleisarg“ ist so eine Episode, auch wenn zu Beginn eine zeitliche Einordnung durch die Erwähnung von dem Verlust Shaos eingebunden ist – die weitere Handlung ist jedoch auf sich selbst begrenzt – und das ist auch gut so, ist doch eine sehr starke Episode entstanden, in die gruseligen Komponenten deutlicher im Vordergrund stehen als sonst und Actionsequenzen zwar vorkommen, aber eben nur wohldosiert. Schon in der Introszene um ein tiefes Grab in einer Familiengruft ist mit seiner unheimlichen Wirkung sehr hörenswert und atmosphärisch dicht, was den Ton der Folge gelungen setzt. Auch danach gibt es immer wieder düstere Momente mit markanten Auftritten, bedrohlichen Details in Berichten aus der Vergangenheit, später auch wieder in Begegnungen mit Sinclairs Gegenspielern der Episode. Der Verlauf der Episode ist dynamisch und setzt spannende und ruhige Momente gelungen nebeneinander und steigert sich gegen Ende zu einem packenden Finale mit viel unheimlichen Flair. Die Begrenzung der Laufzeit auf 52 Minuten stellt sich als sehr positiv heraus, da so für eine durchgängig unterhaltsame und hörenswerte Folge gesorgt wurde.

Stephanie Kellner ist in der Rolle der Dorothy Lockhead in einer sehr besonderen Rolle zu hören, die sich sehr gelungen umsetzt und einen Großteil der Gruselstimmung erzeugt. Leises, bedrohliches Flüstern zu Beginn, unheimliches Lachen, später aber auch andere Facetten werden von ihr gekonnt umgesetzt. Die wunderbare Luise Lunow spricht erneut die Rolle von Johns Mutter Mary Sinclair, wobei ihre raue und angenehme Stimme einen markanten Klang annimmt, der sehr gut in die Atmosphäre der Folge passt. Carmen-Maja Antoni hat als Thelma zwar nicht die größten Auftritte, überzeugt in diesen aber mit einer auf den Punkt gebrachten Sprechweise und viel düsterem Flair. Weitere Sprecher sind Stefan Krause, Oliver Stritzel und Bodo Wolf.

Das Team um Regisseur Dennis Ehrhardt hat wieder eine geschliffen wirkende Umsetzung für die Handlung geschaffen und einige markante Momente geschaffen, bei der düstere Musik und prägnante Geräusche gelungen miteinander verbunden wurde. Neben viel Action und einer passenden Untermalung gibt es aber auch einige unheimlich umgesetzte Momente, die die gruseligen Aspekte der Serie betonen.

Wie immer ist auch diesmal das Titelbild der Heftromanvorlage als Covermotiv ausgewählt worden, was wieder viel nostalgischen Charme, aber auch eine gehörige Portion Grusel mit sich bringt. Denn das dunkle Skelett in dem Bleisarg mit den weißen Haaren versprüht in Verbindung mit der blühenden Rose jede Menge unheimliche Stimmung – auch wenn letztere wegen des Bildausschnitts fast zu sehr in den Hintergrund rückt. Im Inneren gibt es neben den üblichen Angaben wieder eine ausführliche Übersicht der bisher erschienenen Episoden dieser Serie und ihrer Ableger.

Fazit: Das in sich abgeschlossene Abenteuer für den Geisterjäger baut seine ganz eigene Szenerie auf, führt eine sehr unheimliche und düstere Bedrohung ein, sodass eine atmosphärische und weniger auf Action abzielende Episode geraten ist. Das ist kurzweilig erzählt und voller markanter Szenen, sodass mit „Das Grauen aus dem Bleisarg“ sehr gut gefallen hat.

VÖ: 21. Dezember 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785781425

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